Darum gehts
- Swisscom-Aktien fielen auf 608.50 Franken, fast 20 Prozent Wertverlust seit März
- Analysten uneinig: Kursziel bei 608 Franken, Dividendenrendite bei 4,3 Prozent
- Umsatzziel 2026: 14,7–14,9 Mrd. Franken, Dividende geplant bei 27 Franken
Die Aktien der Swisscom verloren am Mittwoch 2,4 Prozent und gingen zu 608.50 Franken aus dem Handel. Seit dem Erreichen des Jahreshochs Mitte März bei 726.50 Franken hat der Titel fast 20 Prozent an Wert verloren. Damit schmolz das bisherige Jahresplus auf rund 5 Prozent zusammen.
Wer nach dem doppelten Downgrade durch Morgan Stanley Mitte Juni – mehr dazu hier – attraktive Einstiegspreise sah, wurde enttäuscht. Nach einer kürzeren Konsolidierungsphase bei Preisen um die 635 Franken ging es mit den Kursen weiter zurück.
Dieser Artikel wurde erstmals auf Cash.ch publiziert. Weitere spannende Artikel findest du auf www.cash.ch.
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Das Marktumfeld spielt den defensiven Valoren von Swisscom nicht in die Hände. Die Investierenden sind wieder risikofreudiger, nachdem die Inflationszahlen in der Eurozone weniger hoch als erwartet ausfielen. Mit den sinkenden Erdölpreisen steigt die Hoffnung, dass weitere Zinserhöhungen durch die Zentralbanken ausbleiben werden.
Mit dem neuerlichen Kursrückgang ist die Dividendenrendite zwar gestiegen, hinkt aber mit 4,3 Prozent den Besten der Branche weiter hinten nach. So kommen im Vergleich Telefónica auf 8,4 Prozent oder Telenor auf 6,8 Prozent.
Es ist aber nicht nur die Dividendenrendite, die ins Gewicht fällt. Auch bei der Bewertung gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) scheinen die Swisscom-Titel teuer bewertet. Das KGV beträgt 21 x im Vergleich zum langfristigen Durchschnitt von 18 x. Das zeigen Daten von Bloomberg. Und ein Blick nach Deutschland zeigt, dass es die Deutsche Telekom lediglich auf ein KGV von 11 x bringt.
Gerade bei den Analysten ist der Fall weiterhin klar. Es fehlt ein positiver Katalysator. Entsprechend stufen neun Analysten den Titel mit «Halten» und sieben mit «Verkaufen» ein. Das durchschnittliche Kursziel liegt gemäss AWP-Analyzer bei 608 Franken.
Quartalszahlen leicht unter den Erwartungen
Mit den Anfang Mai für das erste Quartal 2026 publizierten Zahlen wusste Swisscom nicht restlos zu überzeugen. Der Gruppenumsatz sank in den ersten drei Monaten 2026 gegenüber dem Vorjahr um 4,1 Prozent auf 3,6 Milliarden Franken, was in den Erwartungen lag.
Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen nach Leasingaufwand erhöhte sich um 0,8 Prozent auf 1,288 Milliarden Franken, was nurmehr knapp den Erwartungen entsprach. Auf vergleichbarer Basis und zu konstanten Währungen betrug die Abnahme beim Umsatz 2,9 Prozent.
Der operative freie Cashflow von 594 Millionen Franken nahm auf vergleichbarer Basis um 22,6 Prozent zu, wobei der Reingewinn dagegen gegenüber dem Vorjahr um 9,6 Prozent auf 332 Millionen Franken sank. Der Rückgang resultiert hauptsächlich aus nicht-zahlungswirksamen Effekten im Finanzergebnis.
Telekomgeschäft in der Schweiz erodiert
Die Integration der für 8 Milliarden Euro gekauften Vodafone Italia verlaufe weiterhin nach Plan, teilte Swisscom Anfang Mai mit. Die Synergien aus der Zusammenlegung von Fastweb und Vodafone Italia sorgten für tiefere Kosten, was den Betriebsgewinn um 8,3 Prozent nach oben trieb.
Seit April profitiert die Swisscom von Preiserhöhungen bei ihrer Hauptmarke. Dennoch wird das die Erosion im Telekomgeschäft nicht stoppen. In der Schweiz dürfte der Umsatz im Kerngeschäft in diesem Jahr um 120 Millionen Franken schrumpfen und in Italien um rund 150 Millionen Euro.
An den Zielen für das laufende Geschäftsjahr 2026 hält die Swisscom fest, wie die Nachrichtenagentur AWP berichtete. Der «blaue Riese» peilt einen Umsatz von 14,7 bis 14,9 Milliarden Franken an. Beim operativen Gewinn will die Swisscom 5,0 bis 5,1 Milliarden Franken erreichen. Geplant sind ausserdem Investitionen von 3 bis 3,1 Milliarden Franken.
Wenn diese Ziele erreicht werden, soll gemäss Swisscom die Dividende um 1 Franken auf 27 Franken pro Aktie erhöht werden.