Seit über vier Jahren
Russischer Aeroflot-Airbus vergammelt auf Schweizer Flughafen

Seit Februar 2022 sitzt ein russischer Airbus A321 in Genf fest. Nach 1700 Tagen Stillstand ist der Jet flugunfähig. Parkgebühren in Millionenhöhe türmen sich – und an Bord stinkt es nach altem Essen. Was passiert mit dem gestrandeten Aeroflot-Flugzeug?
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Seit dem 27. Februar 2022 steht der Airbus A321 der Aeroflot in Genf.
Foto: Zvg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Aeroflot-Airbus seit 1700 Tagen am Flughafen Genf abgestellt
  • 1,6 Millionen Franken Parkgebühren seit Februar 2022 angefallen
  • 30'000 Franken monatliche Kosten für den nicht flugtauglichen Jet
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Er kam aus Moskau, landete in Genf – und hob nie wieder ab. Seit mehr als viereinhalb Jahren steht ein Airbus A321 der russischen Fluggesellschaft Aeroflot auf dem Flughafen Genf. Inzwischen ist der Jet in einem erbärmlichen Zustand. Sogar das Essen vom Februar 2022 soll noch an Bord sein, wie das Aviatikportal Aerotelegraph berichtet.

Der Airbus mit der Kennung VP-BOE landete am 27. Februar 2022 in Genf. Eigentlich sollte er nur eine Stunde später nach Moskau zurückfliegen. Doch nach dem russischen Angriff auf die Ukraine überstürzten sich die Ereignisse. Immer mehr europäische Länder schlossen ihren Luftraum für russische Flugzeuge. Der Jet rollte bereits Richtung Startbahn, da machte auch Italien dicht. Passagiere und Crew mussten aussteigen.

Seither steht der Airbus in Genf – mittlerweile seit fast 1700 Tagen. Und offenbar wurde er praktisch so zurückgelassen, wie er damals war. Die Tanks seien noch immer mit Kerosin gefüllt, berichtete kürzlich «Le Temps». Weil die damaligen Bordmahlzeiten noch immer im Flugzeug liegen, soll es im Innern entsprechend nach verfaultem Essen stinken. Auch Nagetiere haben sich offenbar eingenistet.

1,6 Millionen Franken Parkgebühren

Einfach so starten und losfliegen könnte die Maschine in diesem Zustand nicht mehr: Der Airbus wurde über Jahre auch nicht gewartet. Triebwerke und andere empfindliche Teile sind nicht einmal zugedeckt. Die Elektronik gilt inzwischen als veraltet, zudem soll es Risse an der Struktur geben. Für das Bundesamt für Zivilluftfahrt ist klar: Der Jet ist derzeit nicht flugtauglich.

Eine Wiederbelebung dürfte ein Vermögen kosten. Unter anderem müssten Triebwerke, Räder und praktisch sämtliche elektronischen Systeme ersetzt werden. Experten am Flughafen rechnen deshalb damit, dass der A321 nie wieder abheben wird.

Das geht so richtig ins Geld. Denn das abgestellte russische Flugzeug kostet weiter Geld. Und zwar Tag für Tag. Im Monat werden Standgebühren von 30'000 Franken fällig, knapp 1000 Franken pro Tag. Hochgerechnet wären seit Februar 2022 über 1,6 Millionen Franken zusammengekommen. Ob die bezahlt wurden, ist unklar.

Auch wem der Jet heute genau gehört, ist nicht geklärt. Es ist kompliziert: Die frühere Leasinggesellschaft wurde mittlerweile liquidiert. Als wahrscheinlichste Lösung gilt inzwischen die Zerlegung des A321 und der Verkauf brauchbarer Einzelteile. Damit könnte wenigstens ein Teil der Parkgebühren bezahlt werden.

Harte Zeiten für Russlands Aviatik

Der Aeroflot-Airbus von Genf ist ein Symbol für die russische Zivilluftfahrt. Denn die macht wegen der Sanktionen gegen Putin und Co. schwere Zeiten durch. Deswegen fehlen russischen Airlines dringend benötigte Ersatzteile, Wartungen dauern länger. Fast jedes fünfte Flugzeug bleibt am Boden: Besonders betroffen sind private Fluggesellschaften. Bei Azur Air etwa fallen 74 Prozent der Flotte aus.

Präsident Putin setzt deshalb auf heimisches Schaffen – und blamiert sich. Das neue Regionalflugzeug Iljuschin Il-114-300 bekommt nur eine eingeschränkte Zulassung. Flüge bei Hitze, extremer Kälte und Regen sind tabu.

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