Darum gehts
- In Regensdorf ZH stehen 59 Wohnungen im Quartier Zwhatt leer.
- Eine 4½-Zimmer-Wohnung kostet 3900 Franken monatlich im Holzhochhaus.
- Bis 2030 entstehen über 600 Mietwohnungen, 250 kommen noch dazu.
Auf dem alten Areal der Hightechfirma Gretag in Regensdorf ZH entsteht seit einigen Jahren ein neues Quartier: das Quartier Zwhatt. Es soll mit Bars und Restaurants, Kindergarten, Kino und der Nähe zu Zürich – in nur 17 Minuten erreicht man vom Bahnhof Regensdorf-Watt den Zürcher Hauptbahnhof – neue Einwohner anlocken. Denn die Aushängeschilder sind zwei Wohntürme. Seit einem Jahr ist das 75 Meter hohe Holzhochhaus, das höchste der Schweiz, bezugsbereit. Ab 2024 konnte man sich auf die total 156 Wohnungen bewerben.
Nach vier Jahren Bauzeit ist jetzt auch der Wohnturm gleich neben dem Holzhochhaus fertig. Seit dem 1. September können die neuen Mieter in die 165 Wohnungen im 24-geschossigen Turm einziehen. Bloss: Längst nicht alle Wohnungen sind bereits vermietet, wie der «Tages-Anzeiger» zuerst berichtet hat. Demnach stehen im Hochhaus noch 20 Wohnungen frei, im Wohnturm sind gar 39 Wohnungen noch ohne Mieter. Es sind gerade die grossen Appartements, die bisher keine Abnehmer gefunden haben.
In Regensdorf wird viel gebaut
Eigentümerin der beiden Wohnblöcke ist die Pensimo Management AG mit Sitz in Zürich. Sie hat mit einigen Leerständen gerechnet: «Kleinere Wohnungen vermieten sich erfahrungsgemäss sehr schnell», sagt Sprecher Mike Siering gegenüber Blick. «Grössere Wohnungen sind naturgemäss etwas teurer und deren Vermietung braucht etwas länger.» Auch die erhöhte Konkurrenz könnte bremsen: «In Regensdorf sind für Mietinteressenten in verschiedenen Überbauungen zuletzt recht viele neue Wohnungen entstanden.»
Dabei passt eigentlich das Preis-Leistungs-Verhältnis der Wohnungen. Dieser Meinung sind zumindest die Hochhaus-Bewohner Beatrice Olivia (74) und Marco (56) Häberling. Sie zogen Anfang August letzten Jahres ein und zahlen monatlich 2490 Franken für ihre 2,5-Zimmer-Wohnung. Im Gespräch mit Blick lobte das Paar die ausgebaute Infrastruktur, die Nähe zur Natur und die Einkaufsmöglichkeiten. «Wir wohnen hier modern und bewusst minimalistisch. Wir möchten diesen Überfluss mit dem Konsumwahnsinn nicht mitmachen. Mehr als das, was wir noch haben, brauchen wir nicht», so Ehefrau Häberling.
Moderate Preise ohne Kaution
Für Stadtzürcher Verhältnisse sind die Mieten tatsächlich moderat, aber auch nicht supergünstig. Ein Beispiel aus dem Holzhochhaus: Eine 4½-Zimmer-Wohnung mit Loggia auf 100 Quadratmetern Fläche im 21. Stock ist weiterhin zu haben – für 3900 Franken pro Monat. Das sind minimal mehr als beim ersten Ausschrieb 2024. Damals waren monatlich 3820 Franken fällig. Der Kostenpunkt der übrigen Wohnungen liegt zwischen 2300 Franken und 3700 Franken, mit einer Ausnahme: Eine 1,5-Zimmer-Wohnung für 1640 Franken ist noch zu ergattern.
Auch wenn zahlreiche Wohnungen im Quartier Zwhatt weiterhin nicht vermietet sind. Pensimo baut das Areal munter weiter aus. Insgesamt sollen bis 2030 mehr als 600 Neubau-Mietwohnungen im Quartier entstehen. Heisst: Es kommen nochmals 250 neue Wohnungen dazu.