Zieht die Schweiz nach?
Lindt-Deutschland-Chef senkt die Preise fürs Weihnachtsgeschäft

Schwacher Absatz und Streit mit Detailhändlern. 2026 ist bisher ein schwieriges Jahr für Lindt & Sprüngli – besonders in Deutschland. Jetzt geht der Deutschland-Chef in die Offensive und kündigt fürs Weihnachtsgeschäft Rabatte an. Zieht die Schweiz nach?
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Lindt-Deutschland-Chef Michal Spiller kündigt Preissenkungen fürs Weihnachtsgeschäft an.
Foto: ISABELLA ABEL

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Lindt senkt Preise in Deutschland bis Weihnachten um bis zu 21,5 Prozent
  • Schweiz profitiert erstmal nicht
  • Lindt-Produkte in Deutschland wegen hoher Preise oft unverkäuflich geblieben
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Sven SchumannRedaktor Wirtschaft

Eigentlich gute Nachrichten für Schoggi-Freunde. Spätestens an Weihnachten sollen Pralinés und Schoggi-Samichläuse von Lindt deutlich billiger werden. Mehr als 20 Prozent betragen die Preissenkungen für die beliebten Produkte. Doch es gibt einen Haken: Die angekündigten Vergünstigungen gelten vorerst nur in Deutschland.

«Die gesunkenen Kakaopreise spüren wir erst 2027, aber wir ziehen die Preissenkungen zugunsten der Verbraucher in diesem Jahr vor», verkündete Lindt-Deutschland-Chef Michal Spiller (48) am Freitag in der Bild. Rabatte von bis zu 21,5 Prozent würden laut dem Lindt-Manager bei ausgewählten Produkten auf die Kunden warten. So sollen in Deutschland zum Beispiel diverse Samichläuse künftig umgerechnet nur noch 5,49 statt 6,99 Euro kosten.

Keine Auswirkungen auf die Schweiz

Doch gelten diese Preissenkungen auch in der Schweiz? Blick hat bei Lindt & Sprüngli nachgefragt. Auf die Fragen zu den neu verkündeten Preissenkungen ihres Deutschland-Chefs wollte der Schoggi-Konzern aus Kilchberg ZH aber nicht eingehen. Ein Sprecher verwies lediglich darauf, dass Lindt dieses Jahr bereits die Preise für viele Produkte gesenkt habe.

Tatsächlich sind die Preise für einige Lindt-Produkte seit Ostern gesunken. Connaisseurs Pralinés, Kirschstengeli oder auch der Lindt-Teddy sind seither um bis 20 Prozent günstiger geworden. Und auch verschiedenen Schoggi-Tafeln sind billiger als zu Beginn des Jahres.

Rabattschlacht im Detailhandel

Auch aktuell gibt es in den Supermärkten Lindt-Schoggi zu deutlich reduzierten Preisen. So auch im Coop: Hier finden die Kunden ganze Wühltische mit herabgesetzten Schoggi-Tafel-Multipacks. Dies habe aber nichts mit den Verkaufspreisen von Lindt zu tun. «Die Preissetzung liegt in der alleinigen Hoheit der Schweizer Detailhändler», so der Lindt-Sprecher zu Blick. Und weiter: «Diese legen ihre Verkaufspreise und Promotionen eigenständig fest.»

Dennoch fällt auf: Nachdem die Preise für Lindt-Schoggi lange nur eine Richtung kannten, ist der Zenit fürs Erste erreicht. Das Unternehmen scheint seine Preiserhöhungen nicht mehr so einfach durchsetzen zu können. Die Kaufkraft ist gesunken, die Konsumenten wählerischer.

Probleme in Deutschland

Die Preissenkungen in Deutschland folgen auf eine schwierige Zeit ennet der Grenze. Mehrere deutsche Detailhändler hatten sich dieses Jahr bereits über die hohen Preise beschwert. Selbst mit grossen Rabatten blieben die Produkte Ladenhüter. Ein Hamburger Supermarkt kickte den 200-Gramm-Goldhasen gleich ganz aus dem Sortiment. «Die Kunden schauen auf den Preis, schütteln den Kopf und stellen die Ware zurück. Am Ende bleibe ich auf 30 Prozent sitzen», erklärte der Ladenbesitzer damals.

Mit den Weihnachtsrabatten soll die angespannte Situation wohl besänftigt werden.

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