Zu teuer, schlechtes Essen, wenig Schatten
Zürcher motzen heftig über neue Luxus-Badi auf dem Dolder

Zürichs für 20 Millionen Franken renovierte Dolder-Badi steht in der Kritik. Viele Gäste stören sich an den stolzen Preisen, schimpfen über die Qualität des Essens und klagen über zu wenig Schattenplätze. Der Betreiber nimmt die Kritik ernst – und reagiert.
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Die Kritik am für 20 Millionen Franken renovierten Dolder-Bad fällt heftig aus.
Foto: PD

Darum gehts

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  • Zürich investierte 20 Mio Franken in das Dolder-Wellenbad, eröffnet 2026
  • Luxus-Badi kritisiert: Teures Essen, wenig Schatten, lange Wartezeiten.
  • Burger für 17 Franken, Champagner für 16 Franken, Liegestuhl mieten kostet 7 Franken.
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Stolze 20 Millionen Franken hat die Stadt Zürich in die Sanierung investiert. Nach zwei Jahren Bauzeit ist das Zürcher Dolder-Wellenbad wieder offen. Entstanden ist eine der luxuriösesten Badis der Schweiz. Idyllisch gelegen am Waldrand hoch über der Stadt – mit Champagner-Lounge und Trüffel-Pommes. Doch mitten im Rekord-Sommer 2026 zeigt sich: Längst nicht alle Badegäste sind begeistert von der Zürcher Luxusbadi.

«Es ist eine Katastrophe», schimpft eine Stammkundin, die seit 30 Jahren ins Dolder kommt, gegenüber der NZZ über das Essen. Das Essen im Badi-Restaurant sei teuer und schmecke eklig, findet sie. Ein Burger kostet 17 Franken – ohne Pommes. Für ein Cüpli in der exklusiven Champagner-Lounge werden 16 Franken verlangt. «Das Catering ist eine Katastrophe», kritisiert eine andere Badi-Besucherin in den Google-Rezensionen.

«Das ist Abzocke vom Feinsten»

«Man zahlt ein Vermögen für wirklich schlechtes Essen und erwartet dann auch noch, dass man hinterher alles abräumt und das Geschirr trennt», regt sie sich auf. «Die Salate im Glas standen schon viel zu lange herum und waren matschig, die Pommes waren versalzen und der Fisch alt.» Die langen Wartezeiten nerven sie besonders. «An heissen Tagen gibt es nur eine Schlange, egal ob man etwas essen, trinken oder nur ein Eis möchte», moniert sie. Erst nach einer Stunde sei sie bedient worden.

Auch der fehlende Schatten wird immer wieder kritisiert. «Schöne Badi, leider aktuell sehr wenig Schatten», schreibt ein Wassersportler. Wer sich einen Sonnenschirm ausleiht, zahlt einen Fünfliber. Gar 7 Franken kostet ein Liegestuhl. «Das ist eine Abzocke vom Feinsten», schimpft ein Gast. Eine Wassersportlerin nervt sich, dass es keine abgesperrten Bahnen gibt für Schwimmer. «Ich musste immer Kindern ausweichen, die einen anspringen, und küssenden Paaren», schreibt sie.

Andere stören sich am Personal. «Ich bin an einer Kasse selten so unfreundlich bedient worden», schreibt ein Dolder-Gast. Ein anderer stört sich daran, dass er sich am Beckenrand nicht in Ruhe abduschen kann, weil es nur eine Dusche gibt. Und daran, dass «Kinder über die Wiesen rennen, als ob es kein Morgen gäbe».

«Preise mit anderen Badis vergleichbar»

Die Badi gehört zum Luxushotel Dolder Grand von Milliardär Urs Schwarzenbach (78). Von einem «erfreulichen Saisonstart» spricht Dolder-Sprecher Joachim Schweier. Man verstehe, dass die Erwartungen hoch sind und die Gäste genau hinschauen, sagt er zu Blick. Bei der Gastronomie würde man laufend optimieren. So habe man einen Getränkeautomaten aufgestellt und die Glace-Maschine wieder in Betrieb genommen. Die Preise seien «mit anderen Badis vergleichbar».

Nach dem Umbau gebe es mehr Schattenplätze als zuvor. «Dank neu gepflanzter Bäume sowie der Pergola oberhalb der Umkleiden», erklärt Schweier. Und verweist zudem auf die Sonnenschirme. Schon zweimal habe man zusätzliche Mietschirme angeschafft. «Eine separate Schwimmbahn ist nicht vorgesehen, da eine solche auch zuvor nicht Teil des Angebots war», ergänzt er. Den Wunsch nach mehr Möglichkeiten zum sportlichen Schwimmen nehme man aber ernst. Er stellt ab 2027 ein spezielles Morgenschwimmen in Aussicht.

Auch Zuger rümpfen die Nase

Dass Schweizerinnen und Schweizer sensibel reagieren, wenn ihre Lieblingsbadi saniert wird, zeigt auch der Blick nach Zug. Das Strandbad am Zugersee wurde für 13 Millionen Franken umgebaut. Seit Mai ist es wieder offen – und enttäuscht viele Besucher. Badegäste motzen über ein lausiges und teures Gastroangebot, zu wenige Toiletten und fehlende Schattenplätze auf der Liegewiese und rund ums Planschbecken. Die Stadt Zug und der Caterer geloben Besserung. Sie entschuldigen sich für die Wartezeiten und «Situationen, die nicht in allen Punkten den Erwartungen entsprochen haben».

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