Darum gehts
- Swatch lanciert limitierte Uhr «Mission to the Moon 1969» mit Goldteilen.
- Nur 1969 Exemplare, Kauf über 32-Fragen-«Esta-Formular» bis 21. Juli.
- Preis: 500 Franken, Goldgewicht 11 Gramm, inspiriert von Apollo-11.
Swatch-Chef Nick Hayek (71) ist mit der Moonswatch ein grosser PR-Coup gelungen. Den Hype muss man aber immer mal wieder ankurbeln. Und da greift der Uhren-Patron gerne in die Marketing-Trickkiste. Am Donnerstag gibt die Bieler Uhrenmarke bekannt, dass sie ein neues Moonswatch-Modell lanciert – streng limitiert. Und mit einem Seitenhieb gegen Trumps Politik.
Die neue Uhr heisst «Mission to the Moon 1969» – eine Hommage an die Mondlandung am 21. Juli vor 57 Jahren. Die Jahreszahl ist auch die Anzahl der Exemplare, die weltweit auf den Markt kommen: exakt 1969 Stück. Das Gehäuse ist aus mattschwarzer Biokeramik. Zifferblatt, Zeiger, Krone und Drücker sind alle aus 18-karätigem Gold, das aus der Zeit der erfolgreichen Apollo-Mission stammt. Das Gold wurde aus alten Omega-Ersatzteilen eingeschmolzen und neu geformt. Der Preis für die neue Moonswatch: 500 Franken.
«Esta-Antrag»
Kurios: Wer für den Kauf der Uhr zugelassen sein will, muss auf der Swatch-Website einen sogenannten «Esta-Antrag» ausfüllen. Da klingelt eventuell was im Hinterkopf: So heisst auch die US-Einreisegenehmigung. Bei Swatch steht es für «Electronic Swatch Timepiece Application». Das Prozedere umfasst 32 Fragen – «und erinnert an die Reisevorbereitungen für die USA», wie Swatch in einer Medienmitteilung schreibt.
Das «Esta-Formular» ist gemäss Angaben des Uhren-Konzerns bis Dienstag eine Minute vor Mitternacht online. Interessierte haben maximal 2 Stunden und 15 Minuten Zeit, es auszufüllen. Blick hat versucht, das Formular auszufüllen – erfolglos. Es folgt sofort eine Fehlermeldung. Ist der Andrang zu gross? «Ja, die Nachfrage ist tatsächlich gigantisch», sagt ein Sprecher des Bieler Uhrenkonzerns zu Blick. Die Website sei wegen dem Ansturm überlastet, so der Sprecher. «Die Teams von Swatch arbeiten mit Hochdruck daran, die Situation schnell zu beheben», versichert der Sprecher.
Hayek ist Trump-Kritiker
Was hat es mit dem «Esta-Antrag» auf sich? Swatch-Chef Hayek ist bekanntlich kein Freund der jetzigen US-Regierung. «Jetzt ist der Moment, in die Offensive zu gehen», sagte Hayek zu Blick, als US-Präsident Donald Trump (80) im August 2025 seinen 39-Prozent-Zollhammer auspackte. Die Kritik am Präsidenten findet nicht zum ersten Mal in einem Marketing-Stunt Ausdruck: Im September 2025 lancierte der Konzern eine Uhr mit dem Namen «What if... tariffs?» (übersetzt «Was wäre wenn... Zölle?»). Die Anti-Zoll-Uhr war nur in der Schweiz erhältlich – und sofort vergriffen.
Goldpreis wie vor fast 60 Jahren
Und wie kommt der Preis von 500 Franken für die neue goldene Moonswatch zustande? Der Wert richtet sich laut Swatch nach dem Goldpreis – vom Tag der Mondlandung. Über die letzten 57 Jahre hat sich der Wert des Edelmetalls fast 10'000-mal verteuert. Das Gold in der Uhr wiegt insgesamt 11 Gramm, auch symbolisch für die Apollo-11-Mission. Alleine das edle Material ist nach aktuellem Kurs mehr als doppelt so teuer wie der Preis.
Swatch denkt sich für neue Moonswatch-Modelle immer wieder besondere Konditionen aus: Im Dezember 2025 hat der Uhrenmacher eine Uhr aus der Swatch-Omega-Kollaboration lanciert, die man weltweit nur kaufen konnte, wenn in der Schweiz Schnee gefallen war.