Nach Riesen-Kitkat-Klau
Diebstahl-Tracker von Nestlé schlägt im Coop Alarm

Ein Kitkat-Riegel sorgt in Bubikon ZH für Aufsehen: Eine Familie entdeckt durch einen Tracker von Nestlé, dass ihr Schokoriegel aus einem 12-Tonnen-Raub stammen könnte. Was ist dran? Nestlé bringt Licht ins Dunkel.
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Dieser Kitkat-Riegel sorgt bei einer Familie in Bubikon für Erstaunen.
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Familie aus Bubikon entdeckt gestohlenen Kitkat-Riegel bei Geburtstagsfeier
  • Nestlé bestätigt jedoch ein falsch positives Ergebnis des Tracking-Tools
  • 12 Tonnen Kitkats gestohlen, 1,1 Mio. Nutzer prüften Kitkats mit Tracking-Tool
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Martin SchmidtRedaktor Wirtschaft

Das ist mal eine Geburtstagsüberraschung! Eine Familie aus Bubikon ZH feiert am Dienstag den Ehrentag ihres Sohns. Bei den Feierlichkeiten soll es als Snack unter anderem einen Kitkat-Riegel aus der Formel-1-Edition geben. Doch bei diesem soll es sich nach einer Überprüfung um Diebesgut handeln.

Die Spezial-Edition des Schokoriegels vom Schweizer Lebensmittel-Multi Nestlé hat am 26. März weltweit für Schlagzeilen gesorgt: Eine professionelle Diebesbande klaute an diesem Tag einen ganzen Lastwagen mit 12 Tonnen Kitkat, der auf dem Weg von Italien nach Polen war. Vom Fahrzeug und der Ware fehlt seither jede Spur. Nestlé rief daraufhin einen Diebstahl-Tracker ins Leben, bei dem Leute die Produktnummer ihrer Kitkat-Riegel prüfen können. «Daran haben wir uns erinnert», erzählt der Vater Fabian P.* gegenüber Blick. Die Familie gibt die Produktnummer ein und staunt: «Du hast ein gestohlenes Kitkat gefunden!», heisst es dort.

Der Riegel stammt aus der Coop-Filiale in Bubikon ZH, erzählt der Familienvater weiter. Ist ein Kitkat-Riegel aus dem spektakulären Raub tatsächlich beim Schweizer Detailhändler im Regal gelandet? Blick fragt bei Coop nach: «Nach Abklärungen mit dem Hersteller können wir ausschliessen, dass die bei Coop verkauften Artikel zu der im März gestohlenen Ware gehören.» Nestlé führt auf Anfrage aus: «Unsere Abklärungen haben ergeben, dass der Konsument ein falsch positives Ergebnis erhalten hat.» Die Erklärung: Eine kleine Anzahl von Kitkat‑Produkten weist dieselbe Chargen-Nummer auf wie die Ware aus der gestohlenen Lieferung.

Bisher ein glaubwürdiger Hinweis

Gemäss Nestlé unterstützt das Tracking-Tool die Ermittlungen aktiv. Der Konzern arbeitet nach eigenen Angaben zudem laufend daran, das System weiter zu verfeinern und die Genauigkeit zu verbessern. Bis anhin haben rund 1,1 Millionen Personen den Tracker genutzt. «Dabei wurden drei falsch positive Ergebnisse sowie ein glaubwürdiger Hinweis identifiziert, der derzeit untersucht wird», richtet die Medienstelle aus. Die Ermittlungen würden noch andauern. Deshalb könne man zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Details bekanntgeben.

Die 12 Tonnen Kitkat entsprechen über 413'000 Riegel der Spezialedition. Der Diebstahl erfolgte, noch bevor das Spezialprodukt in den Verkauf kam. Für den Milliarden-Konzern ist der Raub jedoch verkraftbar. Insbesondere, weil es Nestlé gelungen ist, den Diebstahl geschickt zu vermarkten. Man schätze den «aussergewöhnlichen Geschmack der Kriminellen», liess Nestlé nach dem Raub umgehend verlauten. Mit dem Tracking-Tool konnte der Konzern das Thema zudem über Wochen bespielen. In den sozialen Medien wurde der Raub in einer Vielzahl von Posts und Witzen aufgenommen. Der Kitkat-Raub wurde damit zum Paradebeispiel für geschicktes Krisenmanagement.

* Name geändert 

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