Kein Geld fürs Eigenheim
Jeder zweite Junge kämpfte sich von Zahltag zu Zahltag

Fast die Hälfte der jungen Erwachsenen in der Schweiz lebt von der Hand in den Mund, zeigt eine Studie. Hohe Wohnkosten und finanzielle Unsicherheit zwingen 46 Prozent, Lebensentscheidungen wie Heirat oder Weiterbildung zu verschieben. Das Eigenheim ist unerreichbar.
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Viele Jungen machen sich Sorgen über ihre finanzielle Zukunft.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Studie zeigt: 78 % der Generation Z in der Schweiz sorgen sich um bezahlbaren Wohnraum
  • Mehr als die Hälfte kann sich kein Eigenheim leisten, Immobilienpreise zu hoch
  • 46 % verschieben wichtige Lebensentscheidungen, 36 % sehen Finanzen als grössten Stressfaktor
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Die Schweiz ist ein Paradies für Arbeitskräfte: Hohe Löhne, eine tiefe Arbeitslosigkeit und eine starke Wirtschaft schaffen beste Grundlagen für finanzielle Sicherheit und ein sorgenfreies (Berufs-)Leben. Eigentlich. Doch ausgerechnet die junge Generation blickt zunehmend mit Sorgen auf ihre Zukunft. Das zeigt eine neue Studie des Beratungsunternehmens Deloitte. Besonders die Wohnkosten treiben vielen Angehörigen der Generation Z – sie umfasst die Jahrgänge 1995 bis 2007 – den Schweiss auf die Stirn.

Die grösste finanzielle Sorge der jungen Schweizer ist nicht das erste eigene Auto oder die nächste Ferienreise – sondern die Frage, wie sie künftig wohnen sollen. 78 Prozent der befragten Gen-Z-Angehörigen geben an, dass die Verfügbarkeit und Bezahlbarkeit von Wohnraum ihre Karrierepläne und die Wahl ihres Wohnorts beeinflussen. Damit liegt die Schweiz deutlich über dem internationalen Durchschnitt.

Ein Haus? Kann ich mir nicht leisten

Der Traum vom Eigenheim rückt für viele in weite Ferne. Mehr als jeder Zweite der Generation Z sagt, dass er sich kein eigenes Haus oder keine Eigentumswohnung leisten kann – zu hoch sind die Immobilienpreise in der Schweiz. «Das ist nicht nur ein persönliches Problem, es ist auch ein Warnsignal für den Wirtschaftsstandort», sagt Michael Grampp, Chefökonom von Deloitte Schweiz. «Wenn wir Talente anziehen und halten wollen, muss die Politik die angespannte Lage auf dem Schweizer Immobilienmarkt gezielt angehen», fordert er.

Die Folgen der Geldprobleme und -sorgen gehen aber weit übers Thema Wohnen hinaus. Fast die Hälfte der jungen Erwachsenen lebt laut der Deloitte-Studie faktisch von der Hand in den Mund. Hangelt sich mühsam von Zahltag zu Zahltag, ohne ernsthaft etwas zur Seite legen zu können. Knapp ein Drittel fühlt sich finanziell nicht abgesichert. Das hat Folgen: Viele sehen sich gezwungen, ihre Lebensplanung anzupassen. 46 Prozent der Gen Z haben wichtige Entscheidungen bereits verschoben – etwa eine Hochzeit, die Familiengründung oder eine Weiterbildung.

Finanzfragen stressen die Jungen

Auch die allgemeine finanzielle Zukunft bereitet vielen Jungen Sorgen. Für 36 Prozent der Befragten gehört sie zu den grössten Stressfaktoren überhaupt. Viele zerbrechen sich häufiger über ihre Finanzen den Kopf als über Gesundheitsthemen oder Beziehungen und die Familie.

Bemerkenswert ist, wie die junge Generation auf diesen Druck reagiert. Statt möglichst schnell Karriere zu machen und viel Geld zu verdienen, setzen viele Junge auf eine bessere Balance zwischen Beruf und Privatleben. Nur ein Drittel strebt einen stetigen beruflichen Aufstieg an. Flexible Arbeitszeiten, mentale Gesundheit und genügend Zeit für Familie und Freunde sind oft wichtiger als der nächste Karriereschritt.

Konkret: Nur jeder zweite Befragte möchte eine Führungsposition übernehmen. Und: Jeder Fünfte arbeitet nicht in Vollzeit oder in einer Festanstellung.

Für Tiina Pokkinen, Human Capital Partner bei Deloitte Schweiz, ist deshalb klar: «Der Fokus allein auf ‹Titel und Gehalt› ist heutzutage nicht mehr ausreichend, um Talente zu halten», sagt sie. «Arbeitgeber müssen Sinn, Flexibilität und wirksame Unterstützung bieten.» Unternehmen müssten umdenken. «Wer Sinn, Flexibilität und Unterstützung bietet, kann engagierte Mitarbeitende gewinnen und halten. Wer diese Erwartungen ignoriert, verliert sie», glaubt die Expertin.

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