Wirt Fabian Dumitrache (29) erklärt das Reservierungs-System
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Wirt Fabian Dumitrache (29):«Am besten reserviert man eine Woche im Voraus»

Luzerner Wirt ist sauer über Restaurant-Schwänzer
«So krass wie jetzt war es noch nie»

Diesen Sommer bleiben in Restaurants in der Stadt Luzern mehr Tische frei denn je – und das trotz Reservation. Wirt Fabian Dumitrache greift nun durch. Hat die Hitze den Gästen etwa den Appetit verdorben?
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Wirt Fabian Dumitrache aus Luzern hat genug.
Foto: Raphaël Dupain

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Restaurant in Luzern kämpft mit steigenden No-Shows, besonders von Touristen
  • An einem Abend 17 Gäste ausgeblieben, Verlust über 1000 Franken Umsatz
  • No-Show-Rate bei internationalen Gästen in Luzern aktuell bei 10 Prozent
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Milena KälinRedaktorin Wirtschaft

Bündner Gerstensuppe, Raclette oder doch lieber Capuns? Das Restaurant Bündnerland in Luzern lockt mit seinen Schweizer Spezialitäten viele Touristen ins Lokal. Doch vor allem internationale Gäste tauchen trotz Reservation immer öfter nicht auf. Das bringt bei Wirt Fabian Dumitrache (29) das Fass zum Überlaufen. Der gelernte Koch betreibt noch drei weitere Restaurants in der Region. 

«Wir haben diesen Sommer viel mehr No-Shows als sonst», so Dumitrache gegenüber Blick. «So krass wie jetzt war es noch nie.» Während zuvor im Schnitt pro Tag ein bis zwei Tische leer blieben, sind es mittlerweile fünf am Tag. 

An einem Sonntagabend im August blieben insgesamt 17 Gäste trotz Reservation fern – alles ausländische Gäste. An einem einzigen Abend entgehen dem Wirt so über 1000 Franken Umsatz. Die Tische doch noch zu besetzen, ist nach 19 Uhr kaum mehr möglich. «Es fehlt der Respekt gegenüber unserer Arbeit», kritisiert der Wirt. Hat die ungewohnte Hitze in der Schweiz den Touristen etwa den Appetit verdorben? 

Touristen am unzuverlässigsten

Dumitrache ist mit dem Problem nicht allein: Insgesamt hat sich die No-Show-Rate in der Stadt Luzern seit Anfang Jahr auf 5 Prozent verdoppelt. Das zeigen exklusive Zahlen des Reservationstool-Anbieters Lunchgate. Statistisch gesehen sind es Touristen, die trotz Reservation am häufigsten nicht auftauchen. Die No-Show-Rate liegt in der Stadt Luzern bei internationalen Gästen bei 10 Prozent, bei Schweizer Gästen sind es lediglich deren 3. 

Das Problem ist, dass in Luzern in den Sommermonaten der Anteil internationaler Gäste enorm ansteigt: von 5 auf 20 Prozent. Mit diesem steigenden Anteil nehme auch die Gesamtzahl der No-Shows spürbar zu, erklärt eine Sprecherin von Lunchgate.

Weniger Hemmungen

«Drei Viertel der Besucher, die aktuell in Luzern übernachten, stammen aus dem Ausland», weiss Jürg Stettler (61), Tourismusprofessor an der Hochschule Luzern. Im Vergleich zu anderen Schweizer Städten und im Verhältnis zur Grösse der Stadt übernachten in Luzern besonders viele Touristen, hinzu kommt noch eine Vielzahl von Tagesbesuchern. Anders ist es beispielsweise in Zürich, die No-Show-Rate bleibt dort über das Jahr hinweg stabiler. 

Touristen besuchen ein Restaurant zudem meist nur einmal. «Die Hemmungen sind deshalb tiefer, trotz Reservation nicht aufzutauchen», so Stettler. Ob diesen Sommer zusätzlich die Hitze für weniger Appetit sorgte, kann der Experte nur mutmassen.

Dumitrache kann sich gut vorstellen, dass die Hitzewelle das Problem verschärfte. «Die Leute scheinen allgemein etwas weniger Appetit zu haben», so der Wirt. Zudem war der Anteil Touristen im Restaurant Bündnerland diesen Sommer höher als sonst. 

Diesen Sommer besuchen besonders viele Touristen das Restaurant von Fabian Dumitrache.
Foto: Raphaël Dupain

Klar ist: Reisegruppen sind nicht das Problem. Grosse Gruppen nehmen statistisch gesehen eine Reservation eher wahr. Zudem nimmt Dumitrache Reservationen von grösseren Gruppen aus Platzgründen nur selten an. 

Mit Busse gegen Schwänzer

Jetzt greift der Gastronom durch: Er stellt sein Reservationstool Foratable von Lunchgate nun um – in Zukunft müssen alle Gäste bei der Onlinereservation eine Kreditkarte hinterlegen. Wer nicht kommt, bezahlt pro Person 35 Franken Busse. «Die 17 No-Shows an einem Abend haben mich zum Umdenken gebracht – es scheint ein Trend zu sein», so Dumitrache. Einheimische Gäste würden sich immerhin kurzfristig noch telefonisch abmelden.

Der Wirt hat bereits früher Bussen gegen Restaurant-Schwänzer verteilt, doch er entschied von Fall zu Fall. «Nun wird die Regel konsequent eingeführt und die Gebühr pro Kopf erhöht», so Dumitrache. In anderen Restaurants zeigt die Massnahme bereits Wirkung. 

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