Darum gehts
- Wohneigentum in der Schweiz bleibt gefragt, doch Preise steigen 2026 weiter
- Nur 17 Prozent der Gemeinden bieten bezahlbare Wohnungen für Normalverdiener
- Preise für Eigentumswohnungen steigen 2026 um 3,5 Prozent, 2000 neue Mietwohnungen
Der Traum vom Eigenheim ist in der Schweiz ungebrochen. Bloss: Wer noch kein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung besitzt, der sieht sich mit einer kniffligen Situation konfrontiert. Es lockt eigentlich deutlich günstigeres Wohnen. Denn die laufenden Kosten für Wohneigentum sind im Schnitt um fast ein Viertel tiefer als die Miete einer vergleichbaren Wohnung, wie die UBS im neuen Real Estate Focus 2026 schreibt.
Nur: Gleichzeitig können sich immer weniger die eigenen vier Wände leisten – weil die Preise steigen und sich die Vorgaben für Hypothekenvergaben verschärfen. Eine Eigentumswohnung mit 100 Quadratmetern ist für einen Haushalt mit normalem Einkommen nur noch in 17 Prozent aller Schweizer Gemeinden erschwinglich.
Die Immo-Studie der UBS zeigt: Wohneigentum ist am ehesten noch auf dem Land bezahlbar. Vergleichsweise günstig ist es etwa dem Jura entlang, in grossen Teilen des Wallis und im Norden des Tessins. In der Deutschschweiz wird es für Normalverdiener in weiten Teilen schwierig. Es gibt aber Regionen, wo man Chancen für bezahlbare Eigenheime hat. Beispiele sind der Thurgau, das Appenzell und Schaffhausen.
«Tropfen auf den heissen Stein»
Eine Entspannung ist auf dem Immobilienmarkt gemäss der Schweizer Grossbank nicht zu erwarten. Zwar dürften sich das schwache Wirtschaftswachstum und die steigende Unsicherheit am Arbeitsmarkt in diesem Jahr bremsend auf die Nachfrage auswirken. Aber: Die Preise steigen 2026 weiter – um 3,5 Prozent bei Eigentumswohnungen und um 2,5 Prozent bei Einfamilienhäusern. Immerhin dürfte der Preiszuwachs damit tiefer ausfallen als im letzten Jahr.
Für 2026 rechnen die Immobilienökonomen der UBS mit einer leichten Beschleunigung der Wohnbautätigkeit – 2000 Mietwohnungen kommen dieses Jahr auf den Markt. Das bleibt aber «nur ein Tropfen auf den heissen Stein», heisst es dazu in der Studie. Bloss in wenigen Regionen dürfte sich der Wohnungsmarkt entspannen. Denn: Künftig wird wegen der schwierigen Wirtschaftslage weniger gebaut, die Zahl neu eingereichter Bauprojekte ist wieder gesunken.
Umbauten sind in Mode
Dafür erleben Umbauten und Renovationen einen regelrechten Boom. Innerhalb der letzten fünf Jahre haben Immobilienfirmen Projekte mit einem nahezu doppelt so hohen Investitionsvolumen eingereicht. Für Normalverdiener ist das allerdings keine gute Nachricht. Denn vor allem in den Städten werden viele neu sanierte Wohnungen im Luxuspreissegment positioniert. Das führt inzwischen zu einem Überschuss an teuren Liegenschaften – die Spitzenmieten geraten unter Druck. Und Luxuswohnungen werden zu Ladenhütern, gerade in Zürich zeigt sich das bereits deutlich.
Abseits der Top-Lagen und insbesondere bei günstigen Mietwohnungen bleibt das Angebot dagegen weiterhin knapp. Darum dürften gemäss der UBS auch die Leerstände in diesem Jahr nochmals leicht sinken und die Angebotsmieten um 2 Prozent steigen.