Darum gehts
- Thailand zählte 9,3 Mio. Gäste im ersten Quartal 2026
- Krieg im Nahen Osten führte zu 2,4 Prozent weniger Touristen als im Vorjahr
- Neues Eisenbahngesetz ermöglicht privaten Luxuszug für mehr Einnahmen
Die Tourismusbranche in Thailand ist angeschlagen: Die Gästezahlen im eigentlich so beliebten Ferienland sind rückläufig. So verzeichnete das südostasiatische Land im ersten Quartal 9,3 Millionen Touristen – ein Rückgang um 2,4 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode, ausgelöst durch den Krieg zwischen den USA und dem Iran im Nahen Osten. Die zahlungskräftigen Gäste aus den Golfstaaten und Europa kamen in deutlich geringerer Anzahl. Und bereits 2025 war ein schlechtes Jahr: Es kamen 2,5 Millionen Touristen weniger als noch 2024.
Für Thailand ist das ein Alarmzeichen. Schliesslich ist der Tourismus ein zentraler Wirtschaftsfaktor. Bereits im Frühling hat die thailändische Tourismusbehörde deshalb ein Krisenzentrum eingerichtet, das den martialischen Übernamen «War Room» bekommen hat. Und jetzt will die Regierung mehr vermögende Feriengäste anlocken – mit einem Luxuszug, wie die «Bangkok Post» berichtet.
Neues Eisenbahngesetz erlaubt private Investitionen
Demnach treibt das Verkehrsministerium Pläne voran, um das Schienennetz zu modernisieren. Gleichzeitig hat das Parlament ein neues Eisenbahngesetz verabschiedet, das erstmals privaten Unternehmen Investitionen in den Betrieb des Schienennetzes von Thailand erlaubt.
Ein neuer Luxuszug soll einerseits der staatlichen Eisenbahngesellschaft SRT neue Einnahmen einbringen. Und andererseits den Tourismus im ganzen Land ankurbeln. So soll die Route nicht nur die touristischen Hotspots miteinander verbinden, sondern auch durch abgelegenere Reiseziele führen. Das ambitionierte Ziel: Thailand will mit dem eigenen Luxuszug den bekanntesten Strecken dieser Welt Konkurrenz machen. Diese sind über die ganze Welt verteilt:
Venice-Simplon-Orient-Express – Europas rollender Fünfsternetempel
In Europa ist wohl der Venice-Simplon-Orient-Express das Nonplusultra der Luxuszüge. Der seit 1982 vom britischen Luxusreisekonzern Belmond betriebene Zug steuert auf verschiedenen Strecken europäische Städte an. Getreu dem Namen geht es auch nach Istanbul, wie eben früher der Orient-Express. Die Waggons atmen Geschichte, trotzdem müssen die Gäste nicht auf den Luxus von modernen Hotels verzichten – Champagner zum Apéro vor dem Gourmet-Menü. Und stets ein Fahrservice zum Hotel bei den Stopps. Das alles hat seinen Preis: Pro Nacht und Person zahlt man rund 4000 Franken.
Blue Train – Safari-Trip im Luxuszug
Einmal quer durch Südafrika: Auf der beliebtesten Strecke fährt der Blue Train in drei Tagen von Kapstadt nach Pretoria. Oder eben in die andere Richtung. Auf der 1600 Kilometer langen Fahrt gibt es auf Wunsch Kaviar und Champagner – und eine grosse Auswahl an südafrikanischen Weinen. Der Zug macht Halt in Kimberley für den Besuch der dortigen Diamantenmine. Und beim Kruger-Nationalpark für einen Safari-Ausflug. Die Preise für das rollende 5-Sterne-Hotel beginnen ab rund 1500 Franken pro Person.
Palace on Wheels – Reisen wie ein indischer Maharadscha
Der Palace on Wheels bietet seinen Gästen eine 2400 Kilometer lange Rundreise von und nach Neu-Delhi im Norden Indiens. Der historische Zug mit 14 klimatisierten Waggons ist auf den Eisenbahnstrecken aus der Zeit des Kolonialismus in Britisch-Indien unterwegs. An Bord gibt es nicht nur zwei Fine-Dining-Restaurants, sondern auch ein Spa und eine Bibliothek. Für die achttägige Reise sind mindestens 4900 Franken fällig.