So viel Geld für Notfall und trotzdem Rendite nicht vergeuden
Wie du 30'000 Franken richtig anlegst

Was machen mit einem Batzen Geld auf der hohen Kante? Blick hat Tipps, wie du ein paar Zehntausend Franken richtig anlegst.
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Ein schönes Problem: Was machst du mit 30'000 Franken auf der hohen Kante?
Foto: keystone-sda.ch

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Christian KolbeRedaktor Wirtschaft

Du hast das angenehme Problem, 30'000 Franken auf der hohen Kante zu haben. Entweder, weil du zum Beispiel etwas geerbt hast. Oder in den letzten Jahren viel Finanzdisziplin gezeigt und das Geld auf deinem Konto angespart hast. 

Bei dieser Summe stellt sich die Frage, wie du dieses Geld sinnvoll anlegst. Ziel: eine Rendite zu erwirtschaften, von der du auf dem Sparkonto nur träumen kannst. 

Die erste Frage, die du dir stellen musst: Wie viel Geld brauche ich, um finanzielle Notfälle zu überbrücken. Zum Beispiel, weil die Reparatur des Autos doch mehr kostet als angenommen, die Heizung früher als gedacht den Geist aufgibt oder eines der Kinder eine teure Zahnkorrektur benötigt.

Ohne finanzielle Notreserve bleibt nicht viel zum Anlegen

Karl Flubacher (49), Anlageexperte beim VZ Vermögenszentrum empfiehlt eine Liquiditätsreserve von rund 20'000 Franken, um finanziell auf Unvorhergesehenes vorbereitet zu sein. Vielleicht auch um den einen oder anderen Monat ohne Einkommen überbrücken zu können. Die Anlageform ist simpel: das Sparkonto. «Beim Sparbatzen ist nicht die Rendite entscheidend, sondern die kurzfristige Verfügbarkeit», erklärt Flubacher. 

Im März lag die Inflation in der Schweiz bei 0,3 Prozent. Das heisst: Bei den aktuell sehr tiefen Zinsen wirst du etwas an Kaufkraft verlieren – dafür lässt dich das Liquiditätspolster ruhig schlafen. Und es bleiben dir von den ursprünglichen 30'000 noch 10'000 Franken. 

In der Schweiz ist klar, was du mit dem Geld machst, vor allem, wenn du den grösseren Teil deines Arbeitslebens noch vor dir hast: Den Maximalbetrag in die Säule 3a einbezahlen. Das sind für das Jahr 2026 immerhin 7'258 Franken. «Damit spart man Steuern», sagt Flubacher. «Es gibt inzwischen viele kostengünstige Onlineanbieter, wo das Geld fürs Alter gut angelegt ist.» 

Bleiben noch knapp 3000 Franken. Mit diesem Geld kaufst du am besten einen ETF – also einen an der Börse gehandelten Anlagefonds. So kannst du immerhin ein klein bisschen an der Rendite der Aktienmärkte profitieren. Und musst nicht zuschauen, wie dein Geld auf dem Sparkonto an Kaufkraft verliert. 

Finanzielle Notreserve schon zurückgelegt, dann mehr Spielraum

Falls du dein Liquiditätspolster schon gesichert hast, ist dein finanzieller Spielraum um einiges grösser. Von den 30'000 Franken bezahlst du auch in diesem Fall erst einmal in die dritte Säule ein. Und kannst dir nun Gedanken darüber machen, was du mit den restlichen knapp 23'000 Franken anfängst. 

Gehen wir mal davon aus, du hast einen langen Anlagehorizont von ein paar Jahren oder gar Jahrzehnten, dann kannst du wirklich an der Börse einsteigen. «Langfristig hole ich mit Aktien am meisten aus meinem Vermögen heraus», so Flubacher. Allerdings nicht mit Einzeltiteln! «Stock picking mit einzelnen Aktien ist viel zu heiss», warnt der Anlageexperte. «Wir erinnern uns alle an Titel wie Swissair, Credit Suisse oder Wirecard. All diese Firmen haben mal gut performt, sind heute aber Geschichte.» 

Also sind wir wieder bei den ETFs. Diese haben den Vorteil, dass sie praktisch nichts kosten, weil ein Computer einen Börsenindex abbildet. «Jedes Jahr ein halbes Prozent oder ganzes Prozent weniger Gebühren, das rechnet sich auf eine lange Anlagedauer», sagt Flubacher. Und addiert sich zusammen mit Dividenden und Ausschüttungen in den Fonds und der Performance der Titel im Fonds über die Jahre zu einem schönen Zinseszinseffekt – bei vergleichsweise überschaubarem Risiko: «Auch in einem ETF kann es immer mal ein faules Ei drunter haben», so Flubacher. Aber das werde durch viele gute Firmen kompensiert. 

Alles auf einmal – den richtigen Zeitpunkt gibt es nicht

Flubacher empfiehlt ETF auf breit aufgestellte Indizes wie etwa den Swiss Performance Index, den amerikanischen S&P 500 oder den MSCI World, der einen Korb von 1300 bis 1500 Unternehmen aus 23 Industrieländern umfasst. Wer besonders mutig ist, könnte seinem Vermögen auch noch etwas Gold oder Bitcoin beimischen – allerdings nicht mehr als 5 Prozent des Gesamtvermögens. 

Bleibt noch eine letzte Frage: Alles auf einmal investieren oder gestaffelt auf mehrere Vermögenstranchen einsteigen. Für Flubacher ist klar: «Bei einem langen Anlagehorizont den ganzen Betrag zum gleichen Zeitpunkt anlegen. Denn den richtigen Zeitpunkt gerade auch in einem volatilen oder sinkenden Markt zu finden, ist enorm schwierig.» 

Noch ein letzter Tipp von Flubacher: «Jetzt ist ein interessanter Moment, um einzusteigen, die Börsen notieren deutlich unter den Höchstständen.»

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