Sandoz-Chef schimpft über Chinesen
«Antibiotika sind billiger als ein Päckli Kaugummi!»

Der Basler Pharmariese Sandoz schlägt Alarm: Europas Antibiotika-Versorgung sei durch die Abhängigkeit von China bedroht. 90 Prozent der Wirkstoffe stammen aus Asien. Sandoz fordert die EU auf, Schutzmassnahmen gegen Billigimporte zu ergreifen.
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Sandoz-Chef Richard Saynor (58): «Europa muss endlich aufwachen!»
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Sandoz warnt vor Europas Abhängigkeit von China bei Antibiotika-Wirkstoffen
  • Bis zu 90 Prozent der Wirkstoffe werden ausserhalb Europas produziert
  • Sandoz fordert EU-Schutzmassnahmen, um europäische Produktion zu sichern
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Europa droht bei Antibiotika in eine gefährliche Abhängigkeit von China zu geraten. Davor warnt jetzt der Basler Pharmariese Sandoz. Der Generika-Hersteller schlägt Alarm und fordert die EU zum Handeln auf. Der Hintergrund: Bis zu 90 Prozent der weltweiten Wirkstoffe für Antibiotika werden heute ausserhalb Europas produziert – vor allem in China.

Für Sandoz-Chef Richard Saynor (58) ist das brandgefährlich. «Europa muss endlich aufwachen», sagt er. Die sichere Versorgung mit Antibiotika sei zunehmend bedroht. Er warnt vor dramatischen Folgen und findet deutliche Worte: «Antibiotika haben mehr Leben gerettet als jedes andere Medikament. Trotzdem werden sie heute wie eine Billigware behandelt», sagt der Konzernchef. «Oft kostet eine Packung Antibiotika weniger als ein Päckchen Kaugummi.»

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Billig auf den Markt geworfen

CEO Saynor warnt davor, dass Europa abhängig von ausländischen Lieferketten werde. Und so im Krisenfall nicht mehr in der Lage sein könnte, die eigene Bevölkerung zuverlässig mit Antibiotika zu versorgen. Die Sicherung der Antibiotika-Versorgung sei nicht nur eine Frage der Gesundheitspolitik, sondern auch der wirtschaftlichen Sicherheit und der strategischen Handelspolitik Europas.

Deshalb hat Sandoz bei der EU-Kommission eine Anti-Dumping-Beschwerde gegen chinesische Hersteller eingereicht. Der Vorwurf: Chinesische Firmen würden Antibiotika-Wirkstoffe mit staatlicher Unterstützung künstlich billig auf den Weltmarkt werfen – teilweise sogar unter Produktionskosten. Damit würden europäische Hersteller verdrängt.

Schutz gegen Billigimporte

Sandoz gehts auch um eigene Interessen. Im Fokus steht der Standort Kundl in Österreich. Dort betreibt Sandoz nach eigenen Angaben die letzte vollständig integrierte Antibiotika-Produktion Europas. Seit 80 Jahren werden im Tirol Antibiotika hergestellt. Sandoz-Verwaltungsratspräsident Gilbert Ghostine (65) nennt die Fabrik «strategisch unverzichtbar» für den Kontinent.

Sandoz fordert nun Schutzmassnahmen gegen Billigimporte aus China. Etwa nach dem Beispiel Indiens, das Mindestpreise für Antibiotika-Importe eingeführt hat, um die eigene Produktion zu schützen.

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