Darum gehts
- Swatch fordert 170 Millionen Dollar von Samsung wegen Markenrechtsverletzungen bei Smartwatches
- Samsung wurde 2022 in London wegen Markenrechtsverletzung verurteilt
- 26 Apps ahmen Designs von Omega, Tissot und Breguet nach
Gerichtseklat in London! Swatch will 170 Millionen Dollar (rund 137 Millionen Franken) von Tech-Gigant Samsung, wie die «Financial Times» berichtet. Der Grund – Samsung soll es zugelassen haben, dass die Smartwatches des Techriesen in digitale Klone der Schweizer Luxusuhren verwandelt wurden. Swatch-Chef Nick Hayeks (71) Anwalt sieht rot: Es sei eine «gross angelegte Aneignung».
Was soll Samsung sich genau angeeignet haben? Man konnte eine Zeit lang mit einer Smartwatch herumlaufen, deren Bildschirm so aussah wie eine Uhr der Prestigemarken Omega, Tissot und Breguet, sagt Swatch. 26 verschiedene Apps hätten die Zifferblätter von Prestigemarken im digitalen Format nachgeahmt. Fest steht: Samsung wurde deswegen schon 2022 in London wegen Markenrechtsverletzung an Swatch verurteilt.
Samsung streitet ab
Auch wenn ein Drittanbieter die Software entwickelt, ist Samsung trotzdem haftbar. Sie kontrollieren ja, welche Apps auf die Smartwatches kommen. Samsung streitet aber ab, dass sie Swatch dafür Schadenersatz zahlen müssten: Der koreanische Techkonzern erklärt, die Schadenersatzwünsche von Hayeks Swatch seien «realitätsfern», so die «Financial Times».
In London läuft nun der Prozess dazu, wie viel Swatch an Schadenersatz bekommt. Es wird nicht der letzte Prozess zu diesem Thema sein, auch in den USA wurden Verfahren eingeleitet. Woran bemessen sich die 170 Millionen Dollar? Es soll den Wert darstellen, den Swatch für eine Lizenz für die digitale Nutzung seiner Marken verlangen könnte.
Samsung bestreitet das vehement: Sie hätten nur wenige Hundert Dollar mit den Apps eingenommen und hätten sie sofort entfernt, sobald das Problem angesprochen wurde. Der Anwalt des Tech-Schwergewichts sieht die hohe Forderung nicht ein: «In jeder Hinsicht ist der Schaden minimal», zitiert die «Financial Times» Samsung-Anwalt Daniel Alexander.