Restaurant Silberkugel öffnet ein letztes Mal seine Türen
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12:30 waren alle Burger weg:Mega-Ansturm am letzten Tag vor der Schliessung

Neu gibts den legendären Silber-Beefy bei Michel Péclard
Zürcher Gastrokönig schnappt sich Kult-Diner Silberkugel

Im Oktober will Michel Péclard die Silberkugel am Zürcher Bleicherweg wiedereröffnen. Der Gastro-König will im Imbiss mit «Bier und Burger für 10 Franken» auch mehr Junge anlocken. Ohne, dass die Seele des legendären Diners verloren geht.
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Rappelvoll war die Silberkugel an ihrem letzten Öffnungstag.
Foto: Nathalie Benn

Darum gehts

  • Die Silberkugel am Bleicherweg soll im Oktober 2026 unter Michel Péclards Leitung wiedereröffnen
  • Péclard zeigt sich offen, ehemalige Angestellte wieder einzustellen
  • Silber-Beefy-Burger bleiben weiterhin im Angebot
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Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

«Damit geht ein Stück Zürcher Geschichte zu Ende», sagte der langjährige Silberkugel-Gast Thomas H. (65) am letzten Öffnungstag des Kult-Imbisses zu Blick. Am 30. September 2025 schloss das Diner am Bleicherweg inmitten des Zürcher Bankenviertels seine Türen. Und H. war mit seinen Gefühlen nicht allein: Er war einer von vielen, die an diesem Tag mit leerem Magen nach Hause mussten. Kurz nach Mittag war alles schon aufgegessen. Zu gross war der Andrang. Zu viele kamen, um der Silberkugel die letzte Ehre zu erweisen. 

Jetzt gibt es freudige Neuigkeiten für Fans der Schweizer Fast-Food-Ikone: Die Silberkugel am Bleicherweg öffnet diesen Oktober wieder! Unter neuer Führung: Der Zürcher Gastro-König Michel Péclard (57) hat den Standort übernommen. Darüber berichtete zuerst der «Tages-Anzeiger». Nach Bekanntwerden der Schliessung sei die Swiss Life – Eigentümerin des Hochhauses zur Palme, wo die Silberkugel bislang untergebracht war – auf Péclard zugekommen. «Für mich war klar: Das ist eine neue Challenge, die ich angehen will», erzählt Péclard im Gespräch mit Blick. Mövenpick-Gründer und Gastro-Pionier Ueli Prager (†95), der die Silberkugeln ins Leben rief, sei für ihn stets ein Vorbild gewesen. 

Silber-Beefies werden «eins zu eins übernommen»

In der neuen Silberkugel bleibe vieles beim Alten, verrät Patron Péclard. Darunter der Name. Aber auch Teile des Interieurs – zum Beispiel die U-förmigen Tische und die roten Barhocker – behält er. Der legendäre Silber-Beefy – ein Burger mit viel Cocktailsauce und Chabissalat – bleibt ebenfalls auf der Speisekarte. Péclards oberster Küchenchef habe seine Ausbildung dereinst bei Mövenpick gemacht und ab und an bei der Silberkugel aushelfen müssen. «Der reisst mir den Kopf ab, wenn ich etwas an der Rezeptur ändern würde!», scherzt Péclard. 

Der Unternehmer will aus der Silberkugel ausserdem nicht nur einen Mittagstisch für Banker, sondern auch einen Begegnungsort für Junge schaffen. Und das mit echten Kampfpreisen: «Bei uns bekommen sie Bier und Burger für 10 Franken», so Péclard. Mit solchen Angeboten bleibe eine hohe Marge zwar aus, «aber dafür reden alle darüber und kommen vorbei», sagt er.

Sechs Angestellte verloren Job

Mit der Schliessung des Standorts Bleicherweg gab es nur noch eine Silberkugel in Zürich-Oerlikon. Die verbliebenen sechs Angestellten verloren alle ihren Job. Darunter Küchenchef Blerim Hoti (55), der mehr als sein halbes Leben Burger in der Silberkugel briet. Zu Spitzenzeiten – die Diner-Kette hatte einst 30 Lokale in der ganzen Schweiz – bestand sein Team aus 21 Leuten, erinnert er sich.

Gastrokönig Péclard könne sich gut vorstellen, ehemalige Angestellte wieder zu übernehmen, sagt er zu Blick: «Das Angebot steht!» Hoti hat mittlerweile eine Anstellung am Flughafen Zürich gefunden. Aber wer weiss: Vielleicht schmeisst er bald wieder den Grill in der Silberkugel.

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