Mit offenem Brief und Petition an Regierungsrat
Jetzt kämpft ein Fanclub um geplantes Aargauer McDonald’s-Lokal

Der Knatsch um die neue McDonald’s-Filiale in Windisch AG geht in die nächste Runde: Nach der Ablehnung des Baugesuchs schalten sich nun engagierte Burgerfans ein. Mit einer Petition und einem offenen Brief wollen sie der Fast-Food-Kette den Rücken stärken.
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So soll der McDonald’s in der Gemeinde Windisch dereinst aussehen.
Foto: petitio.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • McDonald’s plant Restaurant in Windisch AG, Baugesuch wurde jedoch abgelehnt
  • Nun zieht das Unternehmen den Fall an die Kantonsregierung weiter
  • Fanclub lanciert Petition und offenen Brief mit der Bitte, das Gesuch zu bewilligen
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Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Die 8000-Seelen-Gemeinde Windisch AG fristet im Schatten des deutlich grösseren Nachbarorts Brugg normalerweise ein ruhiges Dasein. Seit Januar 2024 rumort es aber in der Aargauer Gemeinde. Grund ist die grösste Restaurantbetreiberin des Landes: McDonald’s.

Die US-Burgerkette will in Windisch auf dem Grundstück der ehemaligen Coop-Filiale ein neues Restaurant mit 154 Innenplätzen, grosser Terrasse und Drive-in eröffnen. Nicht alle haben Freude an den Plänen für ein Lokal im Ort – zehn Einsprachen sind gegen das Baugesuch eingegangen. 

Burger-Fans stärken McDonald’s den Rücken

Aber der Fast-Food-Riese aus den USA hat längst nicht nur Gegner. Der Verein «Pro McDonald’s Schweiz Fan Club» rund um Gründer Max Bopp macht sich für den Burgerbrater stark, wie die «Aargauer Zeitung» zuerst berichtet hat. Burgerfan Bopp hat dafür die Petition «Regierungsrat wird gebeten, Baugesuch McDonald’s in Windisch gutzuheissen» lanciert. Innert fünf Tagen sind 55 Unterschriften zusammengekommen – bis zum 10. August braucht es 200.

Zusätzlich verfasste der Fanclub einen offenen Brief an die Mitglieder der Kantonsregierung. Er hat das Schreiben auf seiner Website aufgeschaltet: «McDonald’s Schweiz ist dafür bekannt, ausschliesslich Baugesuche einzureichen, die vollumfänglich bewilligungsfähig sind und der Gesetzgebung entsprechen», heisst es darin. Dies habe das Unternehmen an über 180 Standorten erfolgreich unter Beweis gestellt. Man bitte den Regierungsrat deshalb «eindringlich, das Baugesuch für den Standort Windisch gutzuheissen».

Aber warum befasst sich die Aargauer Exekutive überhaupt mit einem lokalen Bauvorhaben? Ausschlag dafür gab der Entscheid des Windischer Gemeinderats vor wenigen Tagen: Dieser hat das Baugesuch von McDonald’s Schweiz mit Sitz in Crissier VD abgelehnt. Als Gründe nannte der Gemeinderat eine «mangelnde städtebauliche Einpassung», eine ungenügende Umgebungsgestaltung sowie eine starke Unternutzung des Grundstücks. McDonald’s will den Entscheid nicht hinnehmen – und kündigte an, den Fall an den Regierungsrat weiterzuziehen. 

Zwei Lager – auch Gegner machen ordentlich Stimmung

Und auch der Fanclub beurteilt die Abfuhr als «sachlich nicht nachvollziehbar und unbegründet». Die moderne McDonald’s-Architektur würde sich «harmonisch in das Ortsbild einfügen». Ausserdem würde das Lokal das Grundstück mit Grünflächen, Sitzgelegenheiten und einer gepflegten Umgebung aufwerten. Und: «McDonald’s kauft pro Standort Lebensmittel im Wert von über einer Million Franken bei Schweizer Herstellern und der lokalen Landwirtschaft ein. Davon profitiert die gesamte Region.» 

Seit der Veröffentlichung der Pläne bläst McDonald’s ein kräftiger Gegenwind entgegen: Anwohner und Eltern sorgen sich um zusätzlichen Verkehr, Lärm, Abfall – und insbesondere die Sicherheit ihrer Kleinsten. Denn: Der Schulweg von 200 Kindergärtlern und Schulkindern führt über die geplante McDrive-Einfahrt. Auch sie wehren sich mit einer Petition – und organisierten sogar eine Demo. Eine Anwohnerin tat ihren Frust damals gegenüber Blick kund: «Mit einem Bordell wäre es hier abends ruhiger!»

Windisch ist nicht allein

Und auch andernorts regt sich Widerstand gegen die Expansionspläne des US-Konzerns: In Uznach SG stehen einige Anwohner und gar die Migros einem neuen McDonald’s kritisch gegenüber. Ebenso in Dübendorf ZH und am Limmatquai in der Zürcher Altstadt. Die Streitpunkte sind dieselben wie in Windisch: Sorgen vor mehr Verkehr, Lärm und Abfall.

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