Unternehmerin Diana Gutjahr will helfen
Sie macht Angestellten von Pleite-Firma ein Job-Angebot

Der Konkurs der Zeba Tech in Amriswil TG bewegt die Ostschweizer Industrie. Jetzt will die Unternehmerin und SVP-Nationalrätin Diana Gutjahr den 30 Mitarbeitenden helfen – und weist auf den starken Druck in der Industrie hin.
Kommentieren
1/6
Die Zeba Tech in Amriswil TG ist nach 66 Jahren konkurs.
Foto: PD

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die Zeba Tech in Amriswil TG musste Konkurs anmelden, 30 Jobs gingen verloren
  • SVP-Nationalrätin Diana Gutjahr bietet betroffenen Mitarbeitenden Unterstützung und Stellen an
  • LinkedIn-Aufruf von Gutjahr bereits 150-mal geteilt, Politik soll handeln
RMS_Portrait_AUTOR_243.JPG
Michael HotzTeamlead Wirtschafts-Desk

Die Schweizer Metall-Branche leidet. Nicht nur die zwei grossen Konzerne Stahl Gerlafingen und Swiss Steel sind unter Druck, auch die kleinen KMU-Betriebe sind stark gefordert. Teilweise zu stark. So ist vor wenigen Tagen die Zeba Tech aus Amriswil TG konkurs gegangen. 30 Mitarbeitende verlieren auf einen Schlag den Job. Die 66-jährige Firmengeschichte des Thurgauer Metallverarbeiters, spezialisiert auf mechanische Bearbeitung, Zerspanung sowie Schweissarbeiten, endet abrupt. Das Aus löst bei der Konkurrenz Solidarität aus.

So hat die Thurgauer Unternehmerin und SVP-Nationalrätin Diana Gutjahr (42), die selbst mit ihrer Familie in Amriswil lebt, einen Aufruf auf der Plattform LinkedIn veröffentlicht: «Traurige Gewissheit, dass alle Mitarbeiter von Zeba Tech in Amriswil ihren Job verloren haben», schreibt sie darin. Dann macht sie den Angestellten der Zeba Tech ein Angebot: Diese dürfen sich «unkompliziert bei uns melden und bewerben», so Gutjahr, die zusammen mit ihrem Vater Roland Gutjahr (78) und Ehemann Severin Gutjahr-Preisig (44) den Stahl- und Metallbau-Betrieb Ernst Fischer in Romanshorn TG führt.

Weiterer Metallverarbeiter bietet Hilfe an

«Es ist bedauerlich, dass mit Zeba Tech ein weiteres traditionsreiches Industrieunternehmen nach Jahrzehnten vom Markt verschwindet», sagt Gutjahr gegenüber Blick. Darum will sie den Zeba-Tech-Angestellten helfen – wie das auch Joachim With, CEO und Inhaber der Almega aus Weinfelden TG, will. Er hat den Betroffenen ebenfalls angeboten, sich bei ihm zu bewerben. Denn: «Als Unternehmer in der Metall- und Fertigungsbranche weiss ich, wie wichtig sichere Arbeitsplätze, Verlässlichkeit und Perspektiven sind», sagte er kürzlich zu Blick. 

Das weiss auch Gutjahr: «Die Betroffenen haben in einer solch schwierigen Situation oft andere Sorgen und können jede Unterstützung gebrauchen.» Ein Aufruf in den sozialen Medien sei eine einfache und niederschwellige Möglichkeit, um die Mitarbeitenden zu erreichen. Ihr LinkedIn-Post wurde bereits knapp 150-mal geteilt.

Noch hat sich keiner der 30 Angestellten von Zeba Tech bei Ernst Fischer gemeldet. Man stehe mit niemandem in Kontakt, so Gutjahr. Wie viele davon könnte der Romanshorner Betrieb aufnehmen? Eine konkrete Zahl nennt die Verwaltungsratspräsidentin nicht. «Das müssen wir dann individuell anschauen – je nachdem, wie viele und was für Bewerbungen bei uns allenfalls eingehen», sagt Gutjahr.

Forderungen an die Politik

Das Aus der Zeba Tech hat sie bewegt: «Es gibt mir immer zu denken, wenn ein Industriebetrieb Konkurs anmelden muss. Denn ich weiss selber, wie hart es ist, am Markt zu bestehen. Solche Fälle zeigen, wie schwierig die Situation für viele produzierende Betriebe geworden ist», sagt sie. Die Industrie steht seit Jahren unter hohem Wettbewerbsdruck. Die Energie- und Betriebskosten steigen. Gleichzeitig sind Kunden immer weniger bereit, für Produkte made in Switzerland tiefer in die Tasche zu greifen – auch wegen des starken Franken. Die Konkurrenz aus dem Ausland macht den hiesigen Firmen mit ihren tieferen Preisen viele Aufträge streitig.

Deshalb sieht die SVP-Nationalrätin auch die Politik gefordert. «Der Konkurs von Zeba Tech sollte nicht nur Betroffenheit auslösen, sondern auch Anlass sein, über die Zukunft unserer KMU und Industrie nachzudenken.» Man müsse die Rahmenbedingungen für die Betriebe kritisch hinterfragen. Konkret: «Weniger Bürokratie, mehr Eigenverantwortung und eine stärkere Wertschätzung für Unternehmen, die hier Arbeitsplätze schaffen und investieren, wären ein Schritt in die richtige Richtung.» 


Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen