Fallende Aktienkurse
Trump hasst diese Firmen – was das für deine Anlagen heisst

Wenn US-Präsident Donald Trump gegen erneuerbare Energien oder nachhaltige Unternehmen austeilt, reagieren die Börsen oft nervös. Doch Gegenwind bietet Chancen.
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Wenn Donald Trump politische Statements abgibt, wirkt sich das oft auf die Aktienkurse von betroffenen Unternehmen aus.
Foto: AP

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Anlegerinnen und Anleger kennen das Gefühl: Man liest eine politische Schlagzeile, hört eine Rede – und plötzlich entsteht Unsicherheit. Soll ich jetzt verkaufen? Kommt da etwas auf mein Depot zu? Denn wenn US-Präsident Trump ankündigt, Förderprogramme für erneuerbare Energien zurückzufahren oder Nachhaltigkeitsvorgaben zu lockern, geraten entsprechende Aktien rasch unter Druck. Wind- und Solarunternehmen wie Ørsted, Vestas oder Next Era Energy verlieren an Wert.

Auch global aufgestellte Konzerne wie Apple oder der taiwanische Chipfertiger TSMC stehen im Fokus, wenn die USA wirtschaftlichen Nationalismus und kürzere Lieferketten propagieren.

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Viele Anlegerinnen und Anleger reagieren reflexartig: Sie übersetzen politische Rhetorik unmittelbar in strukturelle Risiken und verkaufen. Fonds verzeichnen Abflüsse, Bewertungen sinken. Doch genau in solchen Momenten lohnt sich ein zweiter Blick.

Börsen reagieren schneller als Geschäftsmodelle

Politische Aussagen wirken zwar sofort. Aber Geschäftsmodelle verändern sich langsam. Ein Wahlkampfversprechen ist noch kein Gesetz, und selbst verabschiedete Gesetze entfalten ihre Wirkung meist nur schrittweise.

Ein Blick zurück auf Trumps erste Amtszeit zeigt, wie vorschnell solche Schlüsse sein können. Der Handelskonflikt mit China löste 2018 erhebliche Nervosität aus. Industrie- und Technologiekonzerne galten als besonders gefährdet, die Kurse schwankten stark.

Langfristig entwickelten sich viele dieser Unternehmen jedoch robust weiter. Gewinne stiegen, Innovationen gingen voran, die globale Nachfrage blieb bestehen. Politische Unsicherheit führte zu Volatilität – nicht zwingend zu dauerhaft schwächeren Geschäftsmodellen.

Strukturelle Treiber bleiben

In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Stimmung gegenüber Nachhaltigkeit merklich abgekühlt. ESG – das Kürzel steht für Environmental, Social and Governance (Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung) – ist politisch weniger populär als noch vor wenigen Jahren. Nachhaltigkeitsfonds verlieren Mittel, erneuerbare Energien entwickelten sich viel schwächer als etwa KI- oder Rüstungsaktien.

Doch die strukturellen Treiber sind nicht verschwunden. Energieeffizienz spart Kosten, unabhängig von Parteiprogrammen. Wasseraufbereitung bleibt weltweit notwendig. Der Bedarf an Medikamenten wächst mit zunehmendem Alter der Bevölkerung.

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Energiemanagement-Konzerne wie Schneider Electric oder Eaton profitieren von Investitionen in Netze und Automatisierung. Der Wasserhygiene-Konzern Ecolab wächst mit steigenden Anforderungen an Hygiene und Ressourcenschonung. Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk profitiert vom medizinischen Fortschritt – nicht von politischer Stimmung.

Faustregel für Anlegende: Wenn ein Thema aus der Mode fällt, sinkt oft die Bewertung, aber die wirtschaftliche Substanz kann bestehen bleiben.

Wann Politik tatsächlich gefährlich wird

Natürlich kann Politik Unternehmen spürbar treffen. Wenn ein Geschäftsmodell stark von Subventionen abhängt, regulatorische Eingriffe Margen direkt beschneiden oder Exportbeschränkungen zentrale Märkte blockieren. Hier braucht es eine nüchterne Analyse: Wie gross ist die Abhängigkeit vom politischen Umfeld? Wie solide ist die Bilanz? Wie breit sind Absatzmärkte und Produkte diversifiziert?

