Darum gehts
- Lindt-Goldhasen bleiben trotz 75 % Rabatt in Schweizer Läden liegen
- Preise für 100-Gramm-Goldhasen stiegen seit 2024 um über 40 Prozent
- Lindt plant Preissenkungen von bis zu 20 % noch 2026 in der Schweiz
Es ist ein herzzerreissender Anblick: Auch mehr als einen Monat nach Ostern warten Unmengen von Lindt-Goldhasen noch immer darauf, gekauft zu werden. Dieses Bild zeigte sich diese Woche in mehreren Denner-Filialen. Selbst die Erhöhung des anfänglichen Nach-Oster-Rabatts von 50 Prozent auf mittlerweile 75 Prozent vermochte nicht dafür zu sorgen, dass sich die Auslagen mit den Goldhasen leerten. Damit ist das Premium-Schoggitier sozusagen das traurige Gegenstück zu den Aromat-Chips von Zweifel, die nach der Lancierung im vergangenen Winter ständig überall ausverkauft waren.
Dass das Kultprodukt von Lindt & Sprüngli zum Ladenhüter mutiert ist, war bereits Mitte April ein grosses Thema in Deutschland – nach den USA der zweitwichtigste Markt von Lindt. Gegenüber der «Lebensmittel Zeitung» beklagten sich Händler der Supermarktketten Rewe und Edeka, die Goldhasen würden «wie Blei in den Regalen liegen». Der Grund für die Zurückhaltung der deutschen Konsumenten liegt auf der Hand: Der Schweizer Schoggi-Riese hat die Preise über die Schmerzgrenze hinaus erhöht.
Goldhase innerhalb eines Jahres 20 Prozent teurer
Auch auf dem Schweizer Markt fielen die Erhöhungen happig aus. Während der 100-Gramm-Goldhase 2025 noch 4.95 Franken kostete, waren es an Ostern heuer 5.95 Franken – eine Erhöhung um 20 Prozent. Noch vor zwei Jahren lag der Preis lediglich bei 4.20 Franken. Das Konsumentenmagazin «K-Tipp» hat kürzlich errechnet, dass das ganze Schokoladensortiment von Lindt & Sprüngli in den vergangenen vier Jahren um 40 Prozent teurer geworden ist.
Wie stark die Verteuerung des Goldhasen den Absatz in der Schweiz beeinträchtigt hat, ist unklar. Obwohl Denner auch kurz vor Pfingsten noch auf einem riesigen Goldhasen-Schatz sitzt, will der Discounter nicht von einem schleppenden Verkauf sprechen – Umsatzzahlen nenne man jedoch nicht, heisst es auf Anfrage von SonntagsBlick. Denner hoffe, dass das Ostersortiment 2027 von günstigeren Preisen profitieren werde – einschliesslich des Lindt-Goldhasen.
Auch in der Schweiz purzeln nun die Preise
Bei der Bilanzmedienkonferenz im März sagte Lindt-Chef Adalbert Lechner (64) noch, für Preissenkungen sei es – trotz des mittlerweile wieder deutlich gesunkenen Kakaopreises – «noch zu früh», erst im nächsten Jahr wirke sich der Kostenrückgang beim Kakao auf die Kalkulation aus.
In der Zwischenzeit ist man bei Lindt aber noch einmal über die Bücher gegangen. Bereits vor drei Wochen wurde bekannt, dass der Konzern aus Kilchberg ZH auf dem deutschen Markt Preise reduziert. Gegenüber SonntagsBlick kündigt eine Lindt-Sprecherin nun erstmals auch Preissenkungen in der Schweiz noch im Jahr 2026 an: «Anpassungen von bis zu 20 Prozent betreffen unter anderem Connaisseurs-Pralinés, Kirschstängeli oder den Lindt-Teddy.» Auch bei diversen Tafelschokoladen werde man die Preise senken.