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SBB schliessen WC an Glarner Bahnhof – Ausflügler hässig

Wer am Bahnhof Linthal auf den Bus umsteigt, kann nicht mehr aufs WC. Die SBB haben die Toiletten geschlossen. Das passt vielen Reisenden gar nicht. Sie müssen die lange Fahrt über den Klausenpass mit voller Blase antreten. Und lassen den Frust an den Chauffeuren aus.
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Die SBB haben am Bahnhof Linthal GL die Toiletten geschlossen.
Foto: PD

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • SBB schliesst WC am Bahnhof Linthal, Reisende ohne Toilette vor langer Busfahrt
  • Nächstes WC 500 Meter entfernt, Buspassagiere beschimpfen Chauffeure wegen fehlender Toiletten
  • SBB begründen Schliessung mit zu geringen Reisendenzahlen und hohen Betriebskosten
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Wer mit dem Bus von Linthal GL über den Klausen fährt, sollte vorher besser noch einmal aufs WC. Die kurvenreiche Fahrt nach Altdorf ist fast 50 Kilometer lang und dauert zwei Stunden. Mit voller Blase wird das zur Tortur. Denn in den Bussen gibts kein WC. Umso blöder ist es, dass die SBB jetzt am Bahnhof Linthal die Toiletten geschlossen haben, wie die «Glarner Nachrichten» berichten. Ausgerechnet am Bahnhof, wo die Ausflügler vom Zug auf den Bus umsteigen.

Das nächste öffentliche WC in Linthal ist an der Station der Braunwaldbahn – die ist aber 500 Meter entfernt. Da verpasst man den Bus. «Das ist schon mehrmals vorgekommen», sagt André Walker, Leiter Betrieb und Technik der Auto AG Uri, den «Glarner Nachrichten». Teilweise müsse sogar auf der Klausen-Passhöhe länger gehalten werden, damit Fahrgäste ihre Notdurft verrichten können. Im Fahrplan der Buslinie 408 vorgesehen sind solche Pinkelpausen nicht.

Buschauffeure werden beschimpft

Den Frust der Ausflügler mit Druck auf der Leitung bekommen auch die Buschauffeure ab. Fahrgäste würden wütend einsteigen und das Personal mit «unschönen Aussagen» eindecken, erzählt Walker. Einige Fahrer zeigen deshalb Herz und lassen Reisende ausnahmsweise das WC in ihrem Aufenthaltsraum benutzen. Eigentlich ist dieses aber nicht für Passagiere bestimmt. Der Busbetreiber hat das Gespräch mit den SBB gesucht.

Doch die SBB bleiben hart, das WC am Bahnhof geschlossen. Warum eigentlich? «Das öffentliche WC war eine ältere Anlage, die nicht mehr den Anforderungen an einen zeitgemässen und dauerhaft verlässlichen Betrieb entsprach», sagt eine SBB-Sprecherin zu Blick. Die SBB hätten deshalb entschieden, die Anlage definitiv ausser Betrieb zu nehmen.

Die Sprecherin ergänzt: «Uns ist bewusst, dass dies insbesondere für Reisende, die in Linthal auf die saisonale Busverbindung über den Klausenpass umsteigen, eine Unannehmlichkeit darstellen kann.» Sie betont aber, dass die SBB die Kundentoiletten selbst finanzieren würden. Und dass «das Angebot im Interesse eines verantwortungsvollen Mitteleinsatzes standortbezogen nach dem erwarteten Kundenbedarf ausgerichtet» werde. Heisst konkret: Für ein neues WC gibts am Bahnhof am Fusse des Klausenpasses schlicht zu wenig Reisende.

Reklamationen auch im Thurgau und in Uri

Schweizer Bahnhöfe und ihre Toiletten sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Etwa in Altdorf, wo die Busfahrt ab Linthal endet. Im Urner Hauptort wurde der Bahnhof zwar für stolze 110 Millionen Franken umgebaut – es gibt seither aber nur noch eine Toilette. Männer, Frauen, Personen mit Behinderung und Kinder, die einen Wickeltisch brauchen, teilen sich eine einzige öffentliche Toilette. Und die kostet erst noch. Mit Münz bezahlen geht aber nicht. Das nervt Einheimische wie Touristinnen und Touristen.

Noch blöder dran ist, wer in Müllheim-Wigoltingen TG schnell aufs Häuschen muss. Dort gibts gar keine Toilette. Der Bahnhof an der Strecke von Romanshorn TG nach Winterthur ZH wird derzeit zwar für 16 Millionen Franken umgebaut. Ein WC gibts aber auch künftig keines. Der Bahnhof werde umgebaut, damit er den Vorgaben aus dem Behindertengleichstellungsgesetz entspricht, heisst es bei den SBB. Für den Bau eines WCs gebe es keinen gesetzlichen Auftrag.

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