Darum gehts
- Anlegen lohnt sich schon mit kleinem Budget
- ETF-Sparplan: 30 Jahre sparen ergibt 77'766 CHF bei 25 CHF monatlich
- Nur 9 Prozent der Schweizer Anleger nutzen ETF-Sparpläne, trotz wachsender Beliebtheit
Die Altersvorsorge geht vor allem die Jungen etwas an. Klingt paradox, aber je früher jemand damit beginnt, desto mehr Geld liegt Jahrzehnte später für einen finanziell geruhsamen Lebensabend bereit. Die beliebtesten Ausreden: keine Zeit, kein Geld und hohe Hürden.
Dem widerspricht Vermögensverwalter Manuel Fuchs (43) vehement: «Mit etwas Verzicht lässt sich schon eine ganz schöne Summe fürs Alter zurücklegen. Und die Hürden sind viel geringer wie früher.» Sein Lieblingsbeispiel: «Eine Pizza pro Monat weniger auswärts essen kann fast 80'000 Franken im Alter bringen.»
Die Rechnung von Fuchs: Der monatliche Pizzaverzicht spart rund 25 Franken. Wer diese in einen sogenannten ETF-Sparplan auf einen globalen Aktienindex wie den FTSE All World investiert, schafft es auch ohne grosses Einkommen, eine schöne Stange Geld zurückzulegen. Im Beispiel des Vermögensverwalters könnten sich so nach 30 Jahren bis zu 77'766 Franken ansammeln.
Ein ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der einen oder mehrere Börsenindizes abbildet. Er bündelt viele Aktien oder Obligationen, verteilt so das Risiko und ist kostengünstig. Ein ETF-Sparplan ist ein Anlagevehikel mit dem Vorteil, dass es zu regelmässigen Einzahlungen zwingt. Diese müssen – wie das Pizzabeispiel zeigt – gar nicht besonders hoch sein. Und setzen auch kein Börsenwissen voraus.
Dieser Artikel dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Meinungen und Einschätzungen beruhen auf sorgfältiger Recherche, können jedoch nicht die individuelle Prüfung und Beratung durch Fachleute ersetzen. Börsenentwicklungen sind von vielen Faktoren abhängig und nicht vorhersehbar. Investitionen in Aktien, Kryptowährungen und andere Finanzprodukte bergen Risiken, einschliesslich des möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals.
Dieser Artikel dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Meinungen und Einschätzungen beruhen auf sorgfältiger Recherche, können jedoch nicht die individuelle Prüfung und Beratung durch Fachleute ersetzen. Börsenentwicklungen sind von vielen Faktoren abhängig und nicht vorhersehbar. Investitionen in Aktien, Kryptowährungen und andere Finanzprodukte bergen Risiken, einschliesslich des möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals.
Es liegt noch mehr drin
Klar ist: Je höher der zurückgelegte Betrag, desto grösser der Vermögenszuwachs. Der Verzicht auf das eine oder andere Streaming-Abo (40 Franken) bringt fast 125'000 Franken. Ein Clubbing-Abend weniger (80 Franken) läppert sich über die Jahrzehnte zu rund 250'000 Franken auf der hohen Kante zusammen.
Wenig Geld, grosser Effekt. Viele Anleger machen oft einen entscheidenden Fehler, sagt Fuchs: «Die meisten blenden den sogenannten Zinseszinseffekt völlig aus.» Das hat auch damit zu tun, dass in Zeiten tiefer Zinsen, das Geld nicht mehr von alleine auf dem Konto «arbeitet», also sich ohne grosses Zutun des Anlegers vermehrt.
Doch in den letzten Jahren hat sich die Finanzwelt grundlegend verändert. Fintechs und Neobanken drängen auf den Markt, bringen die Platzhirsche in Bedrängnis. Moderne Finanzinstrumente wie ETFs erleichtern auch für Kleinstanleger den Zugang zum Investieren.
Junge schauen auf Kosten
Die Berechnungen von Fuchs, der für den ETF-Anbieter Invesco arbeitet, beruhen auf einer jährlichen Rendite von über 11 Prozent. Klingt nach viel, entspricht aber dem langjährigen Durchschnitt globaler Aktien-ETFs. «Sämtliche Ausschüttungen und Dividenden fliessen wieder in den Fonds und steigern so das Fondsvermögen kontinuierlich», erklärt Fuchs. «Das wirkt genau gleich wie der Zinseszinseffekt.»
Das automatisierte Sparen wird im benachbarten Ausland immer beliebter, besonders in Deutschland boomen ETF-Sparpläne: «Wir hinken der Entwicklung in Deutschland mindestens fünf Jahre hinterher», sagt Fuchs. In der Schweiz sind gerade mal 9 Prozent der Anleger in solchen Sparplänen engagiert, wie jüngst eine Studie gezeigt hat. Das könnte sich aber bald ändern: «Die Jungen sind deutlich preissensibler als ihre Eltern, fragen sich, was bekomme ich für mein Geld.»
Viel, wie das Pizzabeispiel zeigt. Angeboten werden ETF-Sparpläne auch von traditionellen Banken, doch sind vor allem Neo- und Onlinebanken führend in diesem Geschäft – und deutlich günstiger. Dazu gehören in der Schweiz Anbieter wie Swissquote, Yuh, Neon, Findependent, Selma oder True Wealth.
Die Produkte sind nach dem Geschmack junger Kunden: «Ein paar Klicks in der App und auf der Homepage und schon läuft der ETF-Sparplan», sagt Fuchs. Ausreden gibt es also keine mehr, um aus einer Pizza weniger pro Monat über Jahre ein Vermögen fürs Alter anzuhäufen.