Preise explodieren
Chipkrise macht Laptops massiv teurer – in nur 12 Monaten

Der KI-Boom treibt die Preise für Schüler- und Studenten-Laptops in die Höhe. Speicherchips sind knapp, was zu Lieferengpässen führt. Eltern sollten noch vor den Sommerferien kaufen. Denn die Preise dürften weiter steigen, günstige Einsteigergeräte ausverkauft sein.
Kommentieren
1/5
Die Preise von Laptops haben in der Schweiz stark angezogen.
Foto: PD

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • KI-Boom verteuert Schul-Laptops in der Schweiz, Preise stiegen bis 30 Prozent
  • Speicherkomponenten wie SSDs knapp, Lieferzeiten verlängern sich auf bis zu zwei Wochen
  • Händler warnen: Eltern sollten vor Sommerferien kaufen, weitere Preisanstiege erwartet

Der Boom von ChatGPT und künstlicher Intelligenz trifft jetzt ausgerechnet Schweizer Schülerinnen und Schüler. IT-Händler warnen vor steigenden Preisen und möglichen Lieferengpässen bei Laptops für die Schule oder das Studium. Besonders betroffen sind Geräte, die die Anforderungen des sogenannten BYOD-Modells («Bring your own Device») erfüllen müssen. Die Geräte müssen bestimmte Vorgaben erfüllen – etwa ein Touchdisplay, lange Akkulaufzeit und genügend Speicherplatz. Genau diese Geräte könnten nun knapper werden, wie die «Freiburger Nachrichten» berichten.

Der Grund liegt laut IT-Händlern im weltweiten KI-Boom. Für ChatGPT, Microsoft Copilot und andere Anwendungen entstehen laufend neue Rechenzentren. Diese verschlingen riesige Mengen an Arbeitsspeicher und SSD-Speichern – also genau jene Komponenten, die auch in Laptops verbaut werden. «Je mehr Menschen KI nutzen, desto mehr Server werden benötigt», sagt IT-Unternehmer David Vogelsang aus Bösingen FR.

«Lieferzeiten haben sich verlängert»

Weil Server und Laptops oft dieselben Bauteile verwenden, spüren nun Eltern von Schülern und auch Studenten die Folgen. Bereits heute kosten geeignete Schullaptops laut Branchenangaben 10 bis 15 Prozent mehr als vor einem Jahr. Weitere Preiserhöhungen seien möglich. Gleichzeitig könnte es bei einzelnen Modellen zu Lieferfristen von ein bis zwei Wochen kommen. Günstige Geräte seien teilweise ausverkauft. Viele Eltern schieben den Laptopkauf bis in die Sommerferien auf. Genau davor warnen die Händler laut den «Freiburger Nachrichten».

Blick fragt bei den grössten Anbietern des Landes nach. «Die Preise für Notebooks sind in den letzten zwölf Monaten um 30 Prozent gestiegen», heisst es bei Galaxus. Die Preise seien volatiler geworden. «Wer sich einen bestimmten Preis sichern möchte, kann sich aktuell nicht mehr so viel Zeit lassen wie noch vor einem Jahr. Das gilt zum Beispiel auch für Schulen, die Angebote bei uns anfragen», sagt ein Galaxus-Sprecher. Der Onlinehändler braucht im Einkauf mehr Zeit als auch schon. «Die Lieferzeiten haben sich verlängert.»

«Speicherkomponenten werden knapp»

Ähnlich tönt es bei Interdiscount. «Die Verfügbarkeit ist derzeit noch gut», sagt eine Sprecherin und verweist auf ein gut gefülltes Lager. Sie betont aber: «Im Jahresverlauf könnte sich die Situation jedoch verändern, da Speicherkomponenten wie SSDs und Arbeitsspeicher – insbesondere grössere Ausführungen – zunehmend knapp werden.» Die Preise seien um 15 bis 20 Prozent gestiegen. Auch wegen höherer Transportkosten und gestiegener Rohstoffpreise. Zu Engpässen komme es derzeit nicht.

Die Interdiscount-Sprecherin geht aber davon aus, dass die Nachfrage im Sommer noch einmal steigen wird. Schülerinnen und Studenten und deren Eltern tun also gut daran, sich noch vor den Sommerferien mit einem Laptop einzudecken. Günstiger werden die Geräte gewiss nicht in den nächsten Monaten. Einsteiger-Laptops schon gar nicht. Bei günstigeren Geräten machen die Kosten für Speicherchips nämlich einen grösseren Anteil am Gesamtpreis aus, etwa 15 bis 20 Prozent. Deshalb dürften sie sich wegen der Chip-Knappheit weiter verteuern.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen