Darum gehts
- Die beliebte Stützliwösch an der Zürcher Hohlstrasse schliesst Ende April 2026
- SBB planen Abriss der Anlage für siebenstöckigen Neubau
- Weit über 1000 Fahrzeuge pro Woche nutzten die Waschanlage regelmässig
Die Firma Autop und Stützliwösch AG kennt man in den Kantonen Zürich und Aargau. Wenn nicht vom Namen, dann vom Logo: Die eingeseifte rote Knutschkugel mit den gelben Sternen dürfte jedem schon einmal begegnet sein. Die zehn Stützliwösch-Waschanlagen beim Zürcher Einkaufszentrum Letzipark sind bei Autofans, die den automatisierten Autop-Waschstrassen nicht ganz trauen und ihr Baby lieber von Hand reinigen, besonders beliebt. Gut zu erreichen, 24 Stunden am Tag geöffnet, und erst noch günstiger. Doch in zwei Monaten ist damit Schluss – der Standort muss per Ende April schliessen.
Die SBB – Eigentümerin des 1100 Quadratmeter grossen Grundstücks – wollen die Anlage abreissen und auf dem Areal einen siebenstöckigen Neubau hochziehen. In Planung ist dies schon länger. Ursprünglich sollte die Stützliwösch bereits im April 2025 weichen. Doch beim geplanten Bauprojekt kam es zu einer «Terminverschiebung», wie die SBB gegenüber der «Limmattaler Zeitung» angeben. Der Baustart ist jetzt für Mitte 2026 geplant. Im neuen Gewerbehaus sollen KMU und Start-ups einziehen, aber keine Autowäsche mehr.
«Schade, dass es jetzt endet»
Janine Meyerstein (48), Geschäftsführerin der Autop & Stützliwösch AG, hatte für den Standort beim Letzipark einen befristeten Mietvertrag mit den SBB – dieser endet nun definitiv. Gegenüber Blick sagt die Zürcherin: «Es ist schade, dass es jetzt endet. Viele unserer Stammkunden haben die Neuigkeit noch gar nicht mitbekommen.» Ab dem heutigen Samstag werden bei der Anlage Tafeln mit der Ankündigung angebracht. Danach werden die Reaktionen nicht lange auf sich warten lassen, vermutet Meyerstein. «Die Stützliwösch beim Letzipark ist für viele Kult – und ein zentraler Ort der Autoszene», so Meyerstein. «Autofans kommen teils von weit her, um hier ihr Auto zu waschen.»
Zurzeit ist die Unternehmenschefin auf der Suche nach einem Ersatzstandort für die Waschplätze. Im Idealfall erreicht auch die neue Lokalität das hohe Kundenaufkommen von weit über 1000 Fahrzeugen pro Woche. Doch die Suche gestaltet sich schwierig. Trotzdem ist für Meyerstein klar: «Wir werden die Autofahrer nicht im Stich lassen.» Einen neuen Stützliwösch-Standort soll es definitiv geben.
Neue Anlage soll für Autofahrer einfach zugänglich sein
«In der Stadt selbst gibt es aber zurzeit keine Alternativen», so ihre ernüchternde Bilanz nach langer Suche. Denn eine neue Stützliwösch-Anlage muss gewisse Anforderungen erfüllen: «Wir suchen einen Standort mit guter Sichtbarkeit und grosser Fläche, der in die Nachbarschaft passt und langjährig betrieben werden kann», erklärt Meyerstein.
Auch der neue Standort soll 24 Stunden und sieben Tage die Woche geöffnet sein. Die geplanten Öffnungszeiten seien eine weitere Hürde – nicht überall wird ein solches Vorhaben bewilligt. Hinzu kommt: «Wir wollen keinen Standort, der für Autofahrer nur schwer zu erreichen ist.» Und in der links-grünen Stadt, die den Fuss- und Veloverkehr auf Kosten des Autos fördern möchte, dürfte dies keine leichte Aufgabe werden.