Darum gehts
- In Minneapolis kommt es wiederholt zu Konflikten zwischen ICE und Demonstrierenden
- Um dagegen vorzugehen, nutzen ICE-Beamte unter anderem Tränengas
- Dafür verwendet werden Granatwerfer aus Schweizer Produktion der Firma B&T
Der Widerstand der Bevölkerung in der US-Stadt Minneapolis gegen den dortigen Grosseinsatz der Einwanderungsbehörde ICE ist gross. Tagtäglich kommt es in verschiedenen Stadtteilen und Vororten zu Auseinandersetzungen, die in zwei Fällen tödlich endeten. Die ICE-Beamten setzen dabei regelmässig sogenannte «nicht tödliche» Waffen gegen Demonstrierende ein. Dazu gehören Pfefferspray, Gummischrot oder Tränengas.
Um Letztere abfeuern zu können, braucht es einen entsprechenden Granatwerfer. Laut den «Tamedia»-Zeitungen sollen die ICE-Beamten unter anderem solche Granatwerfer des Schweizer Produzenten B&T mit Sitz in Thun BE verwenden. Das 1991 gegründete Unternehmen wirbt auf seiner US-Seite mit der Bereitstellung von «unkonventionellen Lösungen» – «umgesetzt mit Schweizer Präzision».
ICE zielt auf Gesicht und Kopf
Auf verifiziertem Bild- und Videomaterial ist laut der Zeitung zu erkennen, wie ein maskierter ICE-Beamter mit einem Tränengaswerfer vom Typ GL-06 von B&T ausgerüstet ist und innerhalb von Minuten fünf Schüsse auf Protestierende abfeuert. Dabei soll er aus kurzer Distanz auf Kopfhöhe gezielt haben. Davor warnt der Schweizer Hersteller jedoch ausdrücklich: Es sollten keine Schüsse auf Hals oder Kopf abgegeben werden. Nur dann bleibe das Risiko von schweren Verletzungen beschränkt.
Neben der Produktion in Thun betreibt B&T eine Niederlassung im US-Bundesstaat Florida. Von dort aus wird der US-Markt beliefert, darunter auch das Department of Homeland Security (DHS), dem die ICE-Beamten unterstellt sind. So erhielt die Thuner Firma 2018 vom DHS einen Auftrag für die Lieferung von 329 Granatwerfern.