Darum gehts
- In Montagnola TI beim Luganersee steht eine historische Villa für 4,5 Millionen Franken zum Verkauf
- Auf 314 Quadratmetern Wohnfläche gibts acht Zimmer, vier Bäder, einen Innenpool und eine Sauna
- Der Durchschnittspreis für Häuser in der Gegend liegt mit 6,2 Millionen Franken deutlich höher
Die Tessiner Gemeinde Collina d'Oro heisst nicht umsonst «Goldhügel». Oberhalb des Luganersees gelegen, bekommen die drei Ortsteile Agra, Gentilino und Montagnola bis zu 2200 Sonnenstunden im Jahr. Das charmante Örtchen hat deshalb eine grosse Anziehungskraft: Der bekannte deutsche Schriftsteller Hermann Hesse (1877–1962) verbrachte fast die Hälfte seines Lebens in Montagnola. Aber auch andere Gutbetuchte zog es in die Region – entweder, um sich ganz am Lago di Lugano niederzulassen oder die warmen Sommermonate zu geniessen.
Deshalb zieren den Collina d'Oro bis heute Dutzende Villenbauten. Eine davon ist nun zum Verkauf ausgeschrieben: «Mitten in einem der exklusivsten und begehrtesten Orte in Lugano bieten wir eine Villa von seltener Eleganz und historischem Wert zum Verkauf an», heisst es in der Annonce, die die Verkäufer auf einschlägigen Immobilienplattformen aufgeschaltet haben. Für das 1976 erbaute Haus in Montagnola werden 4,5 Millionen Franken ausgerufen. Dafür gibt es acht Zimmer und vier Bäder auf insgesamt 314 Quadratmeter Wohnfläche. Das gesamte Anwesen erstreckt sich über 955 Quadratmeter.
Preis liegt deutlich unter dem Durchschnitt
Die Liegenschaft an der Via Valegia hat einen beheizten Innenpool, eine Sauna, einen Weinkeller und einen Pizzaofen. Ihren einstigen Glanz hat die Villa allerdings teilweise verloren: Grün gemusterte Retro-Fliesen in Badezimmern und Küche, massive Einbauschränke und Deckenventilatoren verraten den unverkennbaren 70er-Jahre-Stil. Wer hier einzieht, dürfte wohl noch den einen oder anderen Franken investieren müssen.
Das dürfte auch den Preis erklären: Was auf den ersten Blick hoch erscheint, ist im Vergleich zu den Durchschnittspreisen in der noblen Gegend eine günstige Gelegenheit. Gemäss der Vergleichsplattform Realadvisor liegt der Kaufpreis für ein Haus in dieser Grössenordnung im Schnitt bei 6,2 Millionen Franken.
Daneben soll das Anwesen einen «grossen Sammlerwert» aufweisen, heisst es in der Anzeige. Die Rede ist von einem Schweizer Architekten namens Spiess, der die Villa selbst bewohnt hat. Nur: Eine Recherche liefert keinerlei Hinweise auf den mysteriösen Mann. Was steckt also dahinter? Der Makler der zuständigen Immobilienfirma erklärt gegenüber Blick, dass es sich tatsächlich um einen in der Region bekannten Gärtner handelt – nicht um einen Architekten. Dieser pflegte die Gärten zahlreicher Villen im Ort. Sein Häuschen erhielt deshalb den Spitznamen «Villa Spiess».