Darum gehts
- Der Wasserpark «California» in Balerna TI schloss am 17. September 2026
- 32 Mitarbeitende fordern ausstehende Löhne, Gewerkschaft OCST unterstützt sie
- Abonnenten planen Sitzstreik am 22. September als Solidaritätsaktion
Der Wasser- und Fitnesspark «California» in Balerna TI ist Geschichte! Für die Besucherinnen und Besucher kommt die plötzliche Schliessung unerwartet.
Letzten Donnerstag standen die Gäste auf einmal vor verschlossenen Türen, wie der «Corriere del Ticino» berichtet. Auf einem Zettel am Eingang hiess es: «Der Betrieb ist derzeit eingestellt. Wir suchen nach der besten Möglichkeit zur Wiedereröffnung.» Auch auf der Website ploppt ein entsprechender Hinweis auf.
Betreiber des Parks ist die Vitafitness SA. Das Konkursamt Mendrisio TI hat über die Firma vorläufig den Konkurs eröffnet. Ob die Gäste mit Bade- und Fitnessabonnements und die Angestellten ihr Geld zurückerhalten, bleibt derzeit ungewiss.
Angestellte fordern Löhne ein
«Die Mitarbeitenden haben schon seit mehreren Monaten keine Löhne mehr erhalten», sagt Giorgio Fonio (42), Mitte-Nationalrat aus dem Tessin. Er ist auch Regionalsekretär der Gewerkschaft Organizzazione Cristiana Sociale Ticinese (OCST). Die Gewerkschaft will den Angestellten nun helfen, an das ausstehende Geld zu kommen. Wie hoch die Forderungen ausfallen, kann Fonio noch nicht beziffern, da noch nicht alle Informationen vorliegen.
Insgesamt sind 32 Mitarbeitende betroffen – viele von ihnen arbeiten seit mehreren Jahren für den Aqua- und Fitnesspark. «Viele haben trotz der fehlenden Lohnzahlungen nicht mit dem Aus gerechnet», so Fonio weiter gegenüber Blick. «Einige wissen nun nicht mehr, wie sie ihre Rechnungen bezahlen sollen.» Als das Kantonsamt den Betrieb schloss, waren sogar einige Angestellte vor Ort.
Abonnenten solidarisieren sich
Für den 22. September ist nun ein Sitzstreik geplant. Es sind jedoch nicht die Angestellten, die sich gegen die Schliessung wehren – sondern die Abonnenten. Einige von ihnen hatten erst wenige Tage vor der Konkurseröffnung ihr Fitnessabo verlängert. Eine betroffene Familie hatte beispielsweise ein Abonnement für einen Kinderschwimmkurs abgeschlossen. In der Region wurde der Wasserpark von mehreren umliegenden Gemeinden unter anderem für den Schulschwimmunterricht genutzt.
Mit dem Sitzstreik wollen sich die Besucher nun solidarisieren – und den Angestellten zeigen, dass sie nicht alleine sind. «Wir fordern keine Wiedereröffnung», stellen die Organisatoren des Streiks gegenüber der Tessiner Zeitung klar. «Wir wollen lediglich unsere Trauer zum Ausdruck bringen.» Sie nennen die Aktion auch einen «Liebesbeweis für einen Ort, der uns so viel bedeutet hat».
Auch Nationalrat Fonio hält eine Wiedereröffnung momentan für unrealistisch: «Unsere Priorität ist es deshalb, den Angestellten zu helfen.» Bei einem Konkurs werden die Forderungen der Mitarbeitenden vor denjenigen der Abonnenten berücksichtigt.