Darum gehts
- Primark scheitert in Genf: Balexert lehnt Billigmode-Kette klar ab
- Balexert will Uniqlo statt Primark: Qualität vor Billigware
- Primark weltweit: 500 Filialen, 10 Milliarden Franken Jahresumsatz
Der irische Billigmode-Riese Primark will unbedingt in die Schweiz – und blitzt ab. Ausgerechnet im zweitgrössten Einkaufszentrum des Landes, dem Centre Balexert in Genf, kassierte der Konzern eine klare Absage, wie die «Tribune de Genève» schreibt. Primark betreibt fast 500 Filialen weltweit und setzt jährlich 10 Milliarden Franken um. Das Geschäftsmodell des Giganten ist simpel: ultragünstige Mode, schnelle Kollektionen und günstige Produktion in Asien.
Genau deswegen hat Balexert-Direktor Ivan Haralambof (63) Primark einen Korb gegeben. Er nimmt im Interview mit der Genfer Zeitung kein Blatt vor den Mund: «Diese Art von Geschäften entspricht nicht den Qualitätsstandards von Balexert.» Billigmode bringe zwar Frequenz, könne das Center aber langfristig abwerten. Damit ist Primark in der Schweiz weiterhin nicht präsent.
Kommt Uniqlo zum Handkuss?
Viele der bestehenden Mieter im Balexert – 140 an der Zahl – dürften aufgeatmet haben, weil der Gigant wegbleibt. Mit Zara und C&A zählt das Center, das der Migros Genf gehört, zwei etablierte Modeketten zu seinen Zugpferden.
Direktor Haralambof hat andere Pläne. Er will einen Laden der gehypten Modekette Uniqlo. Die Japaner, die seit Jahren auf Roger Federer als Markenbotschafter zählen, wachsen in Europa gerade enorm. «Europa wird für uns in den nächsten fünf bis zehn Jahren der Markt mit dem höchsten Wachstum sein», sagte Uniqlo-Europa-Chef Taku Morikawa (50) kürzlich. Hinter Branchenleader H&M und dem spanischen Moderiesen Inditex mit Zara ist der Mutterkonzern von Uniqlo in den letzten Jahren zur globalen Nummer drei avanciert. Den Schweizer Markteintritt hat die japanische Kette bisher aber nicht vollzogen.
Primark steht seit Jahren wegen Fast Fashion, Umweltbelastung und den Arbeitsbedingungen in der Kritik. Der Konzern gehört zum britischen Nahrungs- und Detailhandelsriesen Associated British Foods.