Darum gehts
- Moov Airways plant Drehkreuz auf Kapverden, will Europa, Afrika, Lateinamerika verbinden
- Ziel: zwei Millionen Passagiere jährlich, Vergleich Swiss: 16,5 Millionen
- 30 Evtol-Flugtaxis bestellt für Rundflüge und regionale Verbindungen
Eine neue Fluggesellschaft ist Moov Airways nicht. Im Jahr 2020 entstand sie aus dem gescheiterten Schweizer Airline-Projekt Swiss Skies. Dessen Mitgründer Alvaro Oliveira, der die Flugbranche als ehemaliger Ryanair-Pilot bestens kennt, krempelte das Team um und gab dem Start-up einen neuen Namen. Das Ziel blieb jedoch dasselbe: Basel soll Ausgangspunkt für Langstreckenflüge der fünften Airline der Schweiz werden. Anfliegen will man Ziele im Osten der USA und Kanada, in Südamerika, der Karibik und im Nahen Osten.
Sechs Jahre später ist die Airline mit Sitz in Lugano TI noch immer nicht abgehoben. Jetzt strömt allerdings wieder frischer Wind in die Turbinen, wie das Aviatikportal Aerotelegraph berichtet. So will das Start-up neuerdings die Kapverden zu seinem Drehkreuz machen. Von dort aus will Oliveira die drei grossen Märkte Europa, Afrika und Lateinamerika miteinander verbinden. Zwei Millionen Fluggäste pro Jahr werden neben Frachttransporten angestrebt. Zum Vergleich: Die Swiss befördert jährlich 16,5 Millionen Passagiere.
Neue Flugtaxis für mehrere Millionen bestellt
Daneben unterzeichnete Moov Airways im Juli eine Absichtserklärung für den Kauf von bis zu 30 Evtol-Flugtaxis. Die Maschinen sind eine Mischung aus Helikopter und Flugzeug. Damit will das Schweizer Start-up touristische Rundflüge, Shuttle-Verbindungen sowie regionale Flüge in Europa und den Kapverden anbieten. Für den Typ Lufttaxi, den Moov Airways einsetzen will, gibt es noch keinen allgemein verfügbaren Listenpreis. Experten rechnen aber mit Kosten von 1 bis 5 Millionen Franken pro Flugzeug.
Damit das Projekt der Airline nicht wieder versandet, hat die Fluggesellschaft in den vergangenen Tagen Nägel mit Köpfen gemacht. In der kapverdischen Hauptstadt Praia traf sich die Teppichetage mit Premierminister Francisco Carvalho und Verkehrsminister João do Carmo Brito, wie Aerotelegraph weiss. Dabei hat das Schweizer Start-up Interesse an den Cabo Verde Airlines bekundet. Die Fluggesellschaft der Kapverden befindet sich in einer prekären finanziellen Situation. Gemäss der Regierung werden verschiedene Optionen geprüft: Neuausrichtung, Partnerschaften – oder sogar das Grounding.
Vorgänger Swiss Skies
Zum Aus möchte es Oliveira bei seiner Start-up-Airline nicht kommen lassen – anders als beim Vorgänger Swiss Skies. Das 2018 gestartete Schweizer Projekt wollte neben Langstreckenverbindungen von Basel aus auch ab Lugano fliegen. Und das als Billig-Airline – 30 Prozent günstiger als die Konkurrenz. 100 Millionen Dollar wollten die Verantwortlichen bei Investoren beschaffen. Von 38 Airbus vom Typ A321 LR und 1900 Mitarbeitern innert vier Betriebsjahren war die Rede. Dazu kam es aber nie. Das Geld kam nicht annähernd zusammen. Die Beteiligten zogen sich nach und nach zurück. Ausser Oliveira. Der wagt erneut den grossen Wurf.