Darum gehts
- Breitling streicht weltweit über 50 Stellen wegen starkem Franken und US-Zöllen
- Umsatz sank 2025 um 11 Prozent auf 769 Millionen Franken
- Breitling verkaufte 2025 weltweit 155'000 Uhren
Die hiesige Uhrenindustrie ist derzeit hartes Brot. Im wichtigen US-Markt verteuern die Zölle von Donald Trump (79) die Schweizer Uhren – und drücken massiv auf die Nachfrage. Und nun lastet der Iran-Krieg zusätzlich auf den Verkäufen in lukrativen Luxushotspots wie Dubai. Viele Traditionsfirmen leiden empfindlich unter diesen schlechten Voraussetzungen. Jetzt trifft es auch Breitling. Der Schweizer Uhrenhersteller mit Sitz in Grenchen SO hat weltweit mehr als 50 Stellen gestrichen, wie die Agentur Bloomberg berichtet.
Betroffen sind laut Insidern unter anderem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bereichen Marketing, Personalwesen und Nachhaltigkeit. Vor allem der starke Franken setzt Breitling zu. Weil der traditionsreiche Uhrenhersteller von CEO Georges Kern (61) einen grossen Teil seines Geschäfts in den USA macht, belastet der hohe Franken-Dollar-Kurs die Bilanz massiv. Der Franken hat gegenüber der US-Währung seit Anfang 2025 um mehr als 13 Prozent zugelegt.
Trotz Sparkurs neue Marken gekauft
Das zeigt sich auch in den Zahlen zum letzten Geschäftsjahr, das Ende März endete: Breitlings Umsatz sank 2025/26 um 11 Prozent auf 769 Millionen Franken. Der operative Gewinn brach sogar um 21 Prozent auf 162 Millionen Franken ein. Insgesamt hat Breitling 155'000 Uhren verkauft.
Jetzt gibt der Solothurner Uhrenhersteller Gegensteuer. Der Konzern fährt einen Sparkurs, investiert gleichzeitig aber weiter in neue Marken. So kaufte Breitling zuletzt die Luxusmarke Universal Genève und die günstigere Marke Gallet aus La-Chaux-de-Fonds NE. Hauptaktionär ist die Partners Group.
Auch Kering und LVMH leiden
Die Auswirkungen der Luxuskrise zeigen sich aber nicht nur in der Schweiz. Weltweit machen Luxusfirmen schwere Zeiten durch. So gab die Aktie von Hermès seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs deutlich nach. Ebenso das Papier von Kering. Das Unternehmen mit Marken wie Gucci und Yves Saint Laurent musste einen Umsatzrückgang im ersten Quartal 2026 von 14 Prozent im Vorjahresvergleich vermelden.
Die Aktie von LVMH – dem weltweit grössten börsenkotierten Luxuskonzern – verlor zwischen Januar und März gar 28,2 Prozent. Zum Vergleich: Das ist mehr als während der Finanzkrise 2008, der Dotcom-Blase oder der Corona-Pandemie. Auch der Schweizer Luxusriese Richemont leidet, seine Aktie hat in der gleichen Zeitspanne 20 Prozent eingebüsst.