Darum gehts
- 22-Zimmer-Villa in Lüscherz BE für 5,7 Millionen Fr. zu verkaufen
- Ehemalige Fabrikanten-Villa mit 1000 Quadratmeter Wohnfläche mit Pool und Sauna
- Letzte Sanierung 1993, Käufer muss mit hohen Renovationskosten rechnen
Viel schöner kann man im Kanton Bern nicht wohnen! Auf einer Anhöhe, mit Blick auf den Bielersee und am Rande eines Rebberges liegt eine 22-Zimmer-Villa in Lüscherz BE, die für 5,7 Millionen Franken zum Verkauf steht. Sie liegt in einem 15'000 Quadratmeter grossen Park mit alten Bäumen und einem grossen Pool. Dazu gibt es ein Hallenbad, eine Sauna sowie einen Jacuzzi.
Der Käufer kann es sich auf über 1000 Quadratmetern Wohnfläche gemütlich machen. Privatsphäre? Kein Thema, das Anwesen ist von aussen kaum einsehbar. In der Annonce heisst das dann: «Das grosszügige Grundstück verleiht der Liegenschaft einen repräsentativen Charakter und schafft ein einzigartiges Wohnambiente inmitten von Natur.» Die Zufahrt zum Anwesen erfolgt standesgemäss über eine Privatstrasse, die direkt zu den Garagen sowie zu mehreren Aussenparkplätzen führt.
1993 letztmals saniert
Als besonderer Blickfang wird der Wintergarten angepriesen. «Er kann ganzjährig genutzt werden und ermöglicht den direkten Bezug zur Natur», schreibt der Makler. Und fügt an: «Ausgestattet mit Kamin und Pizzaofen bietet er einen idealen Ort für entspannte Stunden und gesellige Anlässe.» Die Villa ist in zwei eigenständige Wohneinheiten mit separaten Zugängen unterteilt. «Diese können entweder separat genutzt oder zu einer grosszügigen Gesamteinheit zusammengeführt werden.»
Ein Schnäppchen ist die Villa aber nicht. Zum Kaufpreis von 5,7 Millionen Franken wird der neue Besitzer noch einmal ein paar Millionen aufwerfen müssen. Denn die 1970 erbaute Liegenschaft wurde 1993 letztmals saniert. Sie stand jahrelang leer. Dem Geschmack einer zahlungskräftigen Kundschaft entspricht das angestaubte Interieur nicht mehr, wie sich beim Blick auf aktuelle Bilder zeigt.
Im Immo-Inserat heisst das dann leicht beschönigend: «Die Liegenschaft befindet sich in funktionalem Zustand, bietet jedoch Renovations- und Modernisierungspotenzial. Dies eröffnet die Möglichkeit, das Objekt nach eigenen Vorstellungen und zeitgemässen Ansprüchen zu gestalten.»
Ein Unding für Schweizer Uhrenhersteller
Jahrzehntelang war die Villa im Besitz einer alteingesessenen Berner Seeländer Uhrenfabrikanten-Familie. Sie machte ihr Geld in den 60er- und 70-Jahren mit dem Verkauf von teuren Uhren in ganz Europa. Sie investierte in den USA und in Asien, etwa für eigene Produktionsanlagen in Hongkong – damals ein Unding für eine Schweizer Uhrenfirma. Zuletzt produzierte das Unternehmen vor allem für Drittanbieter. 2010 ging es Konkurs.