Karolin Andrews macht Home Staging in der Schweiz
«Ich mache den wahren Wert einer Immobilie sichtbar»

In den USA, Frankreich und Skandinavien wird sogenanntes Home Staging längst eingesetzt, um Eigenheime beim Verkauf ins beste Licht zu rücken. In der Schweiz gehört Karolin Andrews zu einer von wenigen ihrer Berufsgruppe.
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Karolin Andrews richtet als Home Stagerin Immobilien in der Ostschweiz zum Verkauf ein.
Foto: Thomas Meier

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Karolin Andrews richtet als Home Stagerin Immobilien in der Ostschweiz ein
  • Mit Farbkonzepten, Deko und Statement-Stücken steigert sie deren Verkaufschancen
  • Home Staging erhöht Verkaufspreise um 5 bis 15 Prozent

Karolin Andrews (42) übt einen Job aus, den in der Schweiz nur etwa 15 andere machen: Sie ist Home Stagerin. Das heisst: Sie richtet Wohnungen und Häuser ein, die zum Verkauf ausgeschrieben werden. Blick trifft sie in einer solchen Wohnung. Diese befindet sich in einer Neuüberbauung mit zwei Mehrfamilienhäusern in Uttwil TG, wenige Gehminuten vom Ufer des Bodensees entfernt.

Fünf der 14 Wohnungen sind noch zu haben. Eine davon wurde von Andrews als Musterwohnung eingerichtet. Interessierte Käufer dürfen sie besichtigen. Inszenierung und Einrichtung sollen das Potenzial der Wohnungen besser sichtbar machen.

Weit weg vom Einheitsbrei

Ein Stilmittel: Farbe. In der Wohnung finden sich Neonpink und -gelb in jedem Zimmer. Ganz anders als die üblichen Visualisierungen, die man auf Immobilienportalen sonst zu sehen bekommt. «Mit der richtigen Einrichtung und einem durchdachten Farbkonzept lassen sich Emotionen wecken», sagt Andrews. Sie setzt dabei auf Einzigartigkeit. Bezieht das Sofa selbst mit einem Stoff, der genau zur Einrichtung passt. Dazu Kissen aus Marokko. Die Bilder im Schlafzimmer kommen aus dem Brocki. Die 42-Jährige hat daraus mit ein paar Pinselstrichen eigene Kunstwerke gemacht – perfekt abgestimmt auf das Farbkonzept der Wohnung.

Andrews ist gelernte Innendekorateurin und hat Architektur studiert. Seit zweieinhalb Jahren ist sie als selbständige Home Stagerin in der Schweiz tätig – hauptsächlich in der Ostschweiz. Zudem ist sie Vizepräsidentin des Schweizer Verbands für Home Staging und Redesign (SVHR).

«Meine Inszenierung soll das Gefühl wecken: Das gibt es nur hier, das muss ich haben!», sagt sie. Ihre Möbel stammen deshalb selten aus einem bekannten Möbelhaus. Lieber restauriert sie Brocki-Funde oder lässt Möbel vom Schreiner anfertigen. Selten mietet sie auch ein teures Designerstück für die vorübergehende Nutzung in einer Musterwohnung.

Statement-Stück aus Mammutbaumholz

«Im Zentrum meiner Einrichtung steht immer ein Statement-Stück», sagt die Innendekorateurin. In der Wohnung in Uttwil ist es eine Holzscheibe auf einem Podest, beleuchtet. Es ist aus dem Holz des Mammutbaums, der für diese Überbauung weichen musste. «Die Eigentümerin hat mich gebeten, daraus etwas zu machen – sie wuchs auf diesem Stück Land auf, wurde mit dem Baum zusammen gross.»

Einen Standardpreis für ihr Home Staging gibt es nicht. Das komme auf den Projektumfang und die Zielgruppe an, sagt Andrews: Je teurer die Wohnung, desto teurer seien die Möbel, die zum Einsatz kommen. Das wirkt sich auf den Preis aus. Home Staging für eine 3,5-Zimmer-Wohnung koste zwischen 5000 und 15’000 Franken.

Home Staging steigert Verkaufs-Chancen

In den USA, Frankreich und Skandinavien wird Home Staging längst standardmässig eingesetzt, um Eigenheime ins beste Licht zu rücken. In der Schweiz werden bisher die wenigsten Objekte extra für den Verkauf eingerichtet und aufgehübscht.

Dabei lohnt es sich, ist Andrews überzeugt: «Home Staging hilft, den wahren Wert einer Immobilie zum Vorschein zu bringen», sagt sie. Zahlen aus Deutschland bestätigen das: Laut dem Deutschen Verband für Home Staging erzielen Verkäufer mit Home Staging im Schnitt 5 bis 15 Prozent höhere Preise.

Verbreitet im Luxussegment

«Auch in der Schweiz erreicht man dadurch in der Regel einen höheren Verkaufspreis», so Andrews. Offizielle Zahlen für die Schweiz gibt es nicht. Hierzulande kommt Home Staging vor allem bei Luxusimmobilien zum Einsatz. Auch Andrews richtete bisher eher hochpreisige Immobilien ein. In der Ostschweiz heisst das: Eigenheime für 800’000 bis 1,5 Millionen Franken.

Ihre Dienste lohnen sich laut Andrews aber nicht nur, um einen höheren Verkaufspreis zu erreichen. «Gerade hochpreisige Objekte werden dadurch schneller verkauft.» Das hat sich in Uttwil erneut bestätigt. Die Home Stagerin freut sich: «Meine möblierte Wohnung war bereits am ersten Besichtigungstag verkauft.»

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