Kaderlass bei der Migros
Dieser Top-Abgang ist wohl kein Zufall

Rumort es erneut bei der Migros? Der orange Riese macht mit mehreren Abgangsmeldungen an einem Tag Schlagzeilen. Alles nur Zufall, wie die Migros behauptet?
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Der Migros-Konzern überrascht mit drei Meldungen über Top-Kaderabgänge an nur einem Tag.
Foto: SVEN THOMANN

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Migros meldet mehrere Kader-Abgänge, darunter Katrin Tschannen, Chefin Migros Online
  • Tschannen bleibt bis März, plante Regensdorf-Warenlager und führende Shopping-App
  • Migros-Gruppe fokussiert auf Galaxus, möglicherweise Integration von Migros Online
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Ulrich RotzingerWirtschaftschef

Was läuft da wieder bei der Migros? Innerhalb weniger Stunden veröffentlichte der Genossenschafts-Bund diese Woche mehrere Abgänge von Top-Kaderleuten.

Knall auf Fall weg ist der Privatkunden-Chef der Migros Bank. Markus Schawalder (52) bekleidete seit 2021 den wichtigsten Posten bei der Finanztochter. Bereits in den Ruhestand verabschiedet die Migros den Chef ihres Industriebetriebs Delica (Chocolat Frey, Delizio-Kaffee, Farmer). Thomas Gubler (63) war erst drei Jahre auf dem Posten, aber schon 40 Jahre beim Unternehmen. «Der richtige Zeitpunkt für eine neue Herausforderung» sei auch für Katrin Tschannen gekommen, schreibt der orange Riese in einer Mitteilung. Immerhin: Die 45-jährige Chefin von Migros Online bleibt noch bis März auf ihrem Spitzenposten. 

Die Vermeldung dieser Kader-Abgänge an einem einzigen Tag sei reiner Zufall, heisst es bei der Migros. Das stimmt so nicht ganz, sagen gut vernetzte Quellen. Erst kürzlich tagte der Migros-Verwaltungsrat. Da ging es offenbar auch darum, wie und wann man anstehende Entscheide am besten kommuniziere. Selbst die Pressestelle der Migros sei bis kurz vor Publikation im Dunkeln gelassen worden, ist zu hören. 

Geht Tschannen, bevor sie überflüssig wird?

Am meisten verwundert der Abgang von Tschannen. Sie hat Leshop in Migros Online überführt. Tschannen habe Migros Online zu einer der führenden Shopping-Apps der Schweiz gemacht, lobt die Migros. Mit dem automatisierten Warenlager in Regensdorf ZH sei ein Schritt für weiteres Wachstum gemacht. 

Onlineshopping ist die Zukunft, also warum nimmt Tschannen den Hut? Bekannt ist: Die Migros-Gruppe bündelt seit längerem ihre Power auf Galaxus. Was viele nicht wissen: Das grösste Onlinewarenhaus der Schweiz bietet bereits ein grosses Sortiment an haltbaren Lebensmitteln sowie Eigenmarken der Migros und Tausende Non-Food-Produkte an. 

Bislang hat man Migros Online nicht vollständig in Galaxus integriert, denn für Frischprodukte wie Obst und Gemüse braucht es eine besondere Logistik. Für beide existieren daher noch eigene Plattformen. Galaxus könnte aber bald kein heimlicher Supermarkt-Riese mehr sein. Würde Migros Online bald in Galaxus integriert, könnte Tschannen deswegen überflüssig werden – sucht sie vorausschauend das Weite?

Katrin Tschannen wolle eine «berufliche Neuorientierung» vornehmen. Es sei ihr Entscheid gewesen, zu gehen, so die Migros-Pressestelle auf Blick-Anfrage. «Eine Integration von Migros Online in Digitec Galaxus ist nicht vorgesehen.» Ob sich das – wie zuletzt so vieles im Migros-Konzern – dann schnell mal ändert, bleibt abzuwarten.

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