Darum gehts
- Estland gewinnt «Rumavi Relocation Index» für Auswanderer unter 192 Ländern
- Schweiz auf Platz 24 wegen Kosten und Klima, für Unternehmer Platz 3
- Afghanistan Schlusslicht mit 39,5 von 100 Punkten
Wer auswandern will, sucht das Paradies. Ein neues Mega-Ranking von 192 Ländern gibt einen Überblick, welches Land Auswanderern in diesem Jahr alle Sehnsüchte erfüllt. Die Auswertung zeigt überraschend: Nicht Karibik-Traumstrände oder eine Alpenrepublik holen Gold, sondern ein kleines Land im Baltikum.
Der von der Beratungsplattform Rumavi zusammengestellte «Relocation Index» stützt sich auf vier Bereiche: Finanzen und Steuern, Lebensqualität und Gesundheit, Sicherheit und Stabilität sowie Ansiedlung und Chancen. Innerhalb der vier Pfeiler gibt es 24 Kriterien, für die zwischen 0 und 100 Punkte vergeben wurden, darunter zum Beispiel die politische Stabilität, digitale Infrastruktur und die Einkommenssteuer.
Estland erhält die Goldmedaille
Der unerwartete Sieger des diesjährigen Rankings: Estland. Das Land an der Ostsee hat 2026 durch seine ausgezeichnete Bankeninfrastruktur, die guten Chancen für Geschäftsleute und die Eigentumsrechte für Nicht-Staatsbürger überzeugt, so die Studienautoren. Für Familien und Unternehmer sei ein Umzug nach Estland besonders vorteilhaft. Nur wegen seines nicht sonderlich milden Klimas und den hohen Lebenshaltungskosten muss Estland Punkte abgeben.
Die nächsten zwei Plätze in der Rangliste belegen zwei südostasiatische Länder: Singapur schnappt sich Platz zwei, Malaysia landet dieses Jahr auf Platz drei. Letzteres soll für Rentnerinnen und Rentner sowie für digitale Nomaden das beste Land sein, Singapur dafür für Unternehmer und für jene, die in einem besonders steuerfreundlichen Land leben wollen.
Man kann das Ranking auch seinem Lebensstil anpassen. Je nachdem, ob man Rentner, digitaler Nomade oder Unternehmerin ist, ob man mit der Familie umzieht oder ob man einen möglichst niedrigen Steuersatz haben will, bietet die Beratungsplattform eine massgeschneiderte Liste mit spezieller Gewichtung von Themen.
Wetter spielt gegen die Schweiz
Die Schweiz liegt weltweit im Ranking auf Platz 24. Kalte, graue Winter und sehr hohe Lebenshaltungskosten sorgen für Abstriche bei der Gesamtpunktzahl. Besonders für Rentner und digitale Nomaden schneidet die Schweiz schlecht ab. Bei der Steuerfreundlichkeit klettert die Eidgenossenschaft aber die Liste hoch — sie belegt hier den 7. Platz. Für Unternehmer erhält die Schweiz sogar den Bronze-Platz auf dem Podest. Man könne in der Schweiz hervorragend geschäften, die Finanzinfrastruktur sei top.
Ein Blick noch auf die rote Laterne des Rankings: Afghanistan mit 39,5 Punkten, Jemen mit 41,4 Punkten und Südsudan mit 42,3 Punkten. Die drei Länder punkten in keiner Kategorie hoch, besonders die Bereiche der Sicherheit und Stabilität drücken auf das Resultat. Das wundert wohl kaum jemanden.