Darum gehts
- Swatch verkaufte 1969 goldene Moonswatches für 500 Franken pro Stück
- Ein Exemplar wird auf Ricardo bereits für 20'000 Franken angeboten
- 1,2 Millionen Bewerbungen für nur 1969 Uhren, Nachfrage riesig
Der jüngste Moonswatch-Launch des Bieler Uhrenkonzerns rund um Patron Nick Hayek (71) löste einen gigantischen Ansturm aus: Rund 1,2 Millionen Menschen bewarben sich online um eines der raren 1969 Exemplare. Der Hype war so gross, dass die Swatch-Website zeitweise schlappmachte.
Um eine «Mission to the Moon 1969» mit 18-karätigen Goldverzierungen zu ergattern, brauchte es eine Mischung aus Glück und Wissen. Um überhaupt als Interessent oder Interessentin in Betracht gezogen zu werden, musste zuerst ein Formular mit 32 Fragen ausgefüllt werden. Es war eine feine Spitze von Hayek gegen die derzeitige US-Regierung rund um Präsident Donald Trump (80). Swatch nannte den Bogen kurz «Esta» – in Anlehnung an die US-Einreisegenehmigung. Auch diese verfügt über 32 Fragen. Beim Schweizer Uhrenhersteller stand die Abkürzung allerdings für «Electronic Swatch Timepiece Application», zu Deutsch: elektronischer Swatch-Zeitmesser-Antrag.
Wilde Preise im Netz
Wer das «Esta»-Formular erfolgreich ausfüllte, erhielt am 27. Juli eine Zu- oder Absage. Danach hatten die Auserkorenen 48 Stunden Zeit, um die Uhr online für 500 Franken zu kaufen. Jetzt tauchen die ersten Exemplare im Netz auf – zu astronomischen Preisen. Auf der Auktionsplattform Ricardo verlangt ein Verkäufer stolze 20'000 Franken für den Sofortkauf – das 40-Fache des Ausgabepreises! Der Bieterpreis startet bei 7000 Franken. Immerhin: Noch niemand hat ein Gebot für die irre Summe abgegeben.
Auch auf Ebay und tutti.ch werden die Sammlerstücke zwischen 12'000 und 15'000 Franken gehandelt. Dort ist das Interesse hingegen riesig: Bei einem Ebay-Angebot haben über 200 Nutzerinnen und Nutzer die Uhr auf ihre Beobachtungsliste gesetzt.
Das sagt Swatch zum Weiterverkauf
Rechtlich gesehen dürfen Käuferinnen und Käufer mit ihrer Uhr machen, was sie wollen. Eine der Fragen im «Esta»-Formular zielte jedoch direkt auf den Weiterverkauf ab: «Würdest du deine Moonswatch weiterverkaufen?» Wie steht Swatch also jetzt zu den Abzockerpreisen im Netz? Blick hat nachgefragt.
Der Bieler Uhrenkonzern nimmt den Trubel gelassen: «Die Nachfrage weltweit ist riesig und es gibt halt Leute, die diese Uhr unbedingt und zu jedem Preis haben möchten», sagt ein Swatch-Sprecher zu Blick. Dabei war die Uhr eigentlich als persönliches Sammlerstück gedacht: «Zu jeder Moonswatch ‹Mission to the Moon 1969›, die an Esta-approved Kunden ausgeliefert wurde, gibt es eine Art Pass mit dem Namen des Kunden und der Seriennummer der Uhr.» Konsequenzen müssen die Wiederverkäufer aber nicht befürchten: «Wenn jemand die Uhr trotzdem weiterverkaufen will, können wir das nicht verbieten.»