Darum gehts
- Speicherseen in Schweizer Skigebieten trotz Trockenheit prall gefüllt
- 54 Prozent der Pisten können künstlich beschneit werden, Tendenz steigend
- Rekordtiefe Pegelstände in Flüssen und Seen wegen extrem heissem Sommer
Jetzt muss es nur noch kalt werden im Spätherbst, dann steht dem Skivergnügen auf Schweizer Pisten nichts mehr im Weg. Klingt paradox, wenn man gerade in die Berge schaut. Wo in früheren Jahren in der Höhe Schneefelder glitzerten, sind heute viele Gipfel erdig-braun.
Kein Wunder bei dem Sommer der Extreme, der nicht nur grosse Hitze, sondern auch viel zu wenig Niederschlag brachte. Die Folge im Flachland: Seen und Flüsse haben rekordtiefe Pegelstände. Der Rhein, die Lebensader der Schweizer Wirtschaft, ist so trocken, dass fast keine Lastkähne mehr fahren können.
Doch die Speicherseen in den Schweizer Skigebieten sind prall gefüllt. Es ist also genug Wasser da für die künstliche Beschneiung der Skipisten im November und Dezember. Damit wird die Basis für die gesamte Wintersaison gelegt. Schneit es später im Winter richtig, liegt bereits eine perfekte Unterlage. Rund 54 Prozent der Pisten in der Schweiz können künstlich beschneit werden, Tendenz steigend.
Hoffen auf einen kalten Herbst
Das zeigt eine Umfrage der «NZZ am Sonntag» bei knapp einem Dutzend der grössten Skigebiete in der Schweiz. So melden zum Beispiel St. Moritz im Engadin, Adelboden-Lenk BE oder Zermatt VS: Speicherseen vollständig gefüllt. «Aus heutiger Sicht erwarten wir keine Einschränkungen der Beschneiungsleistung für den kommenden Winter», sagt Martin Hug (57), Direktor Zermatt Bergbahnen, zur Zeitung.
Der Grund für die Wasserschwemme: starke Gewitter in den Bergen und eine aufgrund der hohen Temperaturen überdurchschnittliche Schneeschmelze.
Becken voll, Wasser gut heisst aber nicht zwingend: Piste gut. Denn damit die Beschneiung auch funktioniert, braucht es tiefe Temperaturen. Sind Spätherbst und Frühwinter so mild, wie der Sommer zu heiss war, könnte die Skisaison doch noch ins sprichwörtliche Wasser fallen.