Zoff um Verkehrsregime
Macht geplante Veloroute diese 180-jährige Baselbieter Firma kaputt?

Im Baselbiet sorgt ein Strassenprojekt für rote Köpfe. Für eine neue Veloroute und ein kaum genutztes SBB-Gleis sollen KMU bluten. Es droht eine Enteignung. Ein Verwaltungsratspräsident schlägt Alarm.
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Die Baufirma Stamm aus Arlesheim BL feierte kürzlich ihr 180-jähriges Jubiläum. Jetzt bangt sie um ihre Zukunft.
Foto: Printscreen Google Maps

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Neues Industrieareal «Uptown Basel»: bis 100 Firmen und 2500 Arbeitsplätze
  • Vorgesehene Veloroute gefährdet KMU, warnt Investor Thomas Staehelin
  • Streit erinnert an Parkplatzdebatte in Zürich-Altstetten
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Mischa StünziRedaktor Wirtschaft

Eine halbe Milliarde Franken pumpt Wirtschaftsanwalt und Top-Investor Thomas Staehelin in das Industrieareal «Uptown Basel» im Baselbieter Birstal. Doch statt Goldgräberstimmung herrscht dicke Luft. Der Grund: Ein absurder Streit, der die lokalen Unternehmen spaltet.

Auf dem Industrieareal in Arlesheim und Münchenstein entsteht Grosses: Bis zu 100 Firmen sollen hier angesiedelt werden. Die bekannteste dürfte der Zahnimplantate-Hersteller Straumann sein, der hier bis Ende 2027 einen neuen Hauptsitz baut. Insgesamt 2500 Arbeitsplätze soll es auf dem Gelände künftig geben. Damit das Gebiet noch besser erschlossen wird, soll die Kantonsstrasse verlegt, ausgebaut und mit einer Veloroute ergänzt werden.

Für Straumann-Personalchef Arnoud Middel (55) ist die Erreichbarkeit ein entscheidender Standortfaktor, wie er diese Woche an einer Veranstaltung des Vereins Birsstadt sagte. Für ihn kann die neue Strasse samt Veloroute deshalb nicht schnell genug kommen. Immerhin betrifft es den Arbeitsweg von rund 850 Straumann-Angestellten.

«Dann steigen wir auf die Barrikaden»

Dafür hat Uptown-Investor Thomas Staehelin (79) Verständnis. Trotzdem kommt für ihn die vorgesehene Verkehrsführung nicht infrage. Wegen eines Gütergleises der SBB – das laut Kritikern kaum je benutzt wird – und der geplanten Veloroute könnten nämlich zwei KMU enteignet werden: die Baufirma Stamm und der Weinhändler Paul Ullrich.

Für Staehelin, der auch Verwaltungsratspräsident der Stamm Bau AG ist, geht es bei der Frage um nicht weniger als das Überleben der Firma: «Was immer hier geschieht, muss das Überleben von Stamm garantieren. Es kann nicht sein, dass eine Traditionsfirma wegen einer Veloroute kaputtgeht», wird er in der «Basler Zeitung» zitiert. Das Bauunternehmen feierte vor zwei Jahren sein 180-jähriges Bestehen und beschäftigt rund 300 Mitarbeitende.

In Richtung Kanton forderte Staehelin laut «bz Basel» unmissverständlich: «Es muss zeitnah zu Lösungen kommen. Ohne Lösungen haben wir Probleme und dann werden wir auf die Barrikaden steigen.»

Nicht nur im Baselbiet ein Thema

Velo-Vorrang auf Kosten des Gewerbes? Ein Thema, das nicht nur im Baselbiet die Gemüter erhitzt. Der Ärger erinnert stark an den Parkplatzstreit in Zürich-Altstetten, über den Blick im April berichtete.

Für den Ausbau von Velorouten sollen dort 240 Parkplätze weichen. Mitte-Nationalrätin Nicole Barandun (58), bis Ende Juni Präsidentin des Gewerbeverbands der Stadt Zürich, mahnte damals im Blick: «Es ist essenziell, genügend Parkplätze zu gewährleisten, besonders für das Gewerbe. Wo sollen Handwerkerinnen und Handwerker zukünftig noch parkieren?»

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