Darum gehts
- 9-Zimmer-Villa in Winterthur seit Dezember 2024 unverkauft, jetzt Oster-Rabatt
- Spektakuläres Betonhaus mit Hallenbad, Weinkeller, Bibliothek und Cheminée
- Wohnfläche 210 m², Preis vermutlich hoher einstelliger Millionenbetrag
Kluger Einfall oder pure Verzweiflung? In Winterthur ZH bietet ein Immobilienbesitzer seine millionenteure Villa mit einem Oster-Rabatt an. Der spektakuläre 9-Zimmer-Tempel steht derzeit zum Verkauf – bereits seit Dezember 2024. Die Immobilie ist ein Ladenhüter. Jetzt scheinen die Verkäufer die Geduld zu verlieren. Am Dienstag haben sie die Annonce auf ImmoScout24 angepasst. Neuer Titel: «Oster-Gelegenheit, reduzierter Preis.»
Die Villa lässt zwar die Herzen von Architektur-Freaks höherschlagen. Sie scheint aber den Geschmack einer zahlungskräftigen Kundschaft nicht zu treffen. Was die Immobilie kostet, will der Makler auf Anfrage von Blick nicht verraten. Es dürfte sich aber um einen höheren einstelligen Millionenbetrag handeln. Denn das Haus hat es in sich, im wahrsten Sinne des Wortes.
Hallenbad mit Gegenstromanlage
Schon die Eckdaten lassen aufhorchen: neun Zimmer auf drei Stockwerken mit einer Wohnfläche von 210 Quadratmetern. Im Grünen gelegen im Winterthurer Stadtteil Seen. Erbaut wurde das «Haus Wegmann» – benannt nach dem früheren Besitzer Henry Wegmann (†63) – 1987 vom Zürcher Peter Märkli (72). Das Betonhaus gehört zum Frühwerk des über die Landesgrenzen hinaus bekannten Architekten und emeritierten Professors.
Das Anwesen verfügt über ein eigenes Hallenbad mit Gegenstromanlage und ein Dampfbad. Die Villa hat einen modernen Weinkeller, eine Garage für drei Fahrzeuge und eine eigene Bibliothek sowie einen Salon samt Cheminée. Im Obergeschoss befinden sich vier Schlafzimmer, sie sind über einen Balkon miteinander verbunden. Hohe Räume und eine klare Formsprache ziehen sich durch sämtliche Räume. Allerdings: Die Küche ist mit 10 Quadratmetern erstaunlich eng geschnitten.
«Architektur wird zur meditativen Übung»
Wirklich heimelig wirkt das «Haus Wegmann» mit der grauen Betonfassade nicht. Im Immo-Inserat heisst es dazu: «Die Fassade, mit den halben Rundbogenfenstern der Schwimmhalle, lässt den Bau als Atelier, als Andachtsstätte, als Werkraum lesen. Wer dieses Haus gesehen hat, vergisst es nicht mehr.»
Zum Preis schweigt auch die Annonce. Wie gross der «Oster-Rabatt» ist, bleibt unklar. Die Maklerin Poeticwallls aus Zürich wollte Blick den Preis nicht nennen. Dafür beschreibt sie das Verkaufsobjekt in der Annonce blumig mit den Worten: «Schlichtheit entsteht hier durch Konzentration. Architektur wird zur meditativen Übung.» Und dann: «Der Reichtum liegt in Harmonie, Takt und Klarheit. Märklis Bauten schaffen Räume für ein bewusstes Leben.»