Lost Place wird saniert!
Liechtensteiner hat grosse Pläne mit der Geister-Raststätte

Die Geister-Raststätte an der A3 bei Obstalden GL wird nach Jahren des Zerfalls wiederbelebt. Der Liechtensteiner Rudolf Hilti plant einen autofreien Begegnungsort mit Café, Veranstaltungen und Shuttle-Booten. Besitzer Heinz Peter Moravcik ist begeistert.
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Auf der stillgelegten Walensee-Raststätte an der A3 zieht bald wieder Leben ein.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Rudolf Hilti plant, Geister-Raststätte am Walensee umzubauen
  • Besitzer will 2013 erworbene Raststätte aus gesundheitlichen Gründen loswerden
  • Sanierung läuft, erste öffentliche Events mit Star-DJ Andrea Oliva schon im Herbst 2026
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Seit 2003 ist die Geister-Raststätte an der A3 in Obstalden GL geschlossen. Der wuchtige Betonbau direkt am Walensee steht leer – und zerfällt. Immer wieder sorgt der Lost Place für Schlagzeilen. Zuletzt brachten Tesla-Fans die stillgelegte Raststätte als Standort für Supercharger und ein US-Style-Diner mit Blick auf den Walensee ins Spiel. Das Vorhaben dürfte aber scheitern: Das Bundesamt für Strassen (Astra) hat den Parkplatz der Raststätte 2017 aus Sicherheitsgründen geschlossen. Zu kurz sei der Streifen zum Einspuren.

Dieser grosse Haken stört Rudolf Hilti (36) aus Schaan (FL) nicht. Im Gegenteil. Er hat grosse Pläne, wie die «Glarner Nachrichten» zuerst berichtet haben. Hilti will sie zu einem besonderen Begegnungsort machen. «Das Potenzial ist gross, die Kulisse einzigartig», sagt er im Gespräch mit Blick. «Die autofreie Autobahnraststätte reizt mich. Wäre sie mit dem Auto erreichbar, würde sie mich nicht interessieren.»

«Es ging ihm nie ums Geld»

Die Geister-Raststätte gehört Peter Heinz Moravcik (86). Der Österreicher hat sie 2013 für 800'000 Franken gekauft, weil er sich in den Flecken am Walensee verliebt hatte. Er wollte der seit 2003 geschlossenen Raststätte neues Leben einhauchen. «Mein Traum war es, wieder Gäste zu bewirten. Ich wollte eine kleine, gemütliche Raststätte betreiben», sagt er zu Blick. Alle Projekte haben sich aber zerschlagen. Mittlerweile will der schwer krebskranke Österreicher nur noch eines: dass ihm das Astra die Geister-Raststätte abkauft und er «eine faire Entschädigung» erhält, wie er es nennt.

Rudolf Hilti hat mit Moravcik Kontakt aufgenommen. «Er hat lange für diese Raststätte gekämpft», sagt Hilti zu Blick. «Als er sich anhörte, wie wir sie transformieren wollen, entschied er, sie in unsere Hände zu geben.» Moravcik sei es dabei nie ums Geld gegangen, so Hilti. «Sondern darum, dass aus dem Ort etwas Sinnvolles entsteht. Und dass jemand am Werk ist, der die Ausdauer und die Kraft mitbringt, dies umzusetzen.»

«Wir finanzieren das selbst»

Man habe sich schnell geeinigt und vorwärtsgemacht. «Die Renovierung hat begonnen, wir finanzieren das selbst», sagt Hilti, treibende Kraft hinter der gemeinnützigen Stiftung «The System Change Foundation» mit Sitz in Vaduz. «Unser Ziel ist es, einen besonderen Denk- und Gestaltungsraum zu schaffen, einen Ort, an dem die Autobahn im Hintergrund rauscht und nicht tangiert wird», sagt Hilti. Und fügt an: «Gäste sollen inspiriert werden, neu zu denken und anders zu handeln.» Selbst im Mittelpunkt stehen will Hilti aber nicht, ihm gehe es ums Projekt, beteuert er. Derzeit wird das Dach saniert und neue Fenster eingebaut.

Schon im Juli soll in der Ruine ein Musikvideo gedreht werden. Im Herbst plant Hilti die ersten öffentlichen Veranstaltungen. Mit dabei sind die Musikorganisation «Bridges for Music» und Star-DJ Andrea Oliva (45), der bereits am Coachella-Festival in den USA und auf Ibiza auflegte. Langfristig sollen Velofahrer und Wanderer in einem Café einkehren können. Im Obergeschoss könnten Seminare, Ausstellungen oder Workshops stattfinden. Gäste sollen künftig auch per Shuttle-Boot zur Raststätte kommen. «Die Raststätte soll sich immer weiterentwickeln können und nie ganz fertig sein», betont Hilti.

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