Gleicher SNB-Leitzins seit 1 Jahr
Jetzt wird im Kaiserhaus Geldpolitik gemacht

Erstmals verkündet die Nationalbank ihren Zinsentscheid im historischen Kaiserhaus in Bern. Der Leitzins bleibt bei null, die Inflation bleibt moderat – keine Zinserhöhung in Aussicht.
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Einst ein Kaufhaus ist ...
Foto: BAA_2014_04_09

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • SNB belässt Leitzins bei null und verkündet Entscheidung erstmals im Kaiserhaus
  • Inflation bleibt moderat trotz steigender Energiepreise und geopolitischer Unsicherheiten
  • Wirtschaft wächst 2026 um 1,0 Prozent, Prognose für 2027 bei 1,5 Prozent.
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Christian KolbeRedaktor Wirtschaft

Immerhin etwas hat sich verändert: Den Zinsentscheid hat das Direktorium der Nationalbank erstmals im historischen Kaiserhaus gleich neben dem Bundesplatz in Bern verkündet. Der Name des Gebäudes hat nichts mit Monarchen zu tun. Er geht auf den Kaufmann Wilhelm Kaiser zurück, der hier zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein grosses Warenhaus errichtet hat. 

Nach dessen Konkurs in den 1970er-Jahren übernahm die Nationalbank den Gebäudekomplex, um ihren steigenden Bedarf an Büros zu decken. In den letzten Jahren haben die Währungshüter ihre Investition umgebaut und aus dem Kaiserhaus ein modernes Besucher-, Begegnungs- und Konferenzzentrum gemacht. 

Sonst bleibt alles beim Alten: Der Leitzins ist seit einem Jahr unverändert bei null, die Inflation in der Schweiz weiterhin moderat. Denn trotz der steigenden Energiepreise sind die gefürchteten Zweitrundeneffekte ausgeblieben. Und sollte das Abkommen zwischen den USA und dem Iran tatsächlich zu einem dauerhaften Frieden am Golf führen, dürften die Energie- und Transportkosten noch weiter sinken. 

Keine Zinserhöhung in diesem Jahr

Zudem hat sich der Franken gegenüber dem Dollar und dem Euro leicht abgewertet, was den Druck von der Nationalbank nimmt, am Devisenmarkt zu intervenieren. Auch wenn SNB-Präsident Martin Schlegel (49) nicht müde wird zu betonen: «Bei Bedarf ist die Bereitschaft der Nationalbank am Devisenmarkt zu intervenieren erhöht.» 

Allerdings ist der Bedarf mit der leichten geopolitischen Entspannung im Moment nicht gross und die Zinserhöhung der EZB von letzter Woche hat etwas Druck vom Franken genommen. 

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Das Direktorium der Schweizerischen Nationalbank befindet sich geldpolitisch in der Komfortzone. Das Schreckgespenst Negativzinsen ist – trotz Nullzinsen – weit weg. Dies dank des kleinen Inflationsschubs wegen des Irankriegs.

Auch eine Zinserhöhung dürfte erst wieder im nächsten Jahr ein Thema sein – wenn überhaupt. Entspannt zurücklehnen und den Sommer geniessen will Schlegel trotzdem nicht: «Es gibt nach wie vor grosse handelspolitische und geopolitische Unsicherheiten, langweilig wird uns ganz sicher nicht.» 

Robuste Wirtschaft

Die Schweizer Wirtschaft läuft zwar nicht auf Hochtouren, wächst aber gemäss SNB in diesem Jahr um 1,0 Prozent, 2027 gar um 1,5 Prozent. Das ist einen Tick optimistischer als andere Konjunkturforscher. Auch wenn Schlegel meint, das solle man nicht überbewerten.

Klar aber ist: So gut wie die Nationalbank sieht keiner in die Unternehmen rein. Die Delegierten der SNB besuchen regelmässig die Firmen in ihrer Region und erfahren, wo der Schuh drückt und wo Optimismus angezeigt ist. «Die Unternehmen haben uns von einem soliden Umsatzwachstum berichtet», so Schlegel. «Einmal mehr zeigt sich, die Wirtschaft ist sehr resilient.» 

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