Jobinserat sorgt für Wirbel
Arbeitgeber will keine Bewerber der Generation Z

Ein Spitexdienst sucht eine Pflege-Teamleitung, schliesst aber Bewerbungen der Gen Z aus. Der Grund: man wolle «keine Montag, Freitag, Krankenscheinmentalität»
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Die Arbeitsmoral der Generation Z sorgt regelmässig für hitzige Diskussionen.
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Darum gehts

  • Fit for Care sucht Pflegeleitung, schliesst ausdrücklich Generation Z aus
  • Genz Z steht wegen Arbeitsmoral regelmässig in der Kritik
  • Statistik: Jüngste Arbeitnehmer fehlen jährlich knapp zwei Wochen krankheitsbedingt
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Martin SchmidtRedaktor Wirtschaft

Dieses Jobinserat sorgt für Wirbel: Der Spitexdienst Fit for Care sucht eine Teamleitung Pflege. So weit, so gewöhnlich. Doch das Unternehmen weist im Stellenbeschrieb explizit darauf hin, dass sich eine bestimmte Bevölkerungsgruppe gar nicht erst bewerben muss: «Keine Generation Z!», heisst es ganz oben im Inserat auf jobs.ch. 

Die «NZZ am Sonntag» hat über die Stellenanzeige berichtet und beim Unternehmen nach den Gründen für den Ausschluss einer ganzen Generation gefragt. Fit for Care wollte sich dazu jedoch nicht öffentlich äussern. Das Unternehmen bietet in den Kantonen Zürich, Aargau und Basel-Landschaft Pflegedienstleistungen an. 

Junge sind tatsächlich häufiger krank

Im Inserat kann jedoch ein möglicher Grund herausgelesen werden: Man wolle «keine Montag, Freitag, Krankenscheinmentalität», heisst es darin. Die Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen: Gerade die Jüngsten fallen auf der Arbeit knapp zwei Wochen pro Jahr krankheitsbedingt aus. Damit stehen sie direkt hinter den älteren Semestern in der Arbeitswelt auf Platz 2. Das war nicht immer so. In den letzten 15 Jahren kam es immer wieder vor, dass mittelalte Beschäftigte häufiger krankgeschrieben waren. Seit 2020 haben die Absenzen bei den Jungen jedoch deutlich zugenommen.

Die Arbeitsmoral der Generation Z sorgt immer wieder für hitzige Diskussionen. Vor rund zwei Jahren sorgte der Bündner Hoteliersdirektor Ernst «Aschi» Wyrsch (64) für Aufsehen, als er die junge Generation als «verweichlicht» bezeichnete.

«Empfindlich und kränklich»

«Man gibt zu schnell auf, ist rasch genervt, empfindlich und kränklich», sagte Wyrsch damals zur «Südostschweiz». Das sei nicht nur in Hotellerie und Tourismus so, sondern in sämtlichen Branchen. Die Jungen müssten wieder lernen, Konflikte auszuhalten und gegen Widerstände anzukämpfen. Gleichzeitig müssten Hoteliers oder sämtliche KMU-Chefs wieder mehr Zeit ins Thema Führung investieren.

Im Anschluss kam es an der Delegiertenversammlung des Vereins zu einem kleinen Eklat: Junge Branchenvertreter stürmten die Bühne und wollten den Ruf der jungen Generation ins rechte Licht rücken. Ihre Anfrage im Vorfeld, an der Veranstaltung das Wort ergreifen zu dürfen, wurde abgelehnt.

Der Wind auf dem Arbeitsmarkt hat gedreht

Die Arbeitslosenstatistik zeigt nicht, dass die Arbeitgeber die junge Generation meiden: Pauschale Klischees dürften den Jahrgängen von 1995 bis 2010 kaum gerecht werden. Trotzdem hat der Wind auf dem Arbeitsmarkt etwas gedreht, da die Zeiten des grossen Fachkräftemangels in vielen Branchen vorbei sind.

Vor drei Jahren hätten die Chefs und Chefinnen nur hinter vorgehaltener Hand geklagt, sagt Pascal Scheiwiller (52) gegenüber der «NZZ am Sonntag». Er ist CEO der Personalberatung Alixio Group Schweiz. Die Generation Z komme mit ihrer Arbeitseinstellung und ihren Werten bei Vorgesetzten aus anderen Generationen oft nicht so gut an, führt Scheiwiller aus. Ein zentraler Kritikpunkt der Führungskräfte: Die Jungen fordern mehr, als sie leisten.

Fit for Care ist die mediale Aufmerksamkeit inzwischen offenbar zu viel geworden: Auf der eigenen Webseite wurden die Hinweise auf die Gen Z und die Krankenscheinmentalität entfernt. Auf jobs.ch ist das Originalinserat nach wie vor aufgeschaltet. Verboten ist der Generationenhinweis in der Schweiz nicht.

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