Was bei Schweizer Fluggesellschaften gilt
Piloten von US-Airline dürfen bald keine Bärte mehr tragen – warum?

Die Fluggesellschaft Hawaiian Airlines verbannt Bärte aus dem Cockpit. Auslöser ist die Übernahme durch die Alaska Airlines, die ein striktes Bartverbot kennt. Auch bei der Swiss und bei Edelweiss gibt es spezielle Regeln für Gesichtsbehaarung beim Flugpersonal.
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Bärte sind bei Hawaiian Airlines bald tabu.
Foto: Shutterstock

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Hawaiian Airlines verbietet ab 20. April Bärte bei Piloten
  • Bärte könnten Sauerstoffmaskenfunktion im Notfall behindern
  • Swiss erlaubt Bärte bis 15 Millimeter, Edelweiss bis 10 Millimeter
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Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Die Fluggesellschaft Hawaiian Airlines setzt bei ihren Piloten das Rasiermesser an: Ab 20. April dürfen die Flugkapitäne nur noch glattrasiert zur Arbeit erscheinen. Gesichtsbehaarung ist – abgesehen von einem Schnauzbart – ab kommender Woche tabu. 

Grund für die Änderung ist eine Übernahme durch eine andere in den USA ansässige Fluggesellschaft, wie unter anderem das Portal «Aerotelegraph» berichtet. 2024 kaufte die Alaska Airlines mit Sitz in der US-Stadt Seattle die hawaiianische Airline. Jetzt muss diese auch jegliche Richtlinien zur Uniform und zum Erscheinungsbild von der Mutterfirma übernehmen. Und bei Alaska Airlines herrscht ein striktes Bartverbot. Die Piloten von Hawaiian Airlines genossen bis anhin eine Ausnahmeregelung – aus kulturellen Gründen. Jedoch rät die US-Luftfahrtbehörde klar von Bärten im Cockpit ab. Die grossen Player in den Staaten – United, Delta oder American – verlangen demnach auch schon seit Jahren glattrasierte Gesichter. 

Sind Bärte ein Sicherheitsrisiko?

Die Massnahme dient aber nicht nur der Sicherstellung eines gepflegten Auftritts. Sondern vor allem der Sicherheit. Bärte könnten im Notfall die Funktion von Sauerstoffmasken beeinträchtigen. Diese fallen automatisch aus der Kabinendecke, wenn der Druck in der Kabine plötzlich abnimmt. Ein Bart könnte verhindern, dass die Maske richtig sitzt. Im schlimmsten Fall verliert der Pilot dadurch das Bewusstsein. 

Eine von Air Canada in Auftrag gegebene Studie von 2018 untersuchte genau diese Gefahr – und kam zum Schluss: Weder Stoppeln noch Vollbärte verschlechterten die Sauerstoffzufuhr.

Das gilt bei Swiss und Edelweiss

Sind Bärte bei Schweizer Airlines gestattet? Auf Anfrage schreibt die Swiss: «Piloten und Flugbegleiter dürfen bei uns Bart und/oder Oberlippenbart tragen.» Konkret erlaubt seien ein Oberlippen-, Kurzhaar- oder Spitzbart. Aber auch hier gibt es Einschränkungen: «Diese sind nur zulässig, sofern sie bei jedem Dienst- beziehungsweise Flugantritt maximal 15 Millimeter lang sowie gepflegt, dicht und konturenrasiert sind», so die Lufthansa-Tochter. Damit wolle man einen professionellen und stilvollen Auftritt sicherstellen. 

Bei Edelweiss beträgt die maximale Bartlänge gar nur 10 Millimeter, wie ein Sprecher gegenüber Blick erklärt. Dies begründet die Swiss-Schwester mit Sicherheitsaspekten. Die Vorschriften zum Erscheinungsbild des Airline-Personals sorgt immer wieder für Debatten. 2024 lockerte die Swiss gewisse Regeln. So sind seither gewisse Tattoos erlaubt, die Lippenstiftpflicht für Frauen ist aufgehoben.

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