Darum gehts
- Vor Mallorca wurde mit 33,02 Grad Meerestemperatur ein Rekord gemessen
- Das Mittelmeer ist bis zu 6 Grad wärmer als üblich
- Riesen-Quallen breiten sich aus, Badeverbote an Stränden in Portugal
Das Strandparadies Mallorca zieht im Sommer jährlich rund 6 Millionen Feriengäste an. Sie wollen am Sandstrand entspannen, sich mit Tapas vollstopfen und in dem blauen Meer planschen. Doch im Hitzesommer 2026 wird es mit Abkühlung im Meer vor der spanischen Insel nichts. Am Mittwochnachmittag wurde ein historischer Rekord geknackt: Gegen 16 Uhr wurden 33,02 Grad an der Boje Dragonera vor der Westküste der Insel gemessen, wie der spanische Wetterdienst Aemet im sozialen Netzwerk X mitteilte.
Das soll nicht nur die höchste je gemessene Temperatur vor Mallorca sein, sondern der höchste gemessene Wert für das gesamte Mittelmeer, wie das «Mallorca Magazin» berichtet. Dieser übertrifft den bisherigen Rekordwert an der Boje um 1,15 Grad. Das warme Wasser sorgt unter Badegästen laut der deutschsprachigen Lokalzeitung für Unmut. Enttäuschung herrscht unter den Ferienreisenden, denn das Meer sei zu warm, um wirklich für Abkühlung zu sorgen. Dabei hätte man sie bei über 40 Grad Lufttemperatur dringend nötig.
Der ganze Mittelmeerraum ist aufgeheizt
Nicht nur auf Mallorca beklagen sich Feriengäste über die Badewannen-Temperaturen. Der gesamte Mittelmeerraum ächzt unter den Hitzewellen. Die Temperaturen übersteigen gemäss Daten der Plattform Climate Reanalyzer zurzeit den langjährigen Durchschnittswert um 4 bis 6 Grad.
In Kroatien und Portugal konnten diesen Sommer ebenso marine Hitzewellen festgestellt werden. Auch an der Adria liegen Werte zurzeit vielerorts zwischen 26 und über 30 Grad, wie Daten des staatlichen Wetterdienstes zeigen. Vor Faro in Portugal wurden im Juli 26,1 Grad gemessen – normal wären an dieser Stelle im Atlantik meist eher 20 bis 23 Grad.
Riesenquallen am den Strand
Doch die mangelnde Abkühlung ist nicht die einzige Plage im Ferienparadies: Das überhitzte Meer lockt ungemütliche Gäste an. Weil sich Quallen in warmem Wasser rascher entwickeln und mehr Nahrung finden, vermehren sie sich explosionsartig. Selbst im Zürichsee könnten sie sich wieder ausbreiten, befürchten Experten.
An der Atlantikküste führen Portugiesische Galeeren sogar dazu, dass an manchen Stränden Badeverbote gelten. In Frankreich sind laut dem Magazin «Geo» Küstenabschnitte in der Bretagne, im Baskenland und im Département Landes betroffen. In Portugal gelten auch an einigen Stellen Badeverbote. Die riesigen Quallen sind hochgefährlich. Man darf sie keinesfalls berühren, ob lebendig oder tot. Denn die Berührung dieser Nesseltiere ist extrem schmerzhaft und kann schwere Verbrennungen auf der Haut bewirken.