Darum gehts
- Amazon-Kunden erhalten billige Ware statt teuren Elektronik-Bestellungen
- Eine Frau aus Modena bestellte ein iPhone für 1291 Franken, bekam aber Magnete
- Ein anderer Kunde aus derselben Gegend erhielt statt eines Laptops 2 Kilogramm Reis
In der norditalienischen Stadt Modena sorgt der Onlineriese Amazon derzeit für Ärger. Wie die Lokalzeitung «Corriere di Bologna» berichtet, häufen sich Reklamationen von Kunden, die statt ihrer Bestellungen völlig falsche Produkte zu sich nach Hause geliefert bekommen – und diese kosten auch noch einen Bruchteil der teuren Elektronikgeräte, die sie tatsächlich bestellt haben.
Eine von ihnen ist Marika Camellini. Die Ladenbesitzerin aus Modena bestellte demnach im Februar 2026 ein iPhone von Apple im Wert von 1291 Franken beim Onlinehändler. Was ihr Mann zwei Tage später voller Vorfreude auspackte, machte sie fassungslos: Im Paket war kein Smartphone – sondern ein Stapel Magnete! «Mein Mann wurde kreidebleich, als er das Paket öffnete», erzählt Camellini der Zeitung.
Kein Einzelfall
Die Frau hat sofort Massnahmen ergriffen. Sie habe Anzeige bei den Carabinieri, der italienischen Gendarmerie, erstattet. Zudem habe sie mehrere Verbraucherschutzorganisationen kontaktiert und natürlich Amazon auf den Fehler hingewiesen. Doch vom US-Onlineriesen gebe es keinerlei Unterstützung. «Das empört uns am meisten: Wir bekommen keine Rückmeldung, und es geht hier nicht um eine kleine Summe», klagt sie.
Auffällig: Camellini ist nicht die einzige Bewohnerin Modenas, der das in jüngster Vergangenheit passiert ist. Wenige Tage zuvor war ein Fall publik geworden, bei dem ein Kunde aus der Stadt einen Dell-Laptop für 783 Franken für seinen Sohn bestellt hatte. Stattdessen erhielt er Säcke voller Reis mit einem Gesamtgewicht von zwei Kilo. Wohl, um das Gewicht des Laptops zu simulieren, vermutet der Betroffene. Und auch er sagt, von Amazon keine Rückmeldung zu erhalten.
Auch in Deutschland sorgt Amazon für Frust
Das Problem ist kein italienisches: Auch in Deutschland nervt man sich wegen falscher Lieferungen über den Händler aus den USA. So berichtet ein User auf der Plattform Reddit von einem ähnlichen Fall: Er habe ein iPhone auf Amazon zu sich nach Deutschland bestellt. Doch statt des Handys befand sich eine Shampooflasche im Päckli. Auch hier fällt auf: Beide Produkte sind ähnlich schwer.
Der Kundendienst habe ihn beschwichtigt, man werde den Fehler umgehend beheben und er solle das falsche Paket einfach an Amazon zurückschicken. «Das habe ich auch direkt getan, und seitdem bin ich gefühlt alle zwei Tage mit dem Support zu Gange. Jedes Mal gibts eine neue Ausrede, und man wird vertröstet», nervt sich der Kunde. Und: «Ich bestelle seit knapp 13 Jahren bei Amazon und hatte immer extrem schnelle Bearbeitungen.»
Auch gegenüber dem deutschen Nachrichtenportal Heise schildert eine Betroffene ihre Erfahrung: Sie habe am 11. Oktober 2023 ein Smartphone vom Typ Samsung Galaxy S23 für 750 Euro bestellt, heisst es dort. Stattdessen erhielt sie eine billige Powerbank. Trotz sofortiger Reklamation verweigerte Amazon die Rückerstattung mit der Begründung, das Smartphone sei korrekt versandt worden. Ein weiterer Amazon-Kunde schildert im Bericht, er habe ein Tablet für 1450 Euro bestellt aber nur ein paar Bücher erhalten.