Ein prominentes Beispiel ist die Pharmabranche. Medikamentenpreise, Zulassungsverfahren und Erstattungsmodelle sind stark reguliert – insbesondere in den USA. Politische Diskussionen über Preisdeckel oder staatliche Verhandlungen können kurzfristig erheblichen Druck erzeugen. Für Unternehmen wie Novartis, Roche oder Novo Nordisk ist das kein theoretisches Risiko, sondern Teil des Geschäftsmodells.

Checkliste: Wann politische Risiken relevant sind – und wann nicht

Politische Aussagen lösen oft starke Reaktionen an der Börse aus. Doch nicht jede Kritik oder Drohung ist für Anlegerinnen und Anleger gleich wichtig. Diese Fragen helfen bei der Einordnung.

1. Betrifft die Kritik das Geschäftsmodell direkt?

  • Ja, das Unternehmen ist stark von staatlichen Subventionen, Aufträgen oder Regulierung abhängig.
  • Nein, das Kerngeschäft basiert primär auf privater Nachfrage.

Faustregel: Je stärker ein Unternehmen von politischen Entscheidungen abhängt, desto höher das reale Risiko.

2. Geht es um Worte – oder um konkrete Gesetzesänderungen?

  • Es handelt sich vor allem um Wahlkampfrhetorik oder Interviews.
  • Es liegen konkrete Gesetzesvorlagen oder Mehrheiten für Änderungen vor.

Faustregel: Rhetorik bewegt Kurse kurzfristig. Gesetzgebung verändert Geschäftsmodelle.

3. Wie gross ist der betroffene Marktanteil?

  • Ein grosser Teil des Umsatzes hängt vom kritisierten Bereich ab.
  • Das Unternehmen ist breit diversifiziert über Regionen und Produkte.

Faustregel: Globale Konzerne können politische Risiken in einzelnen Märkten oft ausgleichen.

4. Ist die Kursreaktion stärker als die reale Gefahr?

  • Der Kurs ist stark gefallen, obwohl sich Umsatz- und Gewinnprognosen kaum verändert haben.
  • Die fundamentalen Kennzahlen verschlechtern sich deutlich.

Faustregel: Wenn Kurse stärker reagieren als Gewinne, kann Übertreibung vorliegen.

5. Wie solide ist die Bilanz?

  • Starke Eigenkapitalbasis, stabile Cashflows
  • Hohe Verschuldung, geringe Liquidität

Faustregel: Unternehmen mit gesunder Bilanz überstehen politische Unsicherheit deutlich besser.

6. Handelt es sich um ein strukturelles Wachstumsthema?

  • Die Branche profitiert von langfristigen Trends (Demografie, Digitalisierung, Energiebedarf).
  • Das Geschäft hängt stark von kurzfristigen politischen Impulsen ab.

Faustregel: Langfristige Trends sind oft stärker als politische Zyklen.

Politische Aussagen lösen oft starke Reaktionen an der Börse aus. Doch nicht jede Kritik oder Drohung ist für Anlegerinnen und Anleger gleich wichtig. Diese Fragen helfen bei der Einordnung.

1. Betrifft die Kritik das Geschäftsmodell direkt?

  • Ja, das Unternehmen ist stark von staatlichen Subventionen, Aufträgen oder Regulierung abhängig.
  • Nein, das Kerngeschäft basiert primär auf privater Nachfrage.

Faustregel: Je stärker ein Unternehmen von politischen Entscheidungen abhängt, desto höher das reale Risiko.

2. Geht es um Worte – oder um konkrete Gesetzesänderungen?

  • Es handelt sich vor allem um Wahlkampfrhetorik oder Interviews.
  • Es liegen konkrete Gesetzesvorlagen oder Mehrheiten für Änderungen vor.

Faustregel: Rhetorik bewegt Kurse kurzfristig. Gesetzgebung verändert Geschäftsmodelle.

3. Wie gross ist der betroffene Marktanteil?

  • Ein grosser Teil des Umsatzes hängt vom kritisierten Bereich ab.
  • Das Unternehmen ist breit diversifiziert über Regionen und Produkte.

Faustregel: Globale Konzerne können politische Risiken in einzelnen Märkten oft ausgleichen.

