Ist die Kultmarke am Ende?
US-Firma blockiert Bally-Verkauf an Künzli-Retter Martullo

Die 175-jährige Schweizer Luxus-Schuhmarke Bally kämpft ums Überleben. Die US-Eigentümerin Regent lehnte ein Kaufangebot von Unternehmer Roberto Martullo ab. Die Marke steht unter Aufsicht des Konkursamts Lugano.
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Der traditionsreiche Schweizer Schuhproduzent Bally hätte gerettet werden können.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Der US-Fonds Regent lehnt ein Rettungsangebot für Bally durch Roberto Martullo ab
  • Eigentümerin Regent plant eventuell Lizenzierung der 175 Jahre alten Marke
  • Bally steht seit Juni unter Konkursaufsicht in Lugano
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Bernadette HoggRedaktorin Wirtschaft

Für die kriselnde Schuhmarke Bally war eine Rettung in Sicht! Roberto Martullo (64), bereits Retter der Schuhmarke Künzli, meldete sich bei den Eigentümern des Schweizer Traditionshauses mit der Absicht eines Kaufs. Doch der US-Investmentfonds Regent lehnte das Angebot für die gesamte Bally-Gruppe inklusive der Marke ab, wie die Zeitung «La Regione» berichtet. Nachdem dem Unternehmen Mitte Juni die Nachlassstundung gewährt wurde, steht das 175 Jahre alte Luxuslabel jetzt noch unter Aufsicht des Konkursamts Lugano.

Martullo bestätigt gegenüber Blick, dass eine Kaufabsicht für Bally im Raum stand. «Wir haben diverse Gespräche geführt, ich war auch dort und habe die Firma besichtigt», sagt der Unternehmer. Zum Traditionshaus hat er einen besonderen Bezug: Beide Elternteile waren langjährige Angestellte in der Bally-Fabrik. Die Eigentümerin habe einen Verkauf aber kategorisch abgelehnt: «Sie haben gesagt, sie haben andere Pläne.»

Das Traditionshaus wird zum reinen Markennamen

Was passiert nun mit der Traditionsmarke? Martullo vermutet, dass der Fonds seinem Geschäftsmodell folgt. «Sie kaufen Firmen mit einem guten Brand, lassen sie bankrott gehen und lizenzieren dann die Marke.» Wer sind die Verlierer in dem Spiel? Ganz klar die Mitarbeitenden und Lieferanten, die leer ausgehen oder die Kündigung erhalten.

Mit Bally würde ein Stück Schweizer Geschichte zu Ende gehen. Schon im Mai wurde bekannt, dass die Traditionsmarke die Schuhproduktion im Tessin ganz einstellt. Die 27 verbleibenden Mitarbeitenden in Caslano TI mussten gehen, die 100 Beschäftigten in der Verwaltung durften noch bleiben. Die US-Eigentümerin ist bekannt dafür, historische Marken in finanzieller Schieflage aufzukaufen und umzustrukturieren. Das war beispielsweise beim deutschen Luxushaus Escada der Fall, dessen Marke heute nur über Lizenzen weiterbesteht.

Bally verschwindet aus den Einkaufsmeilen

Nicht nur die Schuhfabrik im Tessin, auch die Läden von Bally gingen in den letzten Monaten einer nach dem anderen zu. Luzern, Basel, Lugano, Lausanne und Genf: Überall sind die Schaufenster heute leer. Der Onlineshop wird auch nicht mehr betrieben. Und Blick weiss: Auch in der Vorzeigefiliale an der noblen Zürcher Bahnhofstrasse sind seit kurzem die Lichter aus.

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