Darum gehts
- Schweiz bekämpft Telefonbetrug ab 1. Juli mit strengeren Regeln
- Telekomanbieter blockieren verdächtige Anrufe oder kennzeichnen sie als «unbekannt»
- Österreich reduzierte Telefonbetrug durch ähnliche Massnahmen deutlich
Sie geben sich als Verwandte, Mitarbeitende der Polizei oder einer Bank aus und setzen Opfer mit erfundenen Geschichten unter Druck. Immer wieder tappen Schweizerinnen und Schweizer in die Falle der Telefonbetrüger. Ein aktuelles Beispiel: Cyberkriminelle geben sich am Telefon als Mitarbeitende des EWZ (Elektrizitätswerk der Stadt Zürich) aus und kapern dann das Twint-Konto – von wo sie dann Geld überweisen.
Solche Anrufe kommen in der Regel aus dem Ausland, trotzdem erscheint auf unserem Display eine Schweizer Telefonnummer. Das sogenannte Spoofing ist zwar verboten, aber dennoch weit verbreitet. Jetzt geht das Bundesamt für Kommunikation härter dagegen vor, wie die Stiftung für Konsumentenschutz mitteilt.
Weniger Betrugsfälle in Österreich
Ab dem 1. Juli treten neue Massnahmen in Kraft, um den Tätern das Handwerk zu legen. So müssen Schweizer Telekomanbieterinnen in Zukunft solche Anrufe bei Verdacht als «unbekannt» kennzeichnen oder in eindeutigen Fällen ganz blockieren. Seit Anfang Jahr gilt dies für Festnetznummern, ab Juli auch für Handynummern. Letztere werden besonders oft missbraucht. Damit sollen Menschen in der Schweiz besser vor Werbe- und Betrugsanrufen geschützt werden.
Hoffnung besteht auch auf Erfahrungen aus einem unserer Nachbarländer. «Österreich konnte dank dieser Massnahme den Telefonbetrug deutlich reduzieren», erklärt Sara Stalder, Geschäftsleiterin des Konsumentenschutzes. Dieser hat sich für eine Lösung des Spoofing-Problems engagiert. Als Mitnahmeeffekt dürften auch die illegalen Werbeanrufe von ausländischen Callcentern zurückgehen. «Die Konsumenten sind bei einer unbekannten oder ausländischen Nummer viel skeptischer und nehmen den Anruf oft gar nicht an», so Stalder.