4. Ist die Kursreaktion stärker als die reale Gefahr?

  • Der Kurs ist stark gefallen, obwohl sich Umsatz- und Gewinnprognosen kaum verändert haben.
  • Die fundamentalen Kennzahlen verschlechtern sich deutlich.

Faustregel: Wenn Kurse stärker reagieren als Gewinne, kann Übertreibung vorliegen.

5. Wie solide ist die Bilanz?

  • Starke Eigenkapitalbasis, stabile Cashflows
  • Hohe Verschuldung, geringe Liquidität

Faustregel: Unternehmen mit gesunder Bilanz überstehen politische Unsicherheit deutlich besser.

6. Handelt es sich um ein strukturelles Wachstumsthema?

  • Die Branche profitiert von langfristigen Trends (Demografie, Digitalisierung, Energiebedarf).
  • Das Geschäft hängt stark von kurzfristigen politischen Impulsen ab.

Faustregel: Langfristige Trends sind oft stärker als politische Zyklen.

Entscheidend ist jedoch, wie breit ein Konzern geografisch aufgestellt ist, wie innovationsstark die Pipeline ist, ob die Nachfrage nach den Produkten strukturell wächst und wie abhängig eine Firma von einzelnen staatlichen Programmen tatsächlich ist.

Ein global aufgestellter Industriekonzern mit solider Eigenkapitalbasis reagiert anders auf politische Veränderungen als ein hochsubventionierter Nischenanbieter. Nicht jede Kritik ist ein strukturelles Risiko – aber jedes Geschäftsmodell sollte auf seine politische Abhängigkeit geprüft werden.

Breite Streuung statt politischer Einzelwetten

Statt einzelne Aktien der erwähnten Firmen zu kaufen, ist es für Privatanlegerinnen und -anleger sinnvoller, breit gestreut zu investieren. Exchange Traded Funds (ETFs) ermöglichen genau das. Beispiele, die auch in der Schweiz gut handelbar sind: iShares Global Clean Energy Transition UCITS ETF, der UBS-ETF MSCI World Socially Responsible oder der Vanguard ESG Global All Cap UCITS ETF. 

Solche Produkte bündeln zahlreiche Unternehmen aus unterschiedlichen Ländern und reduzieren das Risiko, auf die falsche Einzelaktie zu setzen. Gleichzeitig ermöglichen sie, an langfristigen Trends teilzuhaben wie Energieeffizienz, nachhaltiger Infrastruktur oder globalem Gesundheitswachstum.

Politik ist laut – Rendite entsteht leise

Präsidentschaften dauern in den USA vier Jahre. Infrastrukturzyklen, technologische Entwicklungen oder demografische Trends wirken über Jahrzehnte. Der Ausbau von Stromnetzen, die Modernisierung von Industrieprozessen oder die Entwicklung neuer Medikamente folgen ökonomischer Logik. Sie lassen sich nicht per Dekret beenden.

Trump kann Branchen kritisieren und Förderprogramme verändern. Was er nicht kann, ist globale Nachfrage abschaffen oder solide Geschäftsmodelle mit einer Wutrede beenden. 

Fazit: Was das nun für deine Anlage heisst

Die grösste Gefahr für Privatanlegerinnen und -anleger liegt häufig nicht in der Politik, sondern in der eigenen Reaktion darauf (siehe Selbsttest unten). Wer in politisch aufgeheizten Phasen verkauft, realisiert Verluste. Wer analysiert statt reagiert, profitiert oft von der späteren Normalisierung.

Für Anlegerinnen und Anleger gilt deshalb: Entscheidend ist nicht, ob ein Politiker eine Branche mag, sondern ob Unternehmen nachhaltig Gewinne erwirtschaften können.

An der Börse setzt sich langfristig nicht die lauteste Schlagzeile durch, sondern die wirtschaftliche Substanz. Wer das im Blick behält, verschafft sich in politisch bewegten Zeiten einen entscheidenden Vorteil.

Keine Empfehlung für Anleger

Dieser Artikel dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Meinungen und Einschätzungen beruhen auf sorgfältiger Recherche, können jedoch nicht die individuelle Prüfung und Beratung durch Fachleute ersetzen. Börsenentwicklungen sind von vielen Faktoren abhängig und nicht vorhersehbar. Investitionen in Aktien, Kryptowährungen und andere Finanzprodukte bergen Risiken, einschliesslich des möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals.

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