Wirtschaft zeigt sich robust
Bund erhöht BIP-Prognose für 2026 um fast das Doppelte

Die Ökonomen des Bundes rechnen mit einer deutlich besseren Konjunkturentwicklung als bisher. Für dieses Jahr rechnen sie neu mit einem Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent – im Juni gingen sie noch von 0,9 Prozent aus. Es gibt aber auch Risiken.
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Die Ökonomen des Bundes haben die BIP-Prognose für 2026 von 0,9 auf 1,7 Prozent angehoben.
Foto: michael perricone / swissmem 2025

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Das Seco hebt die BIP-Prognose für 2026 auf 1,7 Prozent an
  • Pharma- und Chemieexporte stützen Wachstum trotz Einbruch im August
  • Schweizer Exporte im August um 17,2 Prozent gesunken
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Michael HotzTeamlead Wirtschafts-Desk

Der Schweizer Wirtschaftsmotor zeigt sich robuster als bisher angenommen: Die Ökonomen des Bundes heben ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum stark an. Neu erwarten sie für 2026 ein BIP-Wachstum von 1,7 Prozent, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) mitteilt. Noch im Juni ging man von 0,9 Prozent aus.

Der Grund für die deutlich bessere Prognose: Zuletzt ist das Bruttoinlandprodukt kräftig gewachsen. Im zweiten Quartal zog das Sportevent-bereinigte BIP um 1,5 Prozent an. In den Jahren einer Fussball-Weltmeisterschaft fällt das Wirtschaftswachstum jeweils höher aus. Für einen besseren Vergleich wird dieser Effekt jeweils aus dem BIP herausgerechnet.

Exporte stützen das BIP-Wachstum

Fast die Hälfte des BIP-Wachstums im zweiten Quartal entfiel auf die Pharma- und Chemiebranche. Diese verzeichnete im letzten Jahresviertel einen Exportboom. Zuletzt sind die Ausfuhren der Branche aber stark eingebrochen. Im August zog sie die Schweizer Gesamtexporte im Vergleich zum Vorjahresmonat um 17,2 Prozent ins Minus. Für das zweite Halbjahr geht die Expertengruppe des Bundes daher von einer gewissen Gegenbewegung aus.

Trotzdem bleibt die Konjunktur grundsätzlich auf Erholungskurs, so der Tenor der Ökonomen. «Insbesondere der Aussenhandel dürfte stärker zum diesjährigen Wachstum beitragen als noch im Juni erwartet. Dafür sprechen die bisher kräftige Entwicklung, das etwas günstigere weltwirtschaftliche Umfeld sowie die jüngste Abwertung des Schweizer Frankens, welche die wechselkursexponierten Bereiche der Exportwirtschaft stützt», heisst es in der Seco-Mitteilung. Der Franken hat zuletzt gegenüber dem Dollar deutlich nachgegeben.

Iran-Krieg bringt grosse Unsicherheit mit sich

Für 2027 rechnen die Volkswirte mit einer weiteren Belebung der Weltnachfrage, was sich positiv auf das Schweizer BIP-Wachstum auswirken dürfte. Für das Sportevent-bereinigte BIP geht man unverändert von einem Wachstum von 1,6 Prozent aus. Am Arbeitsmarkt sind zudem allmählich sinkende Arbeitslosenzahlen zu erwarten. Die Prognose für die Arbeitslosenquote bleibt unverändert. In diesem Jahr soll sie 3,1 Prozent betragen und 2027 dann leicht auf 3 Prozent zurückgehen.

Die Wirtschaft ist derzeit aber von einigen Unsicherheiten geprägt – insbesondere durch den Iran-Krieg. Der Konflikt im Mittleren Osten bleibt «ein wesentliches Risiko für die globalen Konjunkturaussichten», so die Ökonomen. Anhaltend hohe Erdölpreise könnten die Weltkonjunktur erheblich belasten. In der Schweiz ist der Dieselpreis an einigen Tankstellen bereits auf ein Allzeithoch gestiegen.

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