Sohn von Bernard Arnault
Das ist der junge Kronprinz des Luxusgüter-Riesen LVMH

Jean Arnault überzeugt mit seiner Arbeit in der Schweizer Uhrenindustrie. Damit empfiehlt sich der Sprössling des LVMH-Patrons für höhere Aufgaben im Luxusgüter-Konzern seines Vaters.
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Kronprinz eines Milliardenimperiums: Jean Arnault mit seiner Freundin Zita d'Hauteville (rechts) und seiner Schwägerin Natalia Vodianova an einer Modeschau.
Foto: Imago

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Marcel Speiser
Handelszeitung

Das Video, das Jean Arnault vor wenigen Tagen auf Instagram gepostet hat, spricht Bände. Man sieht einen jungen Mann im edlen dunkelblauen Pullover – ihn selbst –, wie er zusammen mit einem älteren Herrn, Typ Künstler, durch eine saftig grüne Landschaft lustwandelt. Die beiden diskutieren angeregt – über Uhren.

Arnault ist mit Denis Flageollet, dem kreativen Kopf der Uhrenmarke De Bethune, unterwegs. Er hat diesen heimlichen Superstar der helvetischen Horlogerie für ein gemeinsames Projekt mit der Uhrensparte von Louis Vuitton gewonnen – sehr zur Freude seines Vaters Bernard Arnault, Chef des weltgrössten Luxusgüterkonzerns. Für ihn könnte sein jüngster Sohn Jean – er ist erst 27 Jahre alt – der Schlüssel dafür sein, den Rückstand auf die Konkurrenz im Uhrengeschäft (siehe Grafik) wettzumachen.

Mit seiner Leidenschaft für mechanische Uhren empfiehlt sich Jean Arnault wiederum für immer höhere Weihen im Imperium des Vaters, der vor einiger Zeit damit angefangen hat, die Eignung seines Nachwuchses für seine Nachfolge zu testen. Und weil Bernard die Führung noch möglichst lange selbst in Händen halten will, könnte just Jeans Jugendlichkeit zur grossen Stärke werden.

Nachfolger der Legende Jean-Claude Biver

Der jüngste Arnault ist noch keine fünf Jahre im Familienkonzern aktiv – und hat bereits tiefere Spuren hinterlassen als seine vier Geschwister. Deshalb wird ihm im kommenden Juni die Verantwortung für die ganze Uhrensparte von LVMH übertragen. Kommuniziert wurde das bislang nicht, aber die Spatzen pfeifen es längst von allen Dächern.

Artikel aus der «Handelszeitung»

Dieser Artikel wurde erstmals im Angebot von handelszeitung.ch veröffentlicht. Weitere spannende Artikel findest du unter www.handelszeitung.ch.

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Jean Arnault tritt damit in grosse Fussstapfen: Die firmenübergreifende Funktion, die neben den grossen Marken Louis Vuitton, Zenith, Hublot und TAG Heuer auch Spezialisten wie die Fabrique du Temps und weitere Hersteller von Werken und Uhrenkomponenten einschliesst, wurde auch schon von der Schweizer Branchenlegende Jean-Claude Biver und zuletzt von Stéphane Bianchi bekleidet. Bianchi ist mittlerweile zur Nummer zwei im Konzern und zum engen Berater Bernard Arnaults aufgestiegen. Jean wird den Posten ähnlich wie Bianchi nutzen wollen – und können. Denn alles, was er bislang angefasst hat, funktioniert.

Der erste Streich gelang Jean Arnault bei Louis Vuitton. Kaum war er bei der Multimilliardenmarke als Marketing- und Entwicklungsleiter eingestiegen, schmiss er die mittelmässigen Quarzuhren, die Louis Vuitton als blosse Ergänzung zu Lederwaren und Mode führte, aus dem Programm und wagte den radikalen Neustart mit mechanischen Uhren von hoher technischer Raffinesse. Ergebnis: Der Umsatz verdreifachte sich gemäss Schätzungen von Morgan Stanley und Luxeconsult auf zuletzt knapp 170 Millionen Franken. Louis Vuitton mag in der Uhrenindustrie nach wie vor klein sein, wird aber wieder ernst genommen. Jean Arnaults Vater nahm es mit Genugtuung zur Kenntnis.

Vor zwei Jahren dann startete Jean den «LVMH Watch Prize», der vor kurzem zum zweiten Mal verliehen wurde. Der Preis wird vergeben, um eine neue Generation von kreativen und unabhängigen Uhrmachern zu fördern – ähnlich dem, den seine Halbschwester Delphine Arnault für junge Modedesigner ausrichtet. Mit dem Wettbewerb frönt Jean Arnault seiner Leidenschaft – und vertieft sein bereits weitreichendes Beziehungsnetz in der Horlogerie. Besonders erwünschter Nebeneffekt: Die Arnaults, die von den Granden der Schweizer Uhrenindustrie, insbesondere von jenen in Genf, eher als Eindringlinge denn als adäquate Mitspieler angesehen werden, etablierten sich weiter in der Horlogerie.

Der netzwerkende Connaisseur

Zudem revitalisierte der junge Arnault die zwei Uhrenmarken Gerald Genta und Daniel Roth, die jahrelang im Portfolio der LVMH-Schmuckperle Bulgari schlummerten, ohne dass jemand damit etwas anzufangen wusste. Im letzten November gewann er mit beiden Marken Preise am Grand Prix d’Horlogerie de Genève, den Schweizer Uhren-Oscars. Und er holte sich mit der Übernahme der Marke L’Epée 1839 spezialisiertes mechanisches Know-how ins Haus, das es sonst kaum mehr gibt.

Doch Jean Arnault gibt nicht bloss den passionierten Connaisseur mit dem guten Händchen. Wie das Onlineportal La Lettre schreibt, nimmt er ganz konsequent jeden Montagnachmittag an der wichtigsten Sitzung von Louis Vuitton teil. Dort wird sein Vater über jedes Detail bei der wichtigsten Konzernmarke informiert – von den Männern seines Vertrauens. Und Jean wird ins Machtgefüge des Konzerns integriert.

Noch steht Jean Arnaults Meisterprüfung aus: der Turnaround bei den grossen Uhrenmarken Hublot, TAG Heuer und Zenith. Besteht er diese so bravourös wie die bisherigen Examen, dürfte er als Kronprinz gesetzt sein.

LVMH – der Luxusgigant

75 Marken: LVMH ist der mit Abstand grösste Luxuskonzern der Welt. Knapp 81 Milliarden Euro setzte er 2025 mit 75 Marken um. Zum Vergleich: Der ebenfalls aus Frankreich stammende Rivale Kering bringt bloss knapp 15 Milliarden Euro auf die Waage. Und die Schweizer Firma Richemont gut 21 Milliarden Euro. LVMH ist also mehr als doppelt so gross wie die folgenden zwei Konkurrenten zusammen.

Lahmende Aktie: An der Börse ist LVMH seit einiger Zeit unbeliebt. Dieses Jahr steht der Titel mehr als 25 Prozent im Minus; der Konzern erwischte den schlechtesten Jahresstart in der Firmengeschichte. Der Grund ist die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Krieg am Persischen Golf. Doch auch in den vergangenen fünf Jahren resultierte an der Börse ein Minus von rund einem Fünftel.

Riesen und Winzlinge: Die grösste der LVMH-Marken ist das Mode- und Lederwaren-Powerhouse Louis Vuitton. Ebenfalls relevant und gross sind Dior, Fendi oder Loewe. Unter dem Dach von LVMH gibt es aber Kleinstfirmen wie die kürzlich übernommene Schweizer Manufaktur von Uhrenautomaten, L’Epée 1839, und die Parfümmarke Francis Kurkdjian.

Bei Uhren im Hintertreffen: Eine kleine Nummer ist LVMH in der Uhrenindustrie. Die beiden grössten Marken – Hublot und TAG Heuer – sind zuletzt geschrumpft, einzig Bulgari ist im Aufwärtstrend. Laut unbestätigten Gerüchten könnte LVMH die traditionsreiche Marke Zenith zum Verkauf anbieten. LVMH ist in der Branche hinter Rolex, Richemont, der Swatch Group, Patek Philippe und Audemars Piguet die Nummer sechs.

75 Marken: LVMH ist der mit Abstand grösste Luxuskonzern der Welt. Knapp 81 Milliarden Euro setzte er 2025 mit 75 Marken um. Zum Vergleich: Der ebenfalls aus Frankreich stammende Rivale Kering bringt bloss knapp 15 Milliarden Euro auf die Waage. Und die Schweizer Firma Richemont gut 21 Milliarden Euro. LVMH ist also mehr als doppelt so gross wie die folgenden zwei Konkurrenten zusammen.

Lahmende Aktie: An der Börse ist LVMH seit einiger Zeit unbeliebt. Dieses Jahr steht der Titel mehr als 25 Prozent im Minus; der Konzern erwischte den schlechtesten Jahresstart in der Firmengeschichte. Der Grund ist die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Krieg am Persischen Golf. Doch auch in den vergangenen fünf Jahren resultierte an der Börse ein Minus von rund einem Fünftel.

Riesen und Winzlinge: Die grösste der LVMH-Marken ist das Mode- und Lederwaren-Powerhouse Louis Vuitton. Ebenfalls relevant und gross sind Dior, Fendi oder Loewe. Unter dem Dach von LVMH gibt es aber Kleinstfirmen wie die kürzlich übernommene Schweizer Manufaktur von Uhrenautomaten, L’Epée 1839, und die Parfümmarke Francis Kurkdjian.

Bei Uhren im Hintertreffen: Eine kleine Nummer ist LVMH in der Uhrenindustrie. Die beiden grössten Marken – Hublot und TAG Heuer – sind zuletzt geschrumpft, einzig Bulgari ist im Aufwärtstrend. Laut unbestätigten Gerüchten könnte LVMH die traditionsreiche Marke Zenith zum Verkauf anbieten. LVMH ist in der Branche hinter Rolex, Richemont, der Swatch Group, Patek Philippe und Audemars Piguet die Nummer sechs.

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