«Sie erkennen 1. Klasse am roten Kissen mit weisser 1»
Mit idiotensicherer Durchsage gehen SBB gegen Falschsitzer vor

Immer wieder treffen SBB-Kontrolleure auf Passagiere, die fälschlicherweise in der 1. Klasse sitzen. Ein Lokführer greift nun zu einer kreativen Massnahme, um das möglichst zu verhindern.
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In die 1. Klasse der SBB ...
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • SBB-Lokführer erklärt Touristen auf Strecke Zürich–Bern genau den Unterschied zwischen 1. und 2. Klasse
  • Ansage auf Deutsch und Englisch: «Rotes Kissen mit weisser eins»
  • Die SBB erheben keine Daten zu Falschsitzern
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Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Wer in den Auslandferien mit dem Zug unterwegs ist, kennt die Situation: Nicht vertraut mit dem dortigen ÖV-System steigt man in letzter Minute ein, ist froh, überhaupt die richtige Verbindung erwischt zu haben – und sitzt möglicherweise in der falschen Reiseklasse.

Solche «Falschsitzer» treffen auch die Kontrolleure der SBB regelmässig an. Oft handelt es sich um Touristen und Touristinnen, die angeben, den Unterschied zwischen 1. und 2. Klasse nicht zu kennen. Für das Zugpersonal bedeutet das zusätzliche Erklärungsarbeit – und wohl auch regelmässige Diskussionen über den fälligen Aufpreis beim Sitzenbleiben.

Ein SBB-Lokführer auf der Strecke von Zürich nach Bern wählte jüngst einen originellen Ansatz, um die Falschsitzer zurechtzuweisen, wie das Portal nau.ch berichtet. «Liebe Passagiere, wir erinnern Sie daran, dass die Wagen eins, zwei und drei 1.-Klasse-Wagen sind», sagt er auf Deutsch und Englisch. Dann folgt der Zusatz, der das Ganze idiotensicher machen soll: «Sie erkennen sie am roten Kissen mit einer weissen Eins drauf. Wenn Sie absitzen, benötigen Sie ein Ticket der ersten Klasse.» 

Zugpersonal entscheidet, wann Durchsage nötig wird

Die Durchsage sei eine Ausnahme, erklärt eine SBB-Sprecherin auf Anfrage von Blick. «Ob eine entsprechende Information durchgegeben wird, liegt im Ermessen des Zugpersonals und hängt von der jeweiligen Situation ab.» Sie kommt beispielsweise dann zum Einsatz, wenn der Zug stark ausgelastet ist oder sich besonders viele Passagiere in die falsche Klasse verirrt haben. Auf welchen Strecken das besonders häufig vorkommt, kann die Sprecherin nicht sagen. «Die SBB erheben keine spezifischen Daten zur Zahl von Reisenden, die versehentlich in der falschen Klasse Platz nehmen.»

Dass die Durchsage aber ausgerechnet auf der Strecke Zürich–Bern ertönte, dürfte kein Zufall sein. Schon 2024 sorgte dort eine ähnliche Ansage für Aufsehen. Auch sie richtete sich vor allem an Touristen – und ihre Gepäckmassen: «Wir bitten Sie, Gepäckstücke von den Sitzen zu nehmen und die Sitzplätze für Reisende freizugeben», hiess es damals in einem Intercity. Aufhorchen liess der Folgesatz: «Personen, die Plätze mit ihren Taschen blockieren, müssen die Hälfte eines Ticketpreises bezahlen.» Die SBB bestätigten die Regel damals gegenüber «20 Minuten». Das Belegen eines Sitzplatzes mit Gepäck erfordere gemäss Tarifbestimmungen ein reduziertes Billett. Das Zugpersonal setze diese Vorschrift allerdings «mit Augenmass» durch.

Die Kofferflut der Touristen beschäftigte im vergangenen Sommer auch die SBB-Tochter Zentralbahn (ZB): Sie sah sich aufgrund des starken Anstiegs von Einzelreisenden aus Asien und ihren Koffern gezwungen, ganze Viererabteile spontan zu Gepäckablagen umzubauen. Zum Ärger mancher einheimischer Pendler, die über weniger Sitzplätze klagten.

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