Brisante Prognose
Warum Festhypotheken teurer werden und was mit dem Saron los ist

Steigende Kapitalmarktzinsen verteuern Wohnen in der Schweiz: Zehnjährige Festhypotheken kosten jetzt im Durchschnitt 1,86 Prozent – trotz unverändertem Leitzins.
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Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schweizer Festhypothekenzinsen steigen trotz SNB-Leitzins von null
  • 10-jährige Festhypotheken kosten aktuell durchschnittlich 1,86 Prozent
  • EZB-Zinsentscheidung am Donnerstag, Fed-Chef Warsh verkündet Zinsentscheid nächste Woche
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Christian KolbeRedaktor Wirtschaft

Es ist paradox: Seit letztem Jahr liegt der Leitzins der Schweizerischen Nationalbank (SNB) bei null – und eine Zinserhöhung ist nicht in Sicht. Trotzdem haben sich die Zinsen für langjährige Festhypotheken seither tendenziell verteuert. Gemäss der jüngsten Umfrage des Vergleichsdiensts Comparis kostet eine zehnjährige Festhypothek im Schnitt 1,86 Prozent. Das ist etwas weniger als noch zu Jahresbeginn, aber doch einiges mehr als vor einem Jahr. 

Das Problem: Die Schweiz ist keine Insel – schon gar nicht in der Finanzwelt. «Der Kapitalmarkt in der Schweiz kann sich nicht völlig abschotten», erklärt Comparis-Finanzexperte Dirk Renkert (61). Und ergänzt: «Die globalen Kapitalmarktzinsen sind in den letzten Jahren langsam, aber stetig gestiegen.»

Zwar besorgen sich Schweizer Banken nicht in grossem Stil auf dem globalen Finanzmarkt Geld für die Finanzierung von Hypotheken in der Schweiz. Doch die Welt ist in Aufruhr – Iran-Krieg, steigende Staatsverschuldung oder eine drohende Rezession in Deutschland, um nur ein paar globale Brennpunkte zu nennen.

Saron bleibt attraktiv

Das sorgt für Verunsicherung an den Kapitalmärkten. «Wer heute Geld verleiht, will zusätzliche Sicherheit», so Renkert. Aufgrund der zunehmenden Risiken verlangen Investoren nach höheren Renditen für Staatsanleihen. Vor allem in den USA, wo sich die Staatsverschuldung der Marke von 40 Billionen Dollar annähert. All das drückt die Zinsen rund um den Globus nach oben. 

Was heisst das für Hausbesitzerinnen und Stockwerkeigentümer in der Schweiz? Die Zinsen für Festhypotheken dürften weiter leicht ansteigen, die Finanzierung von Wohneigentum verteuert sich. 

Und der Saron? Also die Geldmarkthypothek, deren Preis sich aus dem aktuellen Leitzins der SNB und der Marge der Bank zusammensetzt. Im letzten Jahr haben zwar viele Banken ihre Marge erhöht, trotzdem sagt Renkert: «Eine Saronhypothek ist preislich attraktiv, aber man muss bereit sein, mit den Risiken umzugehen, wenn es wieder nach oben geht.»

Wann das sein wird, ist offen.

In diesem Jahr ist kaum mit einer Leitzinserhöhung der SNB zu rechnen. Aber niemand weiss, wie sich die globalen Kapitalmärkte und die Teuerung in der Schweiz im nächsten Jahr entwickeln werden. 

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Woche der Zinsentscheide

Etwas mehr Klarheit an der Zinsfront gibt es in den kommenden Tagen: Am Donnerstag dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen leicht erhöhen, nächste Woche werden das Fed und die SNB über die Geldpolitik entscheiden. Während in der Schweiz wegen der nach wie vor tiefen Teuerung niemand von einer Zinserhöhung ausgeht, stösst die nächste Entscheidung der US-Notenbank auf ungleich grösseres Interesse.

Denn am kommenden Mittwoch wird der neue Fed-Chef Kevin Warsh (56) erstmals den Zinsentscheid verkünden. Dabei wird vor allem viel zwischen den Zeilen gelesen werden. Also, ob Warsh dem Wunsch von US-Präsident Donald Trump (79) nach einer baldigen Zinssenkung entsprechen wird. Oder ob er angesichts der steigenden Inflation in den USA geldpolitische Vernunft walten lässt und die Zinsen zumindest dort belässt, wo sie gerade sind.

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