Er kuscht nicht vor dem Präsidenten – Trumps Zorn lässt ihn kalt
Fed-Chef Kevin Warsh wagt die Wende und erhöht den Leitzins

Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Die US-Notenbank Federal Reserve erhöht den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte. Anleger erwarteten den Entscheid mit Spannung. Nun ist klar: Warsh stellt sich bewusst gegen die Forderungen von US-Präsident Donald Trump.
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Fed-Chef Kevin Warsh dreht an der Zinsschraube.
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die US-Notenbank erhöht Leitzins von 3,75 bis 4 Prozent
  • Fed-Chef verzichtet auf «Forward Guidance», bricht mit Tradition
  • US-Inflation im August bei 3,4 %, Zielwert bleibt 2 %
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Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Der oberste US-Notenbanker Kevin Warsh (56) hat sich festgelegt: Die Federal Reserve (Fed) erhöht die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte, wie sie am Mittwoch erklärt. Neu liegt der Satz bei 3,75 bis 4 Prozent.

Mit dem Entscheid haben die meisten gerechnet: Analysten bezifferten die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung im Vorfeld auf 77 Prozent. Die US-Inflation lag im August bei 3,4 Prozent und damit deutlich über der angestrebten 2-Prozent-Marke. Gleichzeitig zeigt sich der Arbeitsmarkt, dessen Stabilität die Fed sicherstellen muss, weiterhin relativ robust. Beides lieferte der Notenbank Argumente für eine Erhöhung.

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Fed-Chef stellt sich gegen offene Kommunikation

Trotzdem erwarteten Anleger den Fed-Entscheid mit Spannung. Denn seit seinem Amtsantritt im Mai hat Warsh mit einer Tradition gebrochen, auf die sich Investoren über Jahre verlassen konnten: der sogenannten «Forward Guidance». Während sein Vorgänger Jerome Powell (73) und andere Notenbanker den Märkten möglichst viele Hinweise darauf gaben, wohin die Reise bei den Zinsen gehen könnte, will sich Warsh bewusst nicht auf einen künftigen Kurs festlegen.

Umso genauer dürfte nun jedes Wort an der anschliessenden Pressekonferenz analysiert werden. Die entscheidende Frage: Bleibt es bei diesem einen Zinsschritt – oder ist er der Auftakt zu einer ganzen Serie von Erhöhungen? Warsh dürfte sich in gewohnter Manier hüten, einen Fahrplan vorzugeben.

Notenbank trotzt Trump

Ein weiterer grosser Unsicherheitsfaktor sitzt derweil im Weissen Haus: US-Präsident Donald Trump (80) dürfte die Zinserhöhung gar nicht schmecken. Immer wieder pocht der Präsident auf tiefere Zinsen, setzt die Fed öffentlich unter Druck. Für Warsh wurde der Entscheid deshalb auch zum Test seiner Unabhängigkeit: Folgt er der geldpolitischen Lage – oder kommt er Trump entgegen? Mit der Zinserhöhung stellt sich die Fed vorerst gegen die Wünsche des Präsidenten.

Nächste Woche zeigt sich zudem, ob es auch in der Schweiz zu einer Überraschung kommt. Kommenden Donnerstag befindet die Schweizerische Nationalbank (SNB) über den hiesigen Leitzins. Aktuell geht eine Mehrheit der Experten davon aus, dass die SNB – anders als die Fed – nicht am Leitzins rüttelt. Und damit an den Nullzinsen festhält.